Berlin, 23.9.2026: Der deutsche Fahrplan zur Abkehr von fossilen Energien ist laut WWF ein begrüßenswertes Zeichen, inhaltlich aber den Anforderungen der Realität nicht angemessen. Laut Medienberichten will Bundesumweltminister Carsten Schneider die sogenannte Roadmap am Mittwoch in New York vorstellen. Dazu sagt Fentje Jacobsen, Co-Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland:
„Eine deutsche Roadmap ist ein wichtiges Signal für die internationale Gemeinschaft und beflügelt hoffentlich die Entstehung weiterer Roadmaps bis zur großen Klimakonferenz im November. Doch dem Signal fehlt der Strom. Denn inhaltlich zeigt sich auch hier wieder einmal die fatale Schere zwischen Deutschlands internationalem Auftreten und nationalem Handeln: Zum einen schreibt die Roadmap im Wesentlichen die bereits bestehenden Ziele fort, die hinter dem Notwendigen zurückbleiben, ohne neue Impulse oder zusätzliche Ambitionen zu setzen.
Zum anderen steht die aktuelle Politik der Bundesregierung einer Abkehr aus Fossilen entgegen: Erneuerbare sollen ausgebremst werden, die Nutzung von Gas ausgeweitet und verlängert. Der Pfad der Elektrifizierung wurde im Gebäudebereich jüngst durch das erneute Öffnen fossiler Türen deutlich erschwert. Statt sich unabhängig und zukunftsfest aufzustellen, setzt die Regierung auf kurzfristige Maßnahmen gegen die fossile Energiepreiskrise, ohne deren strukturelle Ursachen anzugehen. Sie klebt nur ein Pflasterchen, das wenig hilft und sich im nächsten Moment schon wieder ablöst. Wer international glaubwürdig bleiben und auch zuhause Politik im Sinne der Menschen betreiben will, muss endlich den nachhaltigen Wandel voranbringen, statt an überholten fossilen Abhängigkeiten festzuhalten.“
Zum Hintergrund:
Die Debatte um „Transition Away from Fossil Fuels“ (TAFF) knüpft an den COP28-Beschluss von Dubai an und wurde im letzten Jahr von der COP30-Präsidentschaft in einer Initiative zur Entwicklung einer globalen Roadmap für den Ausstieg aus fossilen Energien fortgeführt. Einen zentralen Impuls erhielt dieser Prozess auf der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus Fossilen im April 2026 in Kolumbien. Sie stellte als erstes internationales Forum speziell zur Umsetzung des TAFF-Beschlusses nationale Roadmaps und praktische Ansätze für den Übergang weg von fossilen Energien in den Mittelpunkt.