Baustein für die grünen Märkte von morgen

Berlin, 4.3.2026: Zum erfolgreichen Gelingen der Transformation braucht es Leitmärkte für Grünstahl oder klimafreundlichen Zement. Das EU-Industriegesetz Industrial Accelerator Act (IAA), das an diesem Mittwoch von der EU-Kommission vorgestellt wurde, ist hier ein erster zögerlicher Schritt. Die Europäische Kommission will über den IAA die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen aus europäischer Produktion sichern.

„Der Vorschlag der Kommission ist ein erster Schritt Richtung grüner Märkte, aber der Vorschlag müsste noch viel stärker auf die Dekarbonisierung setzen. Dafür bräuchte es den konsequenten Aufbau von grünen Leitmärkten mit angemessenen Quoten für klimafreundliche Produkte sowie ambitionierte Klimaschutzkriterien in der öffentlichen Beschaffung. Das stärkt die Nachfrage nach grünem Stahl – und das macht wiederum Auto- wie Hausbau sauberer und mindert die Abhängigkeit von fossilen Energien und Rohstoffen. Diese Abhängigkeit ist ein zentrales Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und unsere Umwelt. In der Debatte über ‚Made in Europe‘ muss der Aufbau grüner Leitmärkte eine viel stärkere Rolle spielen als von der Kommission vorgesehen“, sagt Lisa Okken, Industrieexpertin beim WWF Deutschland.

Zusätzlich braucht es einen starken Emissionshandel, damit der Durchbruch sauberer Produkte gelingt und der Investitionsanreiz in den nachhaltigen Industrieumbau weiter besteht. Im Rahmen der bevorstehenden Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems in diesem Jahr ist es daher entscheidend für die industrielle Zukunft und intakte Natur Europas, dass dieses zentrale Instrument der EU-Klimapolitik nicht verwässert wird.

„Auch für Deutschland wäre es eine Chance für die Umwelt und die Wirtschaft, in grüne Märkte zu investieren. Leider hat die Bundesregierung bisher versäumt, den Aufbau grüner Märkte gesetzgeberisch anzustoßen. Umso wichtiger ist es, den Aufbau grüner Märkte beim Vergabebeschleunigungsgesetz auszugestalten. Ein Abbau von Umwelt- und Klimastandards, wie sie aktuell immer wieder eingebracht werden, hilft der Wettbewerbsfähigkeit nicht, sondern schadet dem Standort Europa“, so Okken. „Genehmigungen zu beschleunigen ohne Rücksicht auf Verluste wäre fatal.“

Zum Hintergrund:

Noch sind die energieintensiven Industrien in der EU (inklusive Stahl, Zement, Chemie, Papier und Aluminium) für 19 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Umso wichtiger ist hier der Wandel weg von schädlichen fossilen Praktiken zu zukunftsfähigen Alternativen.  

Ein Hintergrundpapier zu den Anforderungen an den IAA finden Sie hier: https://wwfeu.awsassets.panda.org/downloads/iaa-recommendations.pdf

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Lea Vranicar

Pressesprecherin

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