WWF Jugend: Kartenhaus-Stunt in Straßburg

Hände weg von der Natur – Naturschutz ist Generationengerechtigkeit

Stand: 14.09.2026

WWF Jugend protestiert in Straßburg gegen breiten Angriff der EU-Kommission auf Naturschutz

Straßburg/Berlin, den 14.09.2026: Die Europäische Kommission hat in großem Umfang Änderungen zu Umwelt- und Naturschutzgesetzen vorgeschlagen oder in Planung. Sie könnten diese Gesetze massiv aushöhlen. Auch Mitgliedsstaaten wie Deutschland treiben die Abschwächung zentraler Natur- und Umweltschutzinstrumente auf europäischer Ebene voran. Dagegen protestierte die WWF Jugend zusammen mit dem WWF Deutschland heute vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Ein rund drei Meter hohes Kartenhaus aus europäischen Tierarten wie Schweinswal, Luchs oder Eisvogel wurde mit dem Einsturz bedroht – so wie es die Politik auf EU- und Bundesebene tut. Außerdem übergaben die Jugendlichen Forderungen an EU-Kommission und Europaabgeordnete.

„Die EU-Kommission greift mit Unterstützung einiger Mitgliedsstaaten die Natur an, die Basis für unsere Gesundheit und Sicherheit ist. Wir sagen: Hände weg von der Natur, denn Naturschutz ist Generationengerechtigkeit“, so Felicia Engel, Sprecherin der WWF Jugend. „Vor allem junge Menschen müssen mit den Entscheidungen von heute in den kommenden Jahren leben. Wir haben ein Recht auf eine zukunftsfähige Politik.“

Mit dem Umwelt-Omnibus will die EU-Kommission aktuell unter anderem Verwässerungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren durchsetzen. Zusätzlich rüttelt sie an der Wasserrahmenrichtlinie, der Vogelschutzrichtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Dazu hat sie jeweils sogenannte „Revisionen“ der Richtlinien gestartet – was im aktuellen politischen Klima auf geplante Abschwächungen schließen lässt.  

Die WWF Jugend protestierte bewusst wenige Tage vor der Rede zur Lage der Union (SOTEU) von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: „Die EU-Kommission hat selbst ermittelt, dass Naturschutz uns Ökosystemleistungen im Wert von 234 Milliarden Euro sichert. Eine intakte Natur ist unser aller Lebensgrundlage und Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Wenn die die EU-Kommission dennoch an wichtigen Umwelt- und Naturschutzgesetzen sägt, dann sägt sie am Ast, auf dem wir alle sitzen. Ursula von der Leyen muss umsteuern“, sagt WWF-Europapolitik-Expertin Ska Keller.

Hintergrund:
Europas Natur steht am Scheideweg. Die EU-Kommission schwächt auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorgehen an zentralen Punkten. Mit der Kampagne „HandsOffNature“ fordert der WWF gemeinsam mit einem breiten europäischen Bündnis stattdessen den Erhalt und eine konsequente und ambitionierte Umsetzung dieser Gesetze. Koordiniert wird die Kampagne von WWF, BirdLife, ClientEarth und dem European Environmental Bureau (EEB).

 

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Kontakt

Wiebke Elbe

Pressesprecherin

Agrarrohstoffe, Biodiversität und Bergbau / Berlin