31.3.2026: Der Hochlauf von Power-to-X-Technologien ist ein zentraler Baustein für Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie und im Flug- und Schiffsverkehr. Power-to-X bezeichnet die Verwendung erneuerbaren Stroms für die Produktion etwa von Wasserstoff, Ammoniak oder Methanol. Über diese Stoffe können sich Industriezweige zukunftsfest aufstellen, die sich nicht direkt elektrifizieren lassen. Damit Power-to-X (PtX) aber einen Beitrag zum Klima- und Naturschutz leistet, muss es klaren Nachhaltigkeitskriterien folgen. Das fordert der WWF in einer neuen Analyse im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Kopernikus-Projektes P2X, die an diesem Dienstag veröffentlicht wurde.
„PtX hat alle Chancen, Trumpf der Transformation zu werden – aber nur, wenn die Karten jetzt richtig gedealt werden. Und das heißt, dass die Rahmenbedingungen für die PtX-Produktion stimmen müssen“, sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland. Dazu gehören ökologische Kriterien, etwa der Einsatz zusätzlicher erneuerbarer Energien, geringe Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie der Schutz von Wasserressourcen, Böden und Biodiversität. Gleichzeitig müssen soziale Standards wie faire Arbeitsbedingungen, der Schutz von Menschenrechten, lokale Wertschöpfung sowie die Beteiligung betroffener Gemeinschaften gewährleistet sein.
Regierungen sollten PtX-Nachhaltigkeit in nationale Strategien und internationale Energiepartnerschaften integrieren und auf eine bessere internationale Abstimmung von Standards hinwirken. Gleichzeitig braucht es Kapazitätsaufbau in potenziellen netto Exportregionen, etwa bei Genehmigungsverfahren, Monitoring oder Wasserressourcenmanagement. Insgesamt müssen die öffentliche Finanzierung und Handelsinstrumente an klare Nachhaltigkeitskriterien gekoppelt werden.
Nachhaltige PtX-Produktion erfordert einen Multi-Stakeholder-Ansatz: Ökologische Grenzen, soziale Gerechtigkeit sowie wirtschaftliche und politische Realitäten müssen gemeinsam berücksichtigt und in praktikable Regeln übersetzt werden. Die Kriterien sollten auf bestehenden Rahmenbedingungen aufbauen, international vergleichbar sein und regionale Unterschiede berücksichtigen. Entscheidend ist, dass die Anforderungen wirksam, überprüfbar und durch gute Governance abgesichert sind.
"Nachhaltige PtX-Wirtschaft gelingt nur im Dialog: Nur wenn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Lösungen entwickeln, kann sich Produktion und Handel von PtX glaubwürdig, wirtschaftlich tragfähig und sozial akzeptiert etablieren", so Raddatz.