- Pressebilder der Aktion vorm Bundeskanzleramt: https://medien.wwf.de:5051/sharing/9gnlBip0X
- Forderungen der WWF Jugend an Bundesregierung und Bundestag: Natur schützen statt abbauen! Hände weg vom Naturschutz! - WWF Jugend
Berlin, den 21.05.2026: Die Bundesregierung höhlt in großem Umfang Umwelt- und Naturschutzgesetze aus. Gleichzeitig treibt sie auf europäischer Ebene die Abschwächung zentraler Natur- und Umweltschutzinstrumente mit voran. Dagegen protestierte die WWF Jugend zusammen mit dem WWF Deutschland heute vor dem Bundeskanzleramt. Die WWF-Jugendlichen stellten dar, wie Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil ein rund drei Meter hohes Kartenhaus aus bedrohten europäischen Tierarten zum Einsturz brachten. „Die Bundesregierung greift den Naturschutz an, die Basis für unsere Zukunft. Wir sagen: Hände weg von der Natur, denn Naturschutz ist Generationengerechtigkeit“, so Felicia Engel, Sprecherin der WWF Jugend. „Vor allem junge Menschen müssen mit den Entscheidungen von heute in den kommenden Jahren leben. Wir haben ein Recht auf eine zukunftsfähige Politik.“
Mit dem Infrastrukturzukunftsgesetz wird das bewährte Prinzip ausgehebelt, dass es für Flächenverbrauch einen Flächenausgleich geben muss. Durch das Gesetz werden künftig selbst Parkplätze wichtiger als der Schutz unserer Lebensgrundlagen. Gleichzeitig will die Bundesregierung mit Veränderungen im Umweltrechtsbehelfsgesetz Klagen durch Umweltverbände erschweren. Und auf europäischer Ebene unterstützt sie den Ruf nach Abbau von Standards, zum Beispiel beim Schutz von Grundwasser und Gewässern.
Die WWF Jugend protestierte bewusst am Natura 2000-Tag (21. Mai) und einen Tag vor dem Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22.Mai): „Am Natura 2000-Tag feiert die Europäische Union ihr einzigartiges zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten. Aber gleichzeitig zerstören Mitgliedsstaaten wie Deutschland zusammen mit der EU-Kommission den Schutz der biologischen Vielfalt inner- und außerhalb von Schutzgebieten. Das ist zynisch und zukunftsfeindlich“, sagt WWF-Europapolitik-Expertin Ska Keller.
Weitere Informationen:
Pressekontakt WWF: Wiebke Elbe, Pressestelle WWF, Tel.: 030 311 777 219, Mobil: +49 151 18854950, wiebke.elbe@wwf.de
Hintergrund:
Europas Natur steht am Scheideweg. Die EU-Kommission schwächt auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorgehen an zentralen Punkten. Mit der Kampagne „HandsOffNature“ fordert der WWF gemeinsam mit einem breiten europäischen Bündnis stattdessen den Erhalt und eine konsequente und ambitionierte Umsetzung dieser Gesetze. Koordiniert wird die Kampagne von WWF, BirdLife, ClientEarth und dem European Environmental Bureau (EEB).
Der 21. Mai ist "Europäischer Natura-2000 Tag". Damit würdigt die EU das einzigartige zusammenhängende Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union.
Der 22. Mai ist der "Internationale Tag der biologischen Vielfalt" der UNESCO. Im Jahr 1992 wurde an diesem Tag das Übereinkommen über die Erhaltung der biologischen Vielfalt verabschiedet.