Wilderei, Abholzung und Lebensraumverlust bedrohen insbesondere den Bärennachwuchs. Besonders schlimm ist die Situation in Rumänien: Wilderer stellen den Elterntieren nach, und Waldarbeiter treiben mit ihren kreischenden Motorsägen die Bärenmütter in die Flucht. Zurück bleiben die hilflosen Jungen, die ohne ihre Mutter keine Chance zum Überleben haben. Die verwaisten Bärenjungen werden aufgelesen und in die Auffangstation in Rumänien gebracht, wo sie fast wie in freier Natur aufwachsen.

Es ist eine einzigartige Methode, denn der Kontakt zu Menschen ist beschränkt auf das unbedingt notwendige Maß – nur so können die Tiere später wieder in Freiheit leben. Die kleinen Bären lernen in Gruppen von Gleichaltrigen alles, was sie zum Leben brauchen. Sobald die Bären stark genug sind, werden sie in die Wildnis entlassen.

2019 und 2020 waren für das Team des Bären-Waisenhauses ein Auf und Ab: 2019 gelangte ein erwachsener Bär in das Gehege und tötete vier der 18 Bärenkinder. Vergangenes Jahr stürzte die für die Arbeit so wichtige Drohne ab und konnte noch nicht ersetzt werden. Außerdem zogen im Laufe des Jahres zwölf neue Bären-Waisen ins Waisenhaus – nicht alle überlebten. Doch bei all den Rückschlägen: Die Arbeit des Waisenhauses ist ungeheuer wichtig für die Braunbären – und sie ist erfolgreich: Die verbliebenen Jungbären aus dem Jahr 2019 verließen das Waisenhaus und durchstreifen nun die Wälder Rumäniens. 

Um weiter bestehen zu können, braucht die Auffangstation Unterstützer:innen wie Sie.

Das Jahr 2020 brachte elf Bären-Waisen

Das vergangene Jahr brachte nicht nur Reparaturen und Auswilderungen mit sich, auch neue Bärenkinder zogen ein. Der erste kleine Bär kam im Mai ins Waisenhaus, er wurde in Balan – einer Stadt ganz in der Nähe des Waisenhauses – im Obstbaum eines Gartens entdeckt. Der kleine Bär war sehr dünn und dehydriert, aber insgesamt in sehr gutem Zustand; er hat sich im Waisenhaus schnell erholt.

Bis August 2020 kamen weitere zehn junge Bären an:

  • Zwei etwa drei Monate alte Bären-Brüder wurden von Waldarbeitern einige Tage in der Nähe einer Waldhütte beobachtet – von der Mutter fehlte jede Spur, weshalb sie schließlich ins Waisenhaus gebracht wurden.
     
  • Zwei weitere, etwa drei bis vier Monate alte Bären erreichten das Waisenhaus, nachdem sie sich auf einen Baum geflüchtet hatten, während die Mutter in einen Kampf mit einem anderen Bär verwickelt war. Ein weiteres Bärenjunges starb bei der Auseinandersetzung. Die Mutter floh und kehrte nicht wieder zurück.
     
  • Zwei weitere, ebenfalls drei bis vier Monate alte Bärengeschwister wurden von Rangern in einem Waldgebiet fünf Tage in Folge ohne Mutter beobachtet. Nach dieser Zeit wurde das Waisenhaus eingeschaltet und die Bären konnten gerettet werden.
     
  • Zwei etwa vier bis fünf Monate alte Bären wurden einige Tage ohne Mutter in der Nähe eines Dorfes gesichtet und schließlich von lokalen Behörden eingefangen und an das Waisenhaus übergeben.
     
  • Auch ein weiteres, etwa vier bis fünf Monate altes Bären-Mädchen wurde mehrfach ohne Mutter in einem Dorf gesehen. Auch hier schritten die Behörden ein und fingen das Tier ein. Es wurde sofort einem Tierarzt vorgestellt und dann zum Waisenhaus gebracht.
     
  • Der elfte Bär, ebenfalls vier bis fünf Monate alt, wurde im Juli ins Waisenhaus gebracht.