Im Projekt Fluss.Frei.Raum investieren der WWF Deutschland und seine Verbundpartner, der BUND Naturschutz in Bayern, der Landesfischereiverband Bayern, der Bayerische Kanu-Verband und der Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld, nicht nur in Wissensvermittlung sowie Bewusstseins- und Akzeptanzbildung, sondern gehen auch konkret Rückbauten an.
Zunächst werden Barrieren an der Streu, der Bahra und am Stöckigtbach beseitigt. Im weiteren Projektverlauf werden neue Rückbauprojekte identifiziert und deren Umsetzung angeschoben und vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kleineren Gewässern, aber auch Leuchtturmprojekte an größeren Gewässern sollen angegangen werden.
Parallel bündelt und entwickelt das Projekt fachliches Wissen zu Planung, Finanzierung, Kommunikation und Wirkung von Rückbauvorhaben. Dieses Know-how wird systematisch in die Fläche getragen: Kommunen erhalten praxisnahe Unterstützung – etwa durch Beratungsangebote und fachlichen Austausch – und werden so befähigt, eigene Rückbauprojekte an Gewässern dritter Ordnung bis zur Umsetzungsreife zu entwickeln.
Zugleich arbeitet Fluss.Frei.Raum mit Rangerinnen und Rangern aus Naturparks zusammen und etabliert ein landesweites Netzwerk ehrenamtlicher „Kümmerer“. Als Multiplikatoren stoßen sie Vorhaben an, begleiten Dialogprozesse und stärken die Akzeptanz vor Ort.
Gezielte Öffentlichkeitsarbeit macht den ökologischen und klimatischen Mehrwert frei fließender Gewässer sichtbar und schafft Rückhalt für weitere Maßnahmen. Gleichzeitig wird der Austausch mit der Politik genutzt, um die Rahmenbedingungen für den Rückbau von Querbauwerken zu verbessern.
Die besondere Strahlkraft liegt in dieser Kombination: konkrete Rückbauprojekte, kommunale Befähigung, aktiviertes Ehrenamt und belastbare Argumente für politische Entscheidungen – mit dem Ziel, lebendige, klimaresiliente Flüsse in Bayern wieder zur Selbstverständlichkeit zu machen.