Berlin, 05.05.2026: Angesichts aktueller Waldbrände in Deutschland warnt der WWF vor einer neuen Dynamik der Waldbrandgefahr auch in Regionen, die bislang nicht als klassische Risikogebiete galten. Die fortschreitende Erderhitzung verschiebe und verschärfe die Gefahrenlage deutlich. Besonders die Kombination aus anhaltender Trockenheit, steigenden Temperaturen und anfälligen oder geschwächten Wäldern führe dazu, dass sich das Risiko räumlich ausbreitet.
„Die aktuellen Waldbrände zeigen deutlich, dass sich auch Bayern zunehmend in Richtung eines Hochrisikogebiets entwickelt. Bislang war in Deutschland vor allem der Nordosten anfällig, doch die Kombination aus häufigeren Hitze- und Dürreperioden sowie anfälligen Nadelholzbeständen führt dazu, dass sich die Gefahr regional ausweitet. Was wir derzeit erleben, ist kein Ausnahmeereignis mehr, sondern ein deutliches Warnsignal für die Entwicklung der kommenden Jahre: In Bayern steigt das Risiko für größere und intensivere Waldbrände spürbar an. Umso dringender ist es, Wälder klimaresilient zu bewirtschaften und Prävention konsequent zu stärken“, sagt Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland.
Die WWF-Studie „Feuerkompass – Waldbrände in Deutschland“ zeigt, dass insbesondere die extremen Hitze- und Dürrejahre 2018, 2019 und 2022 die Waldbrandgefahr auf Rekordwerte getrieben haben. In diesen Jahren brannten jeweils mehr als 2.000 Hektar Waldfläche – so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch 2023 lag die verbrannte Fläche mit 1.240 Hektar deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Während sich die Feuer bislang vor allem auf Brandenburg und andere nordostdeutsche Bundesländer konzentrierten, nimmt die Gefahr durch klimatische Veränderungen inzwischen bundesweit zu.
Ein entscheidender Faktor ist die Struktur der Wälder: Mehr als zwei Drittel der verbrannten Flächen entfallen auf Nadelwälder, die aufgrund ihrer trockeneren Standorte und leicht entzündlichen Biomasse besonders anfällig sind. Gleichzeitig begünstigen längere Trockenperioden und höhere Temperaturen die Entzündlichkeit der Wälder und verlängern die Zeiträume mit hoher Brandgefahr.
WWF fordert konsequenten Waldumbau und stärkere Prävention
Um der steigenden Gefahr zu begegnen, fordert der WWF einen grundlegenden Kurswechsel in der Waldpolitik. Zentral ist der Umbau von anfälligen Nadelholzbeständen hin zu naturnahen, strukturreichen Laubmischwäldern. Diese sind deutlich weniger brandanfällig, da sie ein feuchteres Mikroklima aufweisen und die Ausbreitung von Feuer bremsen. Gleichzeitig betont der WWF, dass ohne wirksamen Klimaschutz die Waldbrandgefahr weiter zunehmen wird.