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Stand: 19.11.2014

Die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten

Die Liste der Todeskandidaten ist noch umfangreicher geworden: 22.413 Arten gelten jetzt auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet – 1125 mehr als 2013. Das ist knapp ein Drittel aller 76.199 untersuchten Arten. Dies gab die IUCN auf einem Kongress im australischen Sydney bekannt.

Neu auf der Liste sind der Chinesische Kugelfisch, der in 40 Jahren um 99,99 Prozent zurückging, und der Pazifische Blauflossenthunfisch, die beide vor allem durch den Hunger nach Sushi auszusterben drohen. Ebenfalls auf der Liste steht die Chinesische Kobra, die auch als Delikatesse verkauft wird. Dem Amerikanischen Aal, verschiedenen Fröschen, Chamäleons und Schmetterlingen drohen Landwirtschaft, Umweltverschmutzung, Klimawandel und Lebensraumverlust zum Verhängnis zu werden. Als ausgestorben gilt nun der St.-Helena-Riesenohrwurm – mit bis zu 80 Millimetern Länge immerhin der größte seiner Art.

Was ist die Rote Liste?

Die Rote Liste ist ein Indikator für den Zustand der Biodiversität unseres Planeten und gibt heute Auskunft über den internationalen Gefährdungsstatus von ca. 76.000 Tier- und Pflanzenarten. Um den anhaltenden Abwärtstrend in der Artenvielfalt stoppen zu können, sind diese Informationen von großer Wichtigkeit. Herausgegeben wird die Rote Liste in regelmäßigen Abständen von der Weltnaturschutzunion IUCN.

Für die Erstellung Roter Listen werten die Expertengruppen der IUCN auf strengen wissenschaftlichen Grundlagen basierend alle relevanten und zugänglichen Daten aus, sodass die Darstellung von einzelnen Arten in Gefährdungskategorien die komprimierteste Form der umfangreichen naturwissenschaftlichen Analyse darstellt.

 

Neben der internationalen Roten Liste der IUCN gibt es in anderen Ländern auch nationale Rote Listen. In Deutschland existieren neben der bundesweiten Roten Liste sogar einzelne Listen der Bundesländer. Außerdem werden in Deutschland Pflanzen, Tiere, Biotoptypen und Pflanzengesellschaften in getrennten Listen geführt. Insgesamt sind im Bundesgebiet bislang fast 40.000 Tier- und Pflanzenarten hinsichtlich ihres Gefährdungsstatus bewertet worden. Über ein Viertel davon gilt als bedroht, beziehungsweise ausgestorben.

Mehrere tausend Arten sterben jedes Jahr

Der Verlust der Artenvielfalt stellt heute eine der schlimmsten Katastrophen weltweit dar. Zwischen 10 und 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten soll es nach Schätzungen von Wissenschaftlern auf der Erde geben. Doch nur etwa zwei Millionen Arten sind bislang beschrieben worden. Umso alarmierender sind Meldungen, dass mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten jährlich für immer von der Erde verschwinden. Neuste Erhebungen gehen davon aus, dass sich die Aussterberate von Arten durch menschliche Einflüsse mittlerweile um den Faktor 1.000 bis 10.000 gegenüber der natürlichen Rate erhöht hat.

Zu den weltweit wichtigsten Bedrohungsfaktoren für die Artenvielfalt zählen vor allem Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung, Verdrängung der heimischen Flora und Fauna durch eingeschleppte Arten und direkte Eingriffe des Menschen wie etwa durch unkontrollierte Entnahme aus der Natur.

Vom Netz-Peitschenschwanz-Rochen (Himantura leoparda) gibt es nur noch wenige Exemplare. © Joe Wu /WWF
Vom Netz-Peitschenschwanz-Rochen (Himantura leoparda) gibt es nur noch wenige Exemplare. © Joe Wu /WWF

Auch der Mensch ist dadurch bedroht

Das Aussterben einer Art ist unumkehrbar und schafft unkalkulierbare Risiken. Tiere und Pflanzen haben neben ihrem Eigenwert eine Funktion im Ökosystem. Gerät dieses durch Artensterben durcheinander, so entstehen auch Folgen für den Menschen. Nahrung, Wasser und Medizin hängen in weiten Teilen der Erde direkt von einem funktionierenden und gesunden Ökosystem mit einer hohen Artenvielfalt ab. Wird dieses Ökosystem durch Artenverlust zerstört, so gerät auch die Existenzgrundlage eines Großteils der Weltbevölkerung unmittelbar in Gefahr.

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