Neue Koordinierungsstelle zur Transformation der Fischerei in Nord- und Ostsee nimmt in Hamburg die Arbeit auf

 

In Hamburg wird heute die Eröffnung der neu geschaffenen „Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei“ (IKTF) gefeiert. Sie soll als zentrale Anlaufstelle für die Küstenfischerei und alle am Transformationsprozess beteiligten Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft und Umweltverbänden dienen. Der WWF Deutschland begrüßt das neue Gremium als wichtigen Taktgeber für den nötigen Wandel in der deutschen Fischerei.

„Ohne gesunde Meere gibt es keine zukunftsfähige Fischerei. Für beides muss dringend etwas getan werden. Wir setzen unsere Hoffnung darauf, dass mit der IKTF der wichtige Dreh -und Angelpunkt entstanden ist, um den nötigen Wandel im Fischereisektor auch umzusetzen“, sagt Catherine Zucco, Expertin für Meeresschutz und Fischerei beim WWF Deutschland. Deutschland investiere im Rahmen der IKTF viel Geld in den Aufbau einer zukunftsfesten Fischerei. Daher erwarten die Umweltschützer:innen, eine zügige Umsetzung der Empfehlungen aus der Zukunftskommission Fischerei (ZKF), die die Erholung der Meeresnatur und Fischpopulationen ermöglichen.

 „Die aktuelle Krise der deutschen Fischerei wurde durch Überfischung, einen verschwenderischen Umgang mit beigefangenen Meerestieren und die Zerstörung wertvoller Lebensräume am Meeresboden mitverursacht. Daraus müssen wir lernen. Die schwierige Situation der Fischerei lässt sich nur verbessern, wenn gleichzeitig die ökologischen und naturschutzrechtlichen Probleme gelöst werden“, erläutert Zucco.  Umso wichtiger sei eine paritätische Besetzung der IKTF-Gremien aus Umwelt und Fischerei. Gerade die Umwelt- und Naturschutzbehörden in den Küstenbundesländern und auf Bundesebene sollten neben den Fischereibehörden an der Umsetzungsarbeit der IKTF beteiligt sein. Denn für die nötige Neuausrichtung der Fischerei müssen Naturschutz und Fischerei eng verzahnt zusammenarbeiten.

Letztlich sind die Naturschutz- und Umweltbehörden verantwortlich dafür, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa geeignete Gebiete als fischereifrei auszuweisen und so faktische Ruhezonen innerhalb von Schutzgebieten zu schaffen.

Ein aktuelles Beispiel sei die Krabbenfischerei, die zum großen Teil im als Nationalpark geschützten Wattenmeer stattfindet. Für das Niedersächsische Wattenmeer hat der WWF kürzlich seinen Vorschlag für fischereifreie Gebiete  vorgelegt, wonach gut 50 Prozent der derzeit befischten Nationalparkbereiche künftig der Natur vorbehalten bleiben sollen. Für das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer war ein vergleichbarer Dialogprozess im Sommer ohne Ergebnis zum Ende gegangen. Nun besteht Hoffnung, dass die IKTF hier neuen Schwung bringt.

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Kontakt

Britta König

Pressesprecherin

Meeresschutz und Plastikmüll / Hamburg

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz