Thüringen, den 08.10.2026: Erfreuliche Nachrichten aus dem Thüringer Wald: Eine Fotofalle des Projekts „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ hat in der vergangenen Woche die Luchsin Vreni mit einem Jungtier aufgenommen. Das Projektteam geht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Luchskuder Ionel der Vater ist. Damit hätten erstmals zwei im Rahmen des Projekts ausgewilderte Tiere gemeinsam für Nachwuchs gesorgt. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer dauerhaft bestehenden Luchspopulation.
Die Aufnahme entstand südlich von Ilmenau, wo Vreni seit ihrer Auswilderung vor zwei Jahren ihr Revier hat. Auch Ionel hat sich in dieser Region niedergelassen. Auf Fotofallenaufnahmen während der Paarungszeit waren beide Tiere zusammen zu sehen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Vreni zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Dieser Nachwuchs wurde durch Fotofallenaufnahmen im Februar und März 2026 dokumentiert. Der Vater des 2025 geborenen Nachwuchses ist unbekannt.
Vreni stammt aus einem Wildnispark in Zürich, Ionel kam vor anderthalb Jahren als Wildfang aus den rumänischen Karpaten nach Thüringen. Beide Tiere haben sich in der Region um Ilmenau eingelebt.
Das Foto (Quelle: Luchs Thüringen) ist zur Nutzung frei. Es ist eine Fotofallenaufnahme südlich von Ilmenau
Hintergrund:
„Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ setzt sich dafür ein, dass der Luchs langfristig in Thüringen heimisch wird und seine Lebensräume europaweit besser vernetzt werden. Als Bindeglied zwischen bestehenden Luchsvorkommen kann Thüringen daher einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Überleben der Art in Mitteleuropa leisten. Neben Forschung und Monitoring setzt das Projekt auf Aufklärung, Dialog und Umweltbildung, um Wissen über den Luchs zu vermitteln und die Akzeptanz für seine Rückkehr zu stärken.
In Thüringen gehen die Projektpartner derzeit von mindestens neun territorialen Tieren aus.
Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt von BUND, WWF, ThüringenForst, dem Wildkatzendorf Hütscheroda, dem Landesjagdverband Thüringen, dem UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, dem Naturpark Thüringer Wald, der Georg-August-Universität Göttingen sowie der rumänischen Projektpartner ACDB und Romsilva. Das Projekt ist Teil des europäischen Luchsexperten-Netzwerks Linking Lynx, das sich dem Erhalt und der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas verschrieben hat. Viele der im Thüringer Wald ausgewilderten Luchse stammen aus dem Erhaltungszuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA).
Das Projekt wird im Programm „Förderung von Vorhaben zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ umgesetzt und vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten gefördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Freistaats Thüringen sowie aus ENL-Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.
Pressekontakt:
Kerstin Neumann, BUND Thüringen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0361 5550314, presse(at)bund-thueringen.de