Jerewan, 29.10.2026: Die Weltnaturkonferenz in Jerewan ist auf der Zielgeraden. Jetzt gilt es, das Ambitionsniveau zu halten und die Lücke, die zwischen den Zielen und der tatsächlichen Umsetzung klafft, mit klaren Beschlüssen zu adressieren. Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutschland, kommentiert:
„Die letzten beiden Tage der Weltnaturkonferenz müssen in vielen wichtigen Punkten den Durchbruch bringen. Die Kluft zwischen den öffentlichen Zusagen und den nationalen Umsetzungsmaßnahmen ist groß. Es braucht eine klare Kurskorrektur und keine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Der WWF begrüßt die geleisteten Finanzierungszusagen, sie können jedoch weder einen glaubwürdigen Plan hin zu den vereinbarten Finanzierungszielen ersetzen, noch dürfen Debatten über den künftigen Finanzierungsmechanismus als Vorwand für Verzögerungen dienen.
Der Text braucht Formulierungen zur Reform schädlicher Subventionen. Für jeden Euro, der in den Schutz der Natur investiert wird, fließen derzeit rund 30 Euro in ihre Zerstörung. Milliardensummen könnten umgeleitet werden und offene Finanzierungsbedarfe decken. Zu schädlichen Subventionen zählen beispielsweise die Förderung fossiler Brennstoffe oder der industriellen Landwirtschaft. Die Landnutzung ist einer der Haupttreiber des Artensterbens.
Wichtig ist auch, dass die Rechte und die Selbstbestimmung indigener Völker, lokaler Gemeinschaften, Frauen und Jugendlicher nicht zur Verhandlungsmasse werden. Indigene Völker und lokale Gemeinschaften brauchen zudem besseren Zugang zu Finanzmitteln.
Mit Blick auf die aktuelle politische Weltlage ist anzuerkennen, dass hier 196 Vertragsparteien friedlich versuchen, zu einer Einigung zu kommen. Dabei sollte klar sein: Mit der Natur lässt sich nicht verhandeln. Da nur noch vier Jahre bleiben, um die vereinbarten Ziele umzusetzen, muss diese Konferenz das Ambitionsniveau halten, die bereits getroffenen Vereinbarungen schützen und Beschlüsse fassen, die Politik und Wirtschaft wirklich verändern, Finanzmittel bereitstellen und den tatsächlichen Naturschutz beschleunigen. Nur so kann es gelingen, die kritische natürliche Infrastruktur unseres Planeten zu erhalten.“