Berlin, 17.08.2026: Vor zwei Jahren, am 18. August 2024, trat die EU-Wiederherstellungsverordnung in Kraft. Sie verpflichtet die EU-Mitgliedsstaaten, bis 2030 auf 20 Prozent der geschädigten Land- und Meeresökosysteme Wiederherstellungs-Maßnahmen für die Natur beginnen. Bis 2050 sollen alle entsprechenden Ökosysteme mit Maßnahmen abgedeckt sein – zum Beispiel durch Moorvernässung, die Renaturierung von Flüssen oder den Waldumbau. Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten haben noch bis September 2026 Zeit, nationale Wiederherstellungspläne zu erarbeiten und der EU-Kommission zur Prüfung vorzulegen. Es wird also Zeit, dass das Bundeskabinett sich damit befasst. Doch weiterhin gibt es politische Störfeuer dagegen.
„Die andauernde Blockadehaltung gegen die Wiederherstellungsverordnung von Teilen der Bundesregierung und einiger Bundesländer muss aufhören. Der nationale Wiederherstellungsplan muss zügig kommen und umgesetzt werden. Die Wiederherstellungsverordnung hilft auch, Deutschlands Flüsse, Wälder und Landschaften klimaresilienter zu machen. Wir brauchen eine intakte Natur, um die Folgeerscheinungen der Klimakrise abzumildern. Zudem sind zwei Drittel der Bruttowertschöpfung in der EU abhängig von Ökosystemleistungen, viele Unternehmen benötigen zum Beispiel eine zuverlässige Wasserversorgung. Wir müssen handeln“, sagt Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik und Wirtschaft beim WWF. Sie verweist darauf, dass jeder in unsere Ökosysteme investierte Euro mindestens den achtfachen gesellschaftlichen Nutzen hat. Für geschätzte Kosten zur Wiederherstellung ausgewählter Ökosysteme in Höhe von 154 Milliarden Euro geht die EU-Kommission von einem Nutzen von 1,86 Billionen Euro aus.
Naturbasierte Lösungen, wie sie die EU-Wiederherstellungsverordnung vorschlägt, sorgen dafür, dass Natur langfristig erhalten bleibt und für den Menschen dauerhaft unverzichtbare Leistungen wie sauberes Wasser, frische Luft und gesunde Böden bereithält: Moore und renaturierte Auen stabilisieren den Landschaftswasserhaushalt. Humusreiche Böden speichern Feuchtigkeit besser als ausgelaugte Äcker. Das Gleiche gilt für naturnahe Mischwälder im Vergleich zu Wirtschaftsforsten mit reinem Fichtenbestand. Städtisches Grün lässt den Menschen extreme Sommerhitze besser ertragen und dient der Gesundheitsprävention. All das lässt sich über Maßnahmen der Wiederherstellungsverordnung erreichen.