Berlin, 21.10.2016: Noch immer werden deutlich mehr schädliche Treibhausgase ausgestoßen, als es mit den Klimazielen und zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen vereinbar ist. Das zeigt der Emissions Gap Report der Vereinten Nationen, der an diesem Mittwoch veröffentlicht wurde. Jahrzehntelang unzureichender Klimaschutz wird voraussichtlich dazu führen, dass die 1,5 Grad Grenze auf längere Zeit überschritten wird. Nur mit deutlicher CO2-Reduktion und CO2-Entnahmen kann die Weltgemeinschaft das Limit schließlich einhalten. Der WWF sieht auch Deutschland in der Pflicht, schnell deutlich mehr Emissionen einzusparen. Aktuell legt die Bundesregierung dafür aber nicht die notwendigen politischen und finanziellen Weichen. Kurz vor der Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei ist das ein schlechtes Signal. Dazu sagt Fentje Jacobsen, Co-Leiterin Klima und Energie beim WWF Deutschland:
„Fossile Energien sind der Hauptverursacher und Treiber für die Klimakrise, aber die Bundesregierung übersetzt den Ernst der Lage noch immer nicht in die notwendige Politik. Unseren Wohlstand und unser Wohlergehen erhalten wir nur, wenn wir die fossilen Fesseln schnell lösen, statt sie durch ein fehlgeleitetes Erneuerbaren-Energien-Gesetz samt Netzpaket oder falschen Sparzwang im Bundeshaushalt zu festigen. Deutschland hat eine historische Verantwortung und als führendes Industrieland einen enormen Hebel, Klimaschutz zuhause und in der Welt voranzubringen. Wir fordern die Bundesregierung auf, EEG und Netzpaket für den Ausbau sauberer Energien und unserer Netze zu nutzen, den Bundeshaushalt zukunftsfähig aufzustellen und auf der Klimakonferenz alles dafür zu geben, die längst gefassten Beschlüsse endlich umzusetzen.“