Waldbrand © F. Siegert / WWF

Europas Brandsommer eskaliert

Stand: 14.07.2026

WWF warnt vor dem Verlust unersetzlicher Naturräume und fordert konsequente Brandprävention

Berlin, 15.07.2026: Die Wald- und Vegetationsbrände in Europa haben bereits früh in diesem Sommer alarmierende Ausmaße erreicht – und die Lage verschärft sich weiter. In Andalusien starben mindestens zwölf Menschen, bei Paris kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen im Wald von Fontainebleau, auch in Portugal, Griechenland und Italien wüten Großbrände. Seit Jahresbeginn sind EU-weit bereits rund 155.000 Hektar verbrannt – etwa 16 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt zu dieser Jahreszeit. Die Zahl der Brände liegt mit 1.057 auf mehr als dem Doppelten des durchschnittlichen Werts zu diesem Zeitpunkt.

Dabei betreffen die Feuer zunehmend Europas Naturerbe. Im Rekordjahr 2025 lagen nach Daten des EU-Waldbrandinformationssystems EFFIS rund 39 Prozent der verbrannten Flächen in Natura-2000-Schutzgebieten. Mehr als 424.000 Hektar geschützter Natur, eine Fläche größer als Mallorca, gingen in Flammen auf. Auch in diesem Sommer brennen wieder Schutzgebiete, vom Fontainebleau-Massiv bis zu den Naturräumen Andalusiens.

„Die Bedrohung von Menschen und Natur sind zwei Seiten einer Medaille. Die immer massiveren Waldbrände kosten Menschenleben, zerstören Existenzen und immer öfter auch die letzten Rückzugsräume unserer Natur. In Schutzgebieten gehen unersetzliche Lebensräume verloren, von denen wir in Europa nur noch viel zu wenige haben“, sagt Peer Cyriacks, Programmleiter Wald beim WWF Deutschland.

Die Ursachen sind menschengemacht – auf doppelte Weise. Die WWF-Studie „Im Brennpunkt: Die Mittelmeerregion Europas“ zeigt: 97 Prozent aller Brände im Mittelmeerraum gehen auf menschliches Handeln zurück, durch Fahrlässigkeit oder Brandstiftung. Zugleich schaffen Erderhitzung, ausgedörrte Böden und ein enormer Wasserverbrauch durch Landwirtschaft, Zellstoffindustrie und Massentourismus die Bedingungen, unter denen aus wenigen Funken ein Mega-Brand entstehen kann. Nur 6,5 Prozent der Brände verursachen rund zwei Drittel der verbrannten Flächen.

Neben wirksamen Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise fordert der WWF ein Umdenken im Umgang mit Wasser, Wald und Ressourcen allgemein. Der Schutz natürlicher Wälder und Landschaften sei unerlässlich. Hierzu zählt auch eine naturnahe Waldbewirtschaftung, die Schaffung von feuerresilienteren Mosaiklandschaften sowie die konsequente Abkehr von brandgefährlichen Monokulturen. „Wer die Feuer wirklich eindämmen will, muss beim Klimaschutz, beim Wasserverbrauch und beim Umbau unserer Wälder ansetzen. Wir müssen weg von Monokulturen, hin zu feuerresilienten, naturnahen Wäldern. Der Schutz von Wäldern ist eines unserer wirksamten Werkzeuge gegen die Klimakrise“, so Peer Cyriacks.

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Pressesprecher

Lateinamerika, Wald & Holz, menschenrechtliche Sorgfaltspflicht / Berlin

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    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz