Seit Oktober 2020 unterstützt Evonik als Sponsor ein WWF-Projekt zur nachhaltigen Entwicklung der Region Tabin auf der Insel Borneo. Zu dem auf fünf Jahre angelegten Projekt kam im Januar 2023 ein weiteres Projekt in West-Kalimantan, dem indonesischen Teil der Insel, hinzu.

Mit diesem Engagement will das Spezialchemieunternehmen den nachhaltigen Anbau von Palmöl fördern und so Entwaldung und Flächenumwandlung in der eigenen Palmöllieferkette entgegenwirken.

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt und beheimatet eine einzigartige Artenvielfalt. Neben Säugetieren wie Orang-Utans leben hier auch hunderte Vogel-, Amphibien- und Fischarten. Der Wald auf Borneo gehört zu den wichtigsten Regenwaldgebieten der Erde, doch in den letzten Jahrzehnten ist die Entwaldung immer weiter vorangeschritten. In zwei Projekten unterstützt Evonik den WWF dabei, diese Entwicklung aufzuhalten. Das Sponsoring der beiden Projekte erfolgt im Schulterschluss mit der Beiersdorf AG, die Palmkernölderivate von Evonik bezieht.

WWF-Projekt im indonesischen West Kalimantan

Arbeiter:innen auf Palmöl-Plantage © Aaron Gekoski / WWF US
Arbeiter:innen auf Palmöl-Plantage © Aaron Gekoski / WWF US

West Kalimantan, der indonesische Teil der Insel Borneo, ist für den WWF von hoher Priorität. Denn Großindustrien aus dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft, aber auch Kleinbäuerinnen und Kleinbauern roden Naturwald, um neue Palmölplantagen anzulegen.  

Von 2018 bis 2022 haben der WWF und Beiersdorf mit rund 240 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den drei Dörfern Seberu, Sungai Sena und Pala Kota, im Distrikt Kapuas Hulu, zusammengearbeitet. Die Arbeit zielte darauf, eine weitere Entwaldung zu verhindern, den Anbau von nachhaltigem Palmöl zu fördern sowie die Lebensstandards der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und ihrer Familien zu verbessern.    

In einer zweiten Projektphase, die von 2022 bis 2026 läuft, setzt der WWF die bisherige Arbeit in Kapuas Hulu fort. Ziel ist es, mindestens 200 Mitglieder des Verbands der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern „Mitra Bersama“ mit einer Fläche von insgesamt etwa 300 Hektar Land nach dem Standard des „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) zertifizieren zu lassen. Ein weiteres Ziel ist, den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern einen direkten Marktzugang zu einer Palmölmühle zu ermöglichen. Dabei kann auf den in der ersten Phase erreichten Zielen aufgebaut werden.    

Die Unterstützung eines Projekts zur Zertifizierung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ist für Evonik ein weiterer Baustein, um Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette von Palmkernölderivaten umzusetzen. Eine langfristige Vision von Evonik ist es, Palmkernölderivate für seine Produkte direkt aus der Projektregion zu beziehen.

WWF-Projekt in der Tabin-Region Malaysias

Elefanten in Sabah, Borneo, Malaysia © Chris J Ratcliffe / WWF UK
Elefanten in Sabah, Borneo, Malaysia © Chris J Ratcliffe / WWF UK

Das Naturschutzgebiet Tabin im malaysischen Bundesland Sabah auf der Insel Borneo wurde 1984 gegründet. Heute leben dort noch rund 1.200 Orang-Utans, etwa 350 Elefanten und weniger als 50 Bantengs – eine wilde Rinderart. Das Gebiet beheimatet zudem den sehr seltenen Sunda-Nebelparder.

Die Region wird von Dörfern, kleinen und mittelgroßen Farmen, aber auch von industriellen Palmölplantagen geprägt. Mit dem „Sabah Landscapes Programme“ verfolgt der WWF einen Landschaftsansatz, um die fortschreitende Entwaldung, das Trockenlegen von Torfgebieten sowie soziale Ausbeutung zu verhindern. Das Programm setzt drei zentrale Schwerpunkte. Diese sind eingebettet in das offizielle politische Ziel der Regierung von Sabah, bis 2025 die Palmölproduktion zu 100 Prozent nach dem RSPO-Standard zertifizieren zu lassen sowie 30 Prozent der Landesfläche als geschützten Wald zu erhalten.

  • Protect: Schutz der heimischen Wälder und ihrer Artenvielfalt 
  • Produce: nachhaltigere Produktion von Palmöl
  • Restore: Wiederherstellung von degradierten Flächen als ökologische Korridore 

Der erste Schwerpunkt des Projektes liegt darauf, eine Ausweitung des Palmölanbaus zu verhindern, heimische Tierarten vor dem Verlust ihres Lebensraums zu bewahren und Mensch-Tier-Konflikte einzudämmen. Als ein zweiter Schwerpunkt umfasst das Programm die Unterstützung mittelgroßer Farmer:innen bei der Umstellung ihrer Palmölproduktion auf den RSPO-Standard. Ein dritter Schwerpunkt ist darauf gerichtet, Tabin mit dem im Süden liegenden Silabukan-Schutzgebiet durch einen ökologischen Korridor zu verbinden, um Wanderbewegungen von Borneo-Elefanten, Bantengs sowie Orang-Utans zu ermöglichen.

Transformative Ziele und Maßnahmen als Voraussetzung für das Sponsoring

Die Zusammenarbeit zwischen dem Spezialchemieunternehmen und dem WWF ist an zwei Voraussetzungen geknüpft: Zum einen verpflichtet sich Evonik dem Ziel entwaldungsfreier Lieferketten und setzt ein entsprechendes Maßnahmenbündel dahinter, wie beispielsweise den Eintritt in die „Action for sustainable Derivatives“.  

Evonik bekennt sich zu den Beschlüssen des Pariser Klimaabkommens. Im Zeitraum von 2021 bis 2030 wollen wir unsere Scope 1- und 2-Emissionen um 25 Prozent reduzieren. Dies steht im Einklang mit dem Ziel „well below 2°C“ der Science Based Targets Initiative (SBTi), zu der wir uns verpflichtet haben. Unsere SBTi-Verpflichtung von -2°C gilt für die Scope-3-Emissionen. Bis 2050 will Evonik klimaneutral sein.

Die gemeinsamen Feldprojekte sind ein wichtiger und notwendiger Schritt für Evonik, um die selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Über die Evonik Industries AG

Evonik ist ein weltweit führendes Unternehmen der Spezialchemie. Der Konzern ist in über 100 Ländern aktiv und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von 13,1 Mrd. € und einen Gewinn (bereinigtes EBITDA) von 2,15 Mrd. €. Dabei geht Evonik weit über die Chemie hinaus, um den Kunden innovative, wertbringende und nachhaltige Lösungen zu schaffen. Mehr als 32.000 Mitarbeiter verbindet dabei ein gemeinsamer Antrieb: Wir wollen das Leben besser machen, Tag für Tag.

  • Orang Utan mit Nachwuchs © naturepl.com / Anup Shah / WWF Arten- und Klimaschutz auf Borneo und Sumatra

    Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt, Sumatra die sechstgrößte. Dort am Äquator wachsen die letzten großen Regenwälder Südostasiens. Weiterlesen ...

  • Palmfrüchte © Jürgen Freund / WWF Informationen zum Thema Palmöl

    Etwa jedes zweite Supermarktprodukt enthält Palmöl. Es findet sich in Nutella & Co., Tütensuppen, Cremes, Waschmitteln, Lippenstift und Keksen - und natürlich im Biosprit. Weiterlesen ...

Jana Flommersfeld

Head of Market Communications Care Solutions / Evonik Industries AG

Antje Rosin

WWF Deutschland