55 Blauwale wurden nahe der subantarktischen Inseln Südgeorgiens gesichtet. Kehren die Meeresriesen zurück in den Südatlantik? Foto: VDOS Global / WWF-Canada

Pressestatement zur deutschen Ratifikation des UN-Hochseeschutzabkommens

Stand: 22.09.2026

Verantwortung für den Ozean übernehmen

Heute wird Bundesumweltminister Carsten Schneider Deutschlands Ratifizierungsurkunde für das UN-Hochseeschutzabkommen in New York hinterlegen. Damit reiht Deutschland sich ein in die knapp 100 Staaten, die das Abkommen ratifiziert haben - darunter Palau, China, Kenia, Brasilien und Frankreich. Der WWF begrüßt, dass Deutschland rechtzeitig vor der ersten Vertragsstaatenkonferenz im Januar vollwertiges Mitglied wird. Axel Krumsiek, Bereichsleiter Meeresschutz beim WWF Deutschland, kommentiert:

"Die Bedeutung des UN-Hochseeschutzabkommens für unseren Ozean ist kaum zu überschätzen. Es schafft die Grundlage, weite Teile des Ozeans sinnvoll und gerecht zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Das ist zwingend notwendig, damit der Ozean unserem Planeten weiterhin die Lebenskraft schenkt, die wir kennen und zum Überleben brauchen. Denn der Ozean steht unter immensem Druck - verursacht durch Überfischung, Verschmutzung, zunehmende Schifffahrt, die Klimakrise und drohenden Tiefseebergbau. 
Dieses Abkommen soll den größten Lebensraum unseres Planeten besser schützen, es ist richtig und wichtig, dass Deutschland von Anfang an mitmacht. Mit der Ratifikation übernimmt Deutschland auch Verantwortung für die ambitionierte Umsetzung des Abkommens. Die Bundesregierung muss sich bei der ersten Vertragsstaatenkonferenz für starke Institutionen, eine gesicherte Finanzierung und die zügige Entwicklung ökologisch sinnvoller und vernetzter Schutzgebiete einsetzen. Deutschland kann und muss hier Führungsstärke zeigen – COP1 wird der erste Prüfstein.“

Hintergrund:

Etwa zwei Drittel des Ozeans befinden sich außerhalb der 200-Seemeilen-Grenze (ca. 370 Kilometer) und damit außerhalb der "Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)". Das UN-Abkommen zum Schutz der Hohen See schafft einen verbindlichen Rahmen zum Schutz der Meeresnatur vor schädlichen menschlichen Aktivitäten. Es ermöglicht die Ausweisung von Meeresschutzgebieten auf der Hohen See, einschließlich ökologisch bedeutender Wanderkorridore für weit wandernde Walarten. Zudem sieht es verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfungen für geplante Aktivitäten vor, regelt die gerechte Aufteilung von Gewinnen aus der Nutzung mariner genetischer Ressourcen und verbessert die Zusammenarbeit sowie den Informationsaustausch zwischen Staaten und internationalen Organisationen. Die Ausarbeitung des „Abkommens über die biologische Vielfalt außerhalb nationaler Hoheitsgewässer“ (BBNJ) dauerte fast 20 Jahre. Der WWF hat den politischen Prozess intensiv begleitet. Am 17. Januar 2026 ist das UN-Hochseeschutzabkommen in Kraft getreten.  Heute um 17:45 Ortszeit wird Bundesumweltminister Carsten Schneider die Ratifizierungsurkunde zum Beitritt Deutschlands zum Hochseeschutzabkommen bei der UN hinterlegen.

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Kontakt

Britta König

Pressesprecherin

Meeresschutz und Plastikmüll / Hamburg

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz