Bundesumweltminister Carsten Schneider hat heute einen Eckpunkteplan für einen Aktionsplan Meer des Bundesumweltministeriumsvorgestellt. Der Plan wird in den kommenden Monaten ausgearbeitet und soll helfen, Nord- und Ostsee vor unseren Küsten besser zu schützen und auch den Schutz des Ozeans in internationalen Gewässern zu verbessern. WWF begrüßt die Erstellung des Aktionsplans weist jedoch auf mangelndes Ambitionsniveau in den beispielhaften Maßnahmen besonders beim entscheidenden Ziel für Nord- und Ostsee hin. Anna Holl, Leiterin Meerespolitik beim WWF Deutschland sagt;
„Es ist ein wichtiger und notwendiger Schritt, dass Deutschland sich einen Plan macht, um den Schutz der Meere voranzubringen. Doch Meeresschutz verbessert sich nicht durch die Absichtsbekundung längst geltende Verpflichtungen umzusetzen, sondern durch Taten. Die vielfältige und industrielle Nutzung unserer Meere muss anders und naturverträglicher gestaltet werden. Das vorgelegte Eckpunktepapier skizziert zwar strategisch übergeordnet wichtige Ziele für gesunde Meere, wenn es an die Praxis geht, fehlt es an Ehrgeiz. Dies gilt insbesondere für das Ziel, Rückzugs- und Ruheräume für die Meeresnatur zu schaffen. Für das zentrale EU-Zielstrengen Schutz für 10 Prozent der deutschen Meeresfläche zu sichern, fehlen noch konkrete Umsetzungsmaßnahmen.
Ein wirksamer Aktionsplan muss festlegen, wie die verschiedenen Nutzungsformen Fischerei, Schifffahrt, Rohstoffgewinnung, Verklappung, Offshore-Windparks mit Kabeltrassen und andere Infrastrukturvorhaben so beschränkt und anderswo gebündelt werden sollen, dass zumindest ein Zehntel der deutschen Meeresfläche frei von menschlichen Aktivitäten ist. Diese Gebiete müssen zügig identifiziert und festgelegt werden. Das Bundesumweltministerium bleibt mit dem heute vorgelegten Eckpunktepapier, die Antwort noch schuldig, wie und wo sie diesen ungestörten Rückzugsraum für die Meeresnatur schaffen will. Dabei sind die Meere seit Jahren in besorgniserregendem Zustand und zügiges, entschlossenes Handeln ist unabdingbar. Der Aktionsplan muss diese Antwort liefern, dafür braucht es die Kooperation aller Ressorts."