Start der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden

Anlässlich der Nationalen Maritimen Konferenz, die am 29. und 30. April in Emden tagt, macht der WWF darauf aufmerksam, dass gesunde Meere ein wichtiger Sicherheitsaspekt sind. Die Sicherheit der maritimen Infrastruktur ist für das Funktionieren von Staat und Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig brauchen wir auch intakte Meere und Küsten als natürliche Infrastruktur. Deshalb gehört der Schutz der Meere in eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie.  

„Aktuell wird die Sicherheit maritimer Infrastrukturen exklusiv für Telekommunikations- und Stromkabel sowie für Windenergie-, Schiffbau- und Hafenanlagen diskutiert“, so Karoline Schacht, Meeresschutzexpertin beim WWF Deutschland. „Dabei sollte klar sein, dass die infrastrukturellen Leistungen resilienter Meere, nämlich CO2-Speicherung, Temperaturregulierung sowie Beiträge zu Ernährungssicherheit und Küstenschutz, auch grundlegend sind für die maritime Wirtschaft.” 

Der WWF fordert angesichts der verschärften geopolitischen Herausforderungen, den Zusammenhang zwischen Natur und Sicherheit deutlich stärker zu betonen. „Maritime Sicherheit und Meeresschutz sollten sich ergänzen“, so Schacht. „Dafür muss eine integrierte Sicherheitsstrategie den Meeresschutz, seine Ziele und Maßnahmen mit abbilden.” 

Konkret bedeutet dies, dass die Umweltauswirkungen von wirtschaftlichen und militärischen Aktivitäten unbedingt berücksichtigt und abgewogen werden. Es ist wichtig, dass die Resilienz der Meere gegenüber den vielseitigen Belastungen und der Klimakrise gestärkt und der beschleunigte Verlust an mariner Biodiversität aufgehalten wird. Dafür müssen beispielsweise Meeresschutzgebiete unangetastet bleiben.   

Dieser Punkt ist aus Sicht des Meeresschutzes schon in naher Zukunft entscheidend. Dann könnten erste Projekte zur Deponierung von Kohlendioxid im Meeresboden genehmigt und die dafür benötigten Leitungen verlegt werden. „Was dann im überragenden öffentlichen Interesse geplant, errichtet und als kritische Infrastruktur eingestuft wurde, kann leider auch durch Schutzgebiete führen”, erläutert Karoline Schacht. „Doch bislang ist völlig unklar, mit welchen Sicherungsmaßnahmen diese Installationen dann geschützt werden und inwieweit diese Maßnahmen mit den Schutzgebieten und ihrem Auftrag kollidieren könnten.” 

Auf dem Weg zu mehr Sicherheit und Resilienz an den deutschen Küsten betont der WWF außerdem die Notwendigkeit einer echten Kooperation der Seehäfen. Einerseits könnte durch den effizienten Einsatz von finanziellen Mitteln wirkungsvoller investiert werden. Andererseits würde durch die Bündelung von Infrastrukturmaßnahmen die Natur geschont und Steuerzahler vor unnötigen Ausgaben bewahrt. 

Konzepte für die strukturelle und räumliche Kooperation zwischen maritimer Sicherheit und Meeresschutz sollten künftig dafür sorgen, dass beide Seiten ihre gesamtgesellschaftlichen Aufgaben erfüllen können. Wenn das gelingt, wäre es ein zukunftsweisender Impuls aus Deutschland für die internationalen Partner. 
 

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Kontakt

Freya Duncker

Pressesprecherin

Meeresschutz und Biodiversität / Hamburg

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz

  • Korallen (Indonesien) © GettyImages Meeresschutz - ohne Meer kein Leben

    Unser Planet ist blau – die Meere bedecken rund 70 Prozent der Erdoberfläche und sind von entscheidender Bedeutung für uns Menschen. Mehr zu Meere & Küsten