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Stand: 05.12.2017

Die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten

Es sind längst nicht nur Tiger und Panda: Die Aktualisierung der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Dezember 2017 weist inzwischen 25.821 von 91.523 untersuchten Tier- und Pflanzenarten als bedroht aus.

Erstmals gilt die Schneeeule als „gefährdet“. Dies gilt auch für die auf Helgoland brütende Dreizehenmöwe. Gleich drei Reptilienarten von den Australischen Weihnachtsinseln, ein Gecko und zwei Skink-Arten gelten nun als in freier Wildbahn ausgestorben. Der Irawadi-Delfin und der Glattschweinswal wurden als gefährdet eingestuft – und das ist nur eine kleine Auswahl.

Die Gefahr für viele Arten steigt

Unsere Ernährung ist bedroht

Die Weltnaturschutzunion IUCN legt mit der aktualisierten Roten Liste besonderes Augenmerk auf die Bedrohung der wilden Verwandten von Reis, Weizen oder Yams. Ihnen mangelt es inzwischen an Platz zum Überleben. Vielerorts werden ihre natürlichen Lebensräume in Äcker umgewandelt oder durch zu intensive Beweidung zerstört. Zudem leiden auch sie unter viel zu viel Düngemittel und Pestizide.

„Ein übermäßiger Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie der fortschreitende Landnutzungswandel bedroht auch die Ernährung von morgen“, sagt Christoph Heinrich, WWF-Vorstand Naturschutz. „Wir nehmen uns den Spielraum, wichtige Pflanzen durch Forschung und Züchtung gegen immer extremer werdende klimatische Bedingungen zu wappnen.“ Zukünftigen Generationen fehlten somit möglicherweise wichtige Optionen, um die Welternährung zu sichern.

Die Schlussfolgerungen sind für den WWF klar: Die Landwirtschaft der Zukunft muss raus aus ihrer starken Abhängigkeit von wenigen Pflanzensorten, künstlichen Düngern und synthetischen Pflanzenschutzmitteln von Monsanto, Bayer und Co.

Was ist die Rote Liste der IUCN?

Die Rote Liste ist ein Indikator für den Zustand der Biodiversität. Herausgegeben wird die Rote Liste in regelmäßigen Abständen von der Weltnaturschutzunion IUCN.

Für die Erstellung Roter Listen werten Experten auf wissenschaftlichen Grundlagen alle relevanten und zugänglichen Daten aus. Die Darstellung in Gefährdungskategorien stellt die komprimierteste Form der naturwissenschaftlichen Analyse dar.

Nationale Rote Listen

Neben der internationalen gibt es in anderen Ländern auch nationale Rote Listen. In Deutschland existieren neben der bundesweiten Roten Liste sogar einzelne Listen der Bundesländer. Außerdem werden in Deutschland Pflanzen, Tiere, Biotoptypen und Pflanzengesellschaften in getrennten Listen geführt. Insgesamt sind im Bundesgebiet bislang fast 40.000 Tier- und Pflanzenarten bewertet worden. Über ein Viertel davon gilt als bedroht, beziehungsweise ausgestorben.

Mehrere tausend Arten sterben jedes Jahr

Der Verlust der Artenvielfalt stellt heute eine der schlimmsten Katastrophen weltweit dar. 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten soll es auf der Erde geben, vielleicht auch mehr. Etwa zwei Millionen Arten sind bislang beschrieben worden. Mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten verschwinden jährlich.

Neuste Erhebungen gehen davon aus, dass sich die Aussterberate durch menschliche Einflüsse mittlerweile um den Faktor 1000 gegenüber der natürlichen Rate erhöht hat. Zu den weltweit wichtigsten Bedrohungsfaktoren für die Artenvielfalt zählen vor allem Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung, Verdrängung der heimischen Flora und Fauna durch eingeschleppte Arten und direkte Eingriffe des Menschen wie etwa durch Wilderei.

Auch der Mensch ist dadurch bedroht

Das Aussterben einer Art ist unumkehrbar und schafft unkalkulierbare Risiken. Tiere und Pflanzen haben neben ihrem Eigenwert eine Funktion im Ökosystem. Gerät dieses durch Artensterben durcheinander, so entstehen auch Folgen für den Menschen. Nahrung, Wasser und Medizin hängen in weiten Teilen der Erde direkt von einem funktionierenden und gesunden Ökosystem mit einer hohen Artenvielfalt ab. Wird dieses Ökosystem durch Artenverlust zerstört, so gerät auch die Existenzgrundlage eines Großteils der Weltbevölkerung unmittelbar in Gefahr.

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