Mit dem Adventskalender-Check prüft WWF die Schokoladen-Variante auf nachhaltige Aspekte

Pünktlich zum ersten Dezember hängen oder stehen sie in vielen deutschen Haushalten: Adventskalender – unangefochten auf Platz eins die Schoko-Version. Der WWF spürt in einem Adventskalender-Check nach, ob der in den Kalendern verwendete Kakao und das eingesetzte Palm- und Kokosöl Nachhaltigkeitsstandards erfüllen. Auf Nummer sicher geht, wer zum Bio-Adventskalender von dm bio, GEPA oder Rosengarten Naturkost greift. Auch andere Hersteller nutzen durchaus zertifizierte Rohstoffe, mit einem reinen Blick auf die Verpackung lässt sich das aber leider nicht immer feststellen. Hier besteht Nachholbedarf.

„Kakao, Palm- und Kokosöl tragen teilweise massiv zur Entwaldung in den Herkunftsländern bei“, erklärt Kerstin Weber, Expertin für nachhaltige Ernährung bei WWF Deutschland, „Verbraucher:innen können mit ihrer Kaufentscheidung also auch beim Adventskalender ein klares Zeichen setzen. Jedoch erschweren dies ungenaue oder gar keine Angaben auf den Verpackungen. Dabei spielt Transparenz nicht nur im Anbau eine Rolle, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette: vom Acker bis zu den Verbrauchern.“

Lediglich die drei Marken dm bio, GEPA oder Rosengarten Naturkost erhielten beim Check grünes Licht, da sie nur nachhaltig zertifizierten Kakao, Palm- und Kokosöl enthalten und das auch für Verbraucher:innen klar ersichtlich machen. Im Kalender-Check wurden Bio, Fairtrade (Kakao, Kokosöl, Palmöl), Rainforest Alliance (Kokosöl und Kakao), UTZ Certified (Kakao) und RSPO (Palmöl) betrachtet.

„Für unseren Check war es entscheidend, ob der zertifizierte Kakao wirklich auch im Endprodukt steckt oder ob es sich lediglich um einen Mengenausgleich bei den eingesetzten Rohstoffen handelt“, erläutert Kerstin Weber. Bei einem Mengenausgleich mischt der Hersteller zertifizierte und nicht zertifizierte Rohstoffe im Laufe der Wertschöpfungskette, etwa bei der Lagerung.

Schlusslicht im Test bilden die Kalender von Storck (Merci) und Niederegger. Beide Hersteller sind Mitglied im Forum Nachhaltiger Kakao. Jedoch lässt sich weder auf dem Adventskalender selbst noch auf den Internetseiten der Unternehmen feststellen, ob bei ihren Kalendern zertifizierter Kakao verwendet wurde. Hier fehlt die Transparenz.

Für den WWF-Check landeten 13 Adventskalender im Einkaufskorb, darunter die Adventskalender der größten deutschen Schokoladenhersteller, der fünf größten Supermärkte und Discounter, der zwei führenden deutschen Drogerieketten sowie Kalender aus der Naturkostbranche. Für den Test wurden nur deutsche Marken betrachtet.

Zum ausführlichen Check geht es hier: https://www.wwf.de/adventskalender-check/

 

Mitmachen: #Together4Forest
#Together4Forests ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen mit einem gemeinsamen Ziel: Ein europaweiter Appell an die EU zum Schutz und der Wiederherstellung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen. Noch bis zum 10. Dezember können Unterstützer:innen unter www.wwf.de/together4forests mitmachen und die EU auffordern ein wirkungsvolles entwaldungsfreies Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen. Produkte, die mit der Entwaldung, Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden, gehören nicht ins Supermarktregal. Mit über einer Million Eingaben ist dies die größte öffentliche Konsultation zu Umweltfragen in der Geschichte der EU.

Kontakt

Roland Gramling

Pressesprecher, Berlin