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Kreislaufwirtschaft wirtschaftlich machen

Neue Bewertungsansätze für Unternehmen
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Stand: 30.09.2026

Zirkuläre Geschäftsmodelle schaffen wirtschaftlichen Wert, der in klassischen Business Cases häufig nicht erfasst wird. WWF Deutschland und Quantis zeigen, wie Unternehmen diese Lücke schließen können.

Viele Unternehmen erproben bereits zirkuläre Geschäftsmodelle – von Rücknahme und Reparatur über Wiederaufbereitung bis hin zu Product-as-a-Service. Doch der Schritt vom Pilotprojekt zur Skalierung bleibt eine zentrale Herausforderung.

Ein Grund liegt in der Investitionsbewertung: Klassische Business Cases erfassen direkte Kosten und Erlöse, bilden aber nicht immer alle wirtschaftlich relevanten Effekte zirkulärer Geschäftsmodelle ab. Genau hier setzt der neue Bericht „Zirkuläre Geschäftsmodelle fundiert bewerten. Kreislaufwirtschaft im Business Case ganzheitlich abbilden – ein Framework für bessere Investitionsentscheidungen“ von WWF Deutschland und Quantis an.

Warum Circular Economy Projekte heute oft falsch bewertet werden

Unternehmen nutzen etablierte Bewertungs- und Entscheidungslogiken für Investitionen (z. B. Business Cases, Kapitalallokation), die stark auf kurzfristige finanzielle Kennzahlen ausgerichtet sind. Zentrale Werttreiber zirkulärer Geschäftsmodelle bleiben dabei oft unberücksichtigt:

  • Mehrfache Erlöse über den Lebenszyklus
  • Material- und Restwerte
  • Resilienz gegenüber Krisen und Preisvolatilität
  • Strategische Wettbewerbsvorteile
  • Kosten des Nicht-Handelns

Dadurch erscheinen zirkuläre Investitionen oft weniger attraktiv, als sie tatsächlich sind.

10 zirkuläre Werttreiber und ein Weg in den bestehenden Business Case

Im Zentrum des Frameworks stehen 10 zirkuläre Werttreiber. Sie beschreiben wirtschaftlich relevante Effekte in drei Dimensionen: Risiko & Resilienz, Strategie & Wettbewerbsfähigkeit sowie Organisation & Ökosystem. Dazu zählen beispielsweise Preisvolatilität, Lieferkettenresilienz, regulatorische Übergangsrisiken, Kundenbindungsdauer sowie operative Lern- und Skaleneffekte.

Das Framework hilft Unternehmen dabei, die für eine konkrete Investition relevanten Werttreiber zu identifizieren und – wo möglich – zu quantifizieren. Dabei geht es nicht um einen zusätzlichen Nachhaltigkeits-Business-Case, sondern darum, wirtschaftlich relevante zirkuläre Wertbeiträge in bestehende Investitionsentscheidungen zu integrieren.

Von der Analyse zur Investitionsentscheidung

Der Bericht bietet einen dreistufigen Prozess zur Umsetzung: analysieren, identifizieren & priorisieren und integrieren. So können Finance- und Sustainability-Teams relevante Circular Value Drivers auswählen, bewerten und in bestehende Business Cases und Entscheidungsprozesse einbeziehen.

Am Beispiel eines fiktiven Kompressorherstellers, der die Einführung eines Remanufacturing-Programms prüft, zeigt der Bericht, wie sich das Framework konkret anwenden lässt.

Projektpartner

Das Projekt ist ein Kooperationsvorhaben von WWF Deutschland und Quantis.

Quantis BCG Logo
Quantis BCG Logo

Quantis ist eine 2006 gegründete, globale Nachhaltigkeitsberatung, die Organisationen dabei unterstützt, ihre Nachhaltigkeitsambitionen in messbaren Unternehmenswert zu übersetzen.

Mit Wurzeln in den Umweltwissenschaften und einem datengetriebenen Ansatz verbindet Quantis fundierte technische Expertise mit strategischem Know-how, um Nachhaltigkeit in die Strategie, die operativen Prozesse und die Unternehmensleistung zu integrieren.

Als branchen- und regionsübergreifend tätiges Unternehmen bietet Quantis Lösungen, die die Profitabilität verbessern, Risiken reduzieren, die Effizienz steigern und Innovation vorantreiben. Als Teil von BCG beschleunigt und skaliert Quantis diese Lösungen über Organisationen und Wertschöpfungsketten hinweg.

Das Framework kennenlernen und diskutieren

Am 22. Oktober von 11:00 bis 12:00 Uhr stellen WWF Deutschland und Quantis die zentralen Ergebnisse und das Framework in einem Live-Webinar vor.

Wir zeigen, wo konventionelle Investitionsbewertungen bei zirkulären Geschäftsmodellen an Grenzen stoßen, wie die Circular Value Drivers funktionieren und wie Unternehmen das Framework auf konkrete Investitionsentscheidungen anwenden können.

Quantis und WWF Deutschland freuen sich außerdem über Rückmeldungen von Unternehmen, die das Framework anwenden, seine Annahmen in der Praxis testen und zu seiner Weiterentwicklung beitragen möchten. Bitte melden Sie sich bei: kai.schwehm@wwf.de

Rebecca Tauer © Daniel Seiffert / WWF
Rebecca Tauer © Daniel Seiffert / WWF

Kontakt

Rebecca Tauer

Teamleiterin Circular Economy / Bereich Transformation Politik & Wirtschaft / WWF Deutschland