Aller Fokus auf die Umsetzung!

Berlin, 4.6.2026: Die Klimakonferenz in Bonn muss als zwei zentrale Prioritäten für die spätere COP31 in diesem Jahr die Abkehr von den Fossilen und die Bereitstellung von Geldern voranbringen. Das fordert der WWF Deutschland und beruft sich auf die Beschlüsse zum Aufwuchs internationaler Klimafinanzierung auf 1,3 Billionen US-Dollar jährlich bis 2035 sowie das Energiepaket der Klimakonferenz in Dubai. Dort war die Abkehr von Fossilen, die Verdreifachung der Erneuerbaren-Kapazitäten und Verdopplung der Energieeffizienz bis 2030 beschlossen worden.

Die Zwischenverhandlungen in Bonn folgen auf die erste internationale Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien im kolumbianischen Santa Marta im April und den historischen Beschluss der Vereinten Nationen im Mai, der die Verpflichtung der Staaten zu mehr Klimaschutz stärkt. Die Zwischenverhandlungen müssen Impulse für konkretes Handeln über die Verhandlungsräume hinaus geben.

„Mit dem Rückenwind aus New York und Santa Marta können die Staaten der COP31 Beine machen und in Bonn frühzeitig Prioritäten festzurren. Ein Fokus muss auf der Umsetzung von Beschlüssen liegen, die sich aus der globalen Bestandsaufnahme ergeben – insbesondere bei der Abkehr von den Fossilen aus dem Energiepaket. Technische Verhandlungen wie zum Mitigation Work Programme und dessen Revision können hier wichtige Fortschritte liefern“, so Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland.

Auch die Klimafinanzierung kann und muss in Bonn vorangebracht werden. Hier steht die erste Sitzung des zweijährigen Arbeitsprogramms zur Klimafinanzierung auf der Agenda. Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass Umsetzungspläne für das neue Finanzierungsziel erarbeitet werden und diese sowohl das Mindestziel von 300-Milliarden US-Dollar als auch die Skalierung auf das 1,3 Billionen-Ziel enthalten. Gleichzeitig sollte die Finanzierung besser an den Prioritäten der Länder des Globalen Südens ausgerichtet und Verschuldung vermieden werden. Investitionen sollten lokale Wirtschaftskreisläufe in den einkommensschwachen Ländern stärken.

Von der Bundesregierung fordert der WWF, im Bundeshaushalt 2027 die Zusage zu erfüllen, pro Jahr mindestens sechs Milliarden Euro für die internationale Klimafinanzierung bereitzustellen – und dafür insbesondere die Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums zurücknehmen. Bis zur Klimakonferenz COP31 sollte Deutschland außerdem klar darlegen, wie ein angemessener Anteil am neuen 300 Milliarden-Ziel aussieht, so wie es auch im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Die Bundesregierung sollte außerdem für 2027 nennenswerte Zusagen an den Fund for Responding to Loss and Damage (FRLD), den Green Climate Fund (GCF), den Least Developed Countries Fund (LDCF) und den Adaptation Fund (AF) vorbereiten. Angemessen wäre es, die öffentliche Klimafinanzierung bis 2030 auf mindestens 12 Milliarden Euro jährlich zu erhöhen.

Auf der Agenda in Bonn steht außerdem der sogenannte Veredas Dialog: Hier soll erörtert werden, wie öffentliche und private Finanzströme wirksam auf das 1,5‑Grad‑Ziel ausgerichtet werden. Auch hier braucht es deutlich mehr Umsetzung statt bloßer Bekenntnisse. Das heißt zum Beispiel, so schnell wie möglich fossile Subventionen zu beenden und die Gelder in die nachhaltige Entwicklung umzulenken.

Weitere Informationen:

Expert:innen des WWF werden auf der Klimakonferenz in Bonn vertreten sein und stehen für Einschätzungen und Interviews zur Verfügung.

WWF Erwartungspapier:

https://wwfint.awsassets.panda.org/downloads/final_cop31-ep-may2026-v4b.pdf

WWF-Stellungnahme zum Veredas-Dialog:  

https://submissions.unfccc.int/api/files/download?serverRelativeFilePath=/submissions/Archive/202602201812---WWF%20submission%20on%20the%20Veredas%20dialogue_2026.pdf

WWF-Stellungnahme zum Climate Finance Work Programme:

https://unfccc.int/sites/default/files/resource/WWF_1.pdf

WWF-Logo

Kontakt

Lea Vranicar

Pressesprecherin

Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

    Dürren, Überflutungen, Stürme: Immer häufiger und heftiger führt die Klimakrise zu Tod und Verwüstung. Mehr zur WWF-Klimaschutzarbeit