Berlin, den 11.03.2026: Graue Infrastruktur, wie Autobahnen, Bahnstrecken oder auch LKW-Stellplätze, soll mit großer Geschwindigkeit vorangetrieben werden. Die Bundesregierung hat hierzu mit dem Entwurf des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes zur Planungsbeschleunigung eine wahre Flächenfräse vorgelegt.
Nun hat Bundesumweltminister Schneider beim Deutschen Naturschutztag in Berlin erste Eckpunkte für ein „Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur“ skizziert, mit dem die natürliche Infrastruktur, also das Netzwerk von Schutzgebieten deutlich gestärkt werden soll.
Dazu sagt Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutschland:
„Nachdem die Bundesregierung in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, dass sie Natur- und Klimaschutz als Schutz unsere zentralen Lebensgrundlagen nicht ernst nimmt, ist dieser Entwurf ein Hoffnungsschimmer. Wir erwarten jetzt, dass Bundesregierung und Bundestag schnellstmöglich den Weg frei machen für dieses Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur.
Was der Bundesumweltminister vorschlägt, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Naturräume und Artenvielfalt sind das Fundament, auf dem wir Menschen leben und sind essenziell für eine funktionierende Wirtschaft. Es geht um das Gemeinwohl und das erkennt der Entwurf an.
Carsten Schneider hat Recht, wenn er auch für Projekte, die unsere Natur stärken, das überragende Öffentliche Interesse einfordert. Das Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur soll genau hier ansetzten. Damit macht der Umweltminister deutlich, dass Schutzgebiete, eine naturnahe Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen oder der Auen- und Flussschutz nicht weniger wichtig sind als Infrastruktur aus grauem Beton. Nur so kann der zu erwartende drastische Flächenfraß, der durch die Beschleunigung von grauer Infrastruktur entsteht, abgefedert werden.“