Berlin, 20.10.2026: Eine neue Berechnung des WWF zeigt die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung. Dafür wurden an einem Beispielgebäude die Kosten für Einbau und Betrieb unter den neuen Förderbedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) verglichen. Das Ergebnis: In Kombination mit Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach und bei maximaler Förderquote zahlen sich Wärmepumpen gegenüber einer neuen Gasheizung selbst in ineffizienten Gebäuden bereits nach vier Jahren aus. Ab diesem Zeitraum sparen Verbraucher:innen Geld. Die Berechnung führte die Prognos AG im Auftrag des WWF durch.
Wichtiges Ergebnis ist auch: Schnellsein lohnt sich. Denn wer statt im Oktober 2026 erst im August 2028 zur Wärmepumpe wechselt, kann deutlich weniger Geld einsparen, da die Fördersummen über die Zeit abschmelzen. Der Unterschied beträgt je nach Förderquote 4.600 Euro bis 5.380 Euro. Hier liegt eine der größten Veränderungen gegenüber früheren Berechnungen.
„Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig. Gleichzeitig steigern wir die eigene Resilienz. Die Unabhängigkeit von riskanten fossilen Importen aus geopolitisch instabilen Regionen zahlt sich in langfristig sicheren und bezahlbaren Energiepreisen aus. Klima schützen, dabei Geld sparen und sich lösen von unsicheren fossilen Energien ist ein echter Win-Win-Win“, sagt Sebastian Breer, Gebäudeexperte beim WWF Deutschland.
Diese aktualisierte Modellrechnung betrachtet die Auswirkungen der neuen Förderstufen in der BEG, die sich stärker an Einkommen und Haushaltssituation orientieren, aktuelle Energiepreisannahmen und mögliche technische Optionen auf die Gesamtkosten eines Heizungstauschs. Verglichen wurden zwei Zeitpunkte: einmal der Kauf einer neuen Wärmepumpe oder einer neuen Gasheizung heute (Oktober 2026) und ein Kauf im August 2028, da ab diesem Zeitpunkt der Geschwindigkeitsbonus in der Förderung wegfällt. Für den Vergleich wurde ein Beispielgebäude gewählt, das für einen großen Teil des heutigen Gebäudebestands repräsentativ ist: ein teilsaniertes Einfamilienhaus der Energieeffizienzklasse F.
Wichtigen Einfluss auf die Preisannahmen hat u. a. die Vorgabe zur steigenden Beimischung von Biomethan. Dies ist als sogenannte Biotreppe im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) festgeschrieben. Außerdem spielen steigende Gas-Netzentgelte und CO2-Preise eine wichtige Rolle. Unkalkulierbare Risiken wie steigende Kosten für fossile Energien aufgrund kriegerischer Konflikte, so wie aktuell erlebbar, sind nicht abgebildet, sollten von Verbraucher:innen aber mitgedacht werden. Die Preisannahmen sind recht konservativ.
In allen Varianten ist die Wärmepumpe die langfristig günstigere Alternative zum Heizen, sogar unabhängig von der Höhe des Einkommensbonus. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sind diese wirtschaftlichen Vorteile nochmal deutlicher.
„Unsere Berechnung zeigt auch: Die BEG ist und bleibt ein zentraler Baustein der Wärmewende und des Klimaschutzes. Es ist also zentral, die Finanzierung im Bundeshaushalt langfristig sicherzustellen und nicht, wie geplant, das zur Verfügung stehende Geld schrittweise zu streichen. Der Einbau von elektrischen Systemen wie Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen im Eigenheim ist zudem ein essenzieller Schritt zur Elektrifizierung unseres Energiesystems“, so Breer.
Da trotzdem gerade für Wärmepumpen eine höhere Anfangsinvestition anfällt, fordert der WWF ein besseres Fördersystem z. B. über einen verbesserten Zugang zu den Fördermitteln und bei der Kreditvergabe, damit auch Menschen mit geringem Einkommen die langfristig günstigere, sicherere und klimafreundlichere Heizvariante wählen können. Zudem sollten keine Heizoptionen gefördert werden, bei denen die ausreichende Verfügbarkeit nicht gewährleistet werden kann – wie Wasserstoff – oder die nicht per se klima- und umweltfreundlich sind – wie Biomasse.
Da die vorliegende Berechnung nur ein Beispielgebäude betrachtet, ist zudem eine unabhängige und individuelle Energieberatung dringend angeraten.