Waldbrand in Deutschland

Achtung Waldbrandgefahr!

Stand: 19.06.2026

Hitze und Trockenheit treiben Risiko für Waldbrände in Deutschland / WWF gibt Verhaltenstipps für sichere Ausflüge in die Natur

Berlin, 19.06.2026: Für das Wochenende werden in vielen Teilen Deutschlands hohe Temperaturen erwartet. In Verbindung mit ausbleibenden Niederschlägen erhöht sich dadurch die Gefahr von Waldbränden: Es ist Waldbrandsaison. Besonders in Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern sowie in Teilen von Sachsen und Sachsen-Anhalt steigt dieser Tage das Risiko, dass sich eine unbedarft weggeworfene Zigarette oder ein Lagerfeuer zu einem Waldbrand entwickeln. Im Jahr 2024 gingen laut Umweltbundesamt 24 Prozent aller Waldbrände auf Fahrlässigkeit zurück. Die teilweise sommerlichen Temperaturen der vergangenen und anstehenden Tage verschärfen die Situation. Hitze und Trockenheit lösen noch keinen Brand aus, aber schaffen die Bedingungen, unter denen sich Feuer schnell ausbreiten können. Der WWF hat deshalb Verhaltenstipps zusammengestellt, damit Wald- und Wiesenausflüge nicht zum Brandherd werden.

„In trockenen Wäldern reicht manchmal ein kleiner Funke, um ein Feuer auszulösen. Daher sollten Spaziergänger, Wanderer und Autofahrer besonders aufmerksam sein, denn schon kleine Unachtsamkeiten können derzeit brandgefährlich sein. Das gilt besonders an Orten mit trockener Nadelstreu und ausgedörrtem Gras. Um die Situation zu entspannen, braucht es einen Wetterumschwung mit flächendeckendem Regen und kühleren Temperaturen über mehrere Tage. Ein Schauer oder ein kurzer Starkregen erreicht diesen Effekt nicht“, sagt Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland.

Gemeinsam schützen wir Wälder: Sieben Verhaltenstipps, was jeder tun kann, um Waldbrände zu verhindern:

  • Wild parken ist brandgefährlich
    Heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren unter Autos oder ein heißer Auspuff können Brände auslösen, wenn das Fahrzeuge auf trockenem Gras oder sehr nah daran steht. Daher Autos und Motorräder ausschließlich auf offiziellen Parkplätzen parken.
  • Auf Lagerfeuer und Grillen im Wald und an Waldrändern verzichten und offene Feuerquellen vermeiden
    Ein kleiner Funke kann Lebensräume zerstören, die über Jahrzehnte gewachsen sind.  Lagerfeuer und Grillen ist ausschließlich auf dafür gekennzeichneten Stellen erlaubt. Hinweisschilder geben dazu Auskunft. Bei großer Trockenheit mit Waldbrandgefahr bitte ganz darauf verzichten, auch wenn es nicht ausdrücklich verboten ist. Die Bestimmungen können von Bundesland zu Bundesland variieren und situativ angepasst werden. Auch Laternen, Kerzen oder Fackeln sind tabu.
  • Nicht im Wald rauchen und keine Zigaretten wegwerfen
    Eine glimmende Zigarette kann leicht ein Feuer verursachen, das sich in der Trockenheit rasend schnell ausbreitet. Nicht-Rauchen im Wald minimiert das Risiko. Je nach Bundesland ist das Rauchen ganzjährig oder in den Monaten März bis Oktober im Wald verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.
  • Umplanen und flexibel bleiben
    Bei Erreichen der Waldbrandwarnstufen Stufen 4 und 5 wird empfohlen, die betroffenen Waldgebiete zu meiden. Wer dennoch in den Wäldern unterwegs ist, darf die Hauptwege nicht verlassen. Die aktuellen Waldbrandwarnstufen kann man beim Deutschen Wetterdienst einsehen: https://www.wettergefahren.de/warnungen/indizes/waldbrand.html
  • Für einen gesunden und intakten Wald stark machen
    Besonders Reinbestände aus Nadelbäumen wie Fichten und Kiefern sind stark waldbrandgefährdet. Ein Waldumbau hin zu mehr naturnahen, strukturreichen Laubmischwäldern fördert die Widerstandsfähigkeit unserer Wälder. Wir brauchen Maßnahmen zum Wasserrückhalt, zum Rückbau von Entwässerungen und Schutz der Bodenfeuchte. Dafür müssen sich Politik, Forstwirtschaft und Waldbesitzende einsetzen und Wälder nicht mehr primär als Holzacker betrachten.
  • Wasser sparen
    Wasser ist kostbar und in einigen Regionen auch knapp. Wenn Trockenheit droht, nur früh morgens oder spät abends den Garten bewässern, kurz duschen statt baden, Waschmaschinen voll beladen, keine privaten Pools aufbauen, tropfende Wasserhähne reparieren und auf Autowäsche verzichten.
  • Für Klimaschutz einsetzen
    Der Klimawandel heizt Europa auf und Extremwetterlagen nehmen zu. Viele Regionen werden trockener. Dadurch steigt die Waldbrandgefahr. Gleichzeitig befeuert das durch die Waldbrände freigesetzte CO2 die Klimakrise. Konsequenter Klimaschutz hilft, diese Spirale zu unterbrechen.
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Kontakt

Immo Fischer

Pressesprecher

Lateinamerika, Wald & Holz, menschenrechtliche Sorgfaltspflicht / Berlin

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz