Bundesregierung sagt Ja zu fossilen Lock-ins

Berlin, 26.2.2024: Die Carbon Management Strategie der Bundesregierung ist laut WWF eine Gefahr für den Klima- und Meeresschutz in Deutschland und weltweit. Sie öffnet die Türen für die Kohlenstoffabscheidung im Energiesektor. Das behindert die Transformation des Wirtschaftsstandorts; der Klimakrise wird so nicht ausreichend Einhalt geboten.

Dazu sagt Heike Vesper, Vorständin beim WWF Deutschland:

„Mit dieser Carbon Management Strategie offenbart sich die Gas-Besessenheit des Kanzleramts und die FDP-Mär der Technologieoffenheit bricht sich nun vollends Bahn. Die Bundesregierung haucht damit eigentlich tot erklärten Technologieansätzen neues Leben ein. Das schafft keine zukunftsfitte Wirtschaft. Kohlenstoffabscheidung und -speicherung darf nicht für Gaskraftwerke zum Einsatz kommen, sondern nur für Restemissionen in der Industrie, die sich aktuell nicht vermeiden lassen. Mit der jetzigen viel zu weiten Öffnung der Strategie auch für Gas wurde der Stakeholderprozess ad absurdum geführt, ganz zu schweigen von den Versprechen der Bundesregierung unter anderem auf der Klimakonferenz in Dubai, von den Fossilen abzukehren. Das gefährdet die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands.

CCS ist mit vielen Risiken und Unsicherheiten behaftet und muss sehr begrenzt und nur gezielt eingesetzt werden. Die Technologie ist verbunden mit sehr ernsten Gefahren für die Meere und die nachfolgenden Generationen, auf die die Speicherung abgeschoben wird.

Wir brauchen gesunde Meere für den Klimaschutz. Aber schon jetzt werden die Anpassungsfähigkeit und Schutzfunktion der Küsten sowie die Kapazität der Meere, die Klimakrise abzumildern, durch eine immer weiter wachsende Industrialisierung geschwächt. Es gibt praktisch keine ungestörten Räume mehr. Eine weitreichende Infrastruktur für CCS mit zusätzlichem Flächenverbrauch und nicht bezifferbarem Risiko würde die Meere zu stark belasten.“

Kontakt

Lea Vranicar

Pressesprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik / Berlin

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Weltweit für mehr Klimaschutz

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