Im Mittelpunkt der heute gestarteten Hamburg Sustainability Conference steht die Frage, wie wirtschaftliche Entwicklung und der Schutz globaler Gemeingüter zusammen gedacht werden können. Im Umfeld der Konferenz fand heute ein Austausch zwischen Bundesumweltminister Schneider, dem WWF und Wirtschaftsvertreter:innen der BMW Group, der Commerzbank AG, Metzler Asset Management, und dem Arbeitskreis Kirchlicher Investoren zu den ökologischen, finanziellen und sozialen Risiken von Tiefseebergbau und Chancen der Kreislaufwirtschaft statt. Die Rohstoffe der Tiefsee wecken wirtschaftliche Begehrlichkeiten und international steigt der Druck, bald mit Tiefseebergbau in internationalen Gewässern zu beginnen. In Hamburg wurden heute vor allem die Alternativen betont.
Bundesumweltminister Carsten Schneider sagt: „Gemeinsam mit wichtigen Unternehmen setzen wir auf der Hamburg Sustainability Conference ein starkes Signal gegen die Ausbeutung der Tiefsee – denn wir wissen noch viel zu wenig über sie. Wir brauchen keine Rohstoffe aus den Meeren, wenn wir kluge Kreislaufwirtschaft etablieren und beispielsweise kritische Rohstoffe recyclen. Damit schützen wir die Meere und machen uns wirtschaftlich unabhängig.“
Heike Vesper, Vorständin Transformation, Politik und Wirtschaft beim WWF Deutschland teilt diese Einschätzung und verdeutlicht: „Tiefseebergbau stellt eine existenzielle Bedrohung für die Gesundheit des Meeres dar und würde eines der letzten weitgehend unberührten Ökosysteme der Erde aufs Spiel setzen. Wir begrüßen, dass Deutschland sich für eine vorsorgliche Pause ausgesprochen hat. Die Bundesregierung muss jetzt Führungsstärke zeigen und sich bei der Internationalen Meeresbodenbehörde weltweit für eine Pause engagieren. Die Wissenschaft beginnt gerade erst, die Artenvielfalt und Funktionsweise der Tiefseeökosysteme zu verstehen. Gleichzeitig warnen immer mehr Studien vor potenziell schwerwiegenden und irreversiblen Folgen für die Meeresumwelt. Klar ist aber: Die Mineralien der Tiefsee werden nicht für die Energiewende gebraucht. Eine konsequent umgesetzte Kreislaufwirtschaft kann den Bedarf an Primärrohstoffen um mehr als die Hälfte senken. Ein Moratorium für den Tiefseebergbau muss so schnell wie möglich etabliert werden, um unseren Ozean wirksam zu schützen.“
Ab dem 13. Juli kommt die internationale Staatengemeinschaft bei der nächsten Sitzung der International Seabed Authority (ISA) in Jamaika zusammen, um über die Zukunft des Tiefseebergbaus und den Schutz der Tiefsee zu entscheiden.