Brutzeit seltener Vogelarten ist an vielen Flüssen Deutschlands gestartet

  • Kiesbrüter wie Flussuferläufer und Flussregenpfeifer brüten von April bis Juli
  • WWF: Bitte Rücksicht nehmen und Kiesbänke meiden

Berlin/Weilheim, den 23.04.2026: Mit Beginn des Frühjahrs kehren seltene Kiesbrüter wie der Flussuferläufer und der Flussregenpfeifer zurück an verschiedene Flüsse und Bäche in Deutschland. Bis hinein in den Juli nutzen sie hiesige Kiesbänke zur Brut und Aufzucht ihrer Jungküken. Für den Bruterfolg der Vögel bittet der WWF, Rücksicht zu nehmen und Kiesbänke von April bis Juli zu meiden. Absperrungen und Hinweisschilder sollten unbedingt beachtet werden. Da die Vögel ihre Eier direkt auf dem Kies ablegen, kommt es sonst schnell zu unbeabsichtigten Störungen bis hin zu zerstörten Eiern. Hunde sollten angeleint bleiben, Drohnen in der Nähe der Flussufer am Boden bleiben. Auch beim Fahren mit Kajak-Booten oder Stand-up-Paddle Boards ist es wichtig, ausreichend Abstand zu Kiesbänken und flachen Uferbereichen zu halten, um die Brut nicht zu gefährden.

Flussuferläufer und Flussregenpfeifer suchen zur Brut naturnahe, strukturreiche Flüsse und Bäche mit Kies- und Schotterbänken, wie sie nur noch an wenigen frei fließenden Gewässern entstehen. Ihre Eier legen sie gut getarnt im Kies oder Sand ab. Das Gelege ist aber leicht zu übersehen. Die brütenden Tiere werden beim Spaziergang schnell aufgeschreckt, im Kies versteckte Eier aus Versehen zertreten. Auch freilaufende Hunde gefährden die brütenden Vögel und deren Jungküken.

Für ihre Zukunft als Art droht Flussuferläufer und Flussregenpfeifer zusätzlich Gefahr aus Brüssel: Die EU-Kommission prüft, ob die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und die Vogelschutzrichtlinie abgeschwächt werden sollen. Notwendige Rückzugsgebiete für Arten wie die Kiesbrüter könnten in dem Fall leichter für naturunverträgliche Nutzungen wie Wasserkraft, intensive Landwirtschaft oder Bergbau geöffnet werden, warnt der WWF.

Insbesondere der Flussuferläufer brütet nur noch selten in Deutschland. Brutpaare finden sich vereinzelt in Bayern an der Ammer, Iller, Lech oder Isar sowie in Ostdeutschland entlang der Mittleren Elbe und Oder. Die Art gilt als stark gefährdet. Die Vögel finden kaum noch geeignete Kiesbänke vor. Denn diese fallen zunehmend dem Ausbau und der Begradigung von Flüssen und Bächen zum Opfer. In Bayern arbeitet der WWF im Rahmen zahlreicher Projekte daran, wieder mehr frei fließende Flüsse und Bäche sowie naturnahe Flusslandschaften zu schaffen. Aktuell engagiert sich der WWF zum Beispiel im Verbundprojekt Fluss.Frei.Raum.

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Kontakt

Wiebke Elbe

Pressesprecherin

Agrarrohstoffe, Biodiversität und Bergbau / Berlin

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  • Feldberger Seenlandschaft © Ralph Frank / WWF Deutschland

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