Ein dicker Frosch sitz im Sand und schaut in die Kamera.

Von der Tiefsee bis in die Wüste

Stand: 09.07.2026

WWF zur Roten Liste: Bedrohung wächst durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und weitere Eingriffe

Berlin, 09.07.2026: Der WWF wertet die heutige Aktualisierung der Internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als weiteres Warnsignal für die globale Artenvielfalt. Von 175.909 erfassten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gelten bereits 49.505 als bedroht – 860 Arten mehr im Vergleich zum letzten Update vor 9 Monaten. Besonders alarmierend: Mehr als 60 Prozent der weltweit bekannten endemischen Weichtiere an hydrothermalen Quellen – 125 von 201 Arten – werden durch Tiefseebergbau an den Rand des Aussterbens gedrängt.

Auch der Wüsten-Regenfrosch in Namibia und Südafrika rückt durch Diamantenabbau, Energie-Infrastruktur und weitere Industrieprojekte näher an das Aussterben und der Äthiopische Steinbock im Hochland Äthiopiens gilt nun als “vom Aussterben bedroht”. Grund sind Weidetierhaltung und Wilderei im eigentlich geschützten Nationalpark.

„Die neue Rote Liste zeigt, wie weit der menschliche Druck inzwischen reicht: Wir zerstören Lebensräume von der Tiefsee über Wüsten bis Gebirge. Und wir verlieren Arten, noch bevor wir verstanden haben, welche Rolle sie im Ökosystem spielen“, sagt WWF-Artenschutzexpertin Anne Hanschke.

Zugleich macht die aktuelle Rote Liste deutlich, dass konsequenter Naturschutz wirkt. So konnte der Numbat, ein seltenes australisches Beuteltier, dank jahrzehntelanger Schutzmaßnahmen herabgestuft werden. Intensive Programme gegen invasive Arten, Wiederansiedlungen und Schutzgebiete haben seinen Bestand deutlich wachsen lassen. „Das Artensterben ist kein unabwendbares Schicksal. Wo es Schutzgebiete gibt, wo renaturiert wird und wo wirtschaftliche Eingriffe klare Grenzen haben, können sich Bestände erholen. Solche Erfolge dürfen keine Ausnahme bleiben. Die Politik muss den riskanten Tiefseebergbau stoppen und die globalen Biodiversitätsziele endlich wirksam umsetzen“, so Hanschke.

 

WWF fordert: Rohstoffabbau in der Tiefsee stoppen

Mit Blick auf die bevorstehenden internationalen Verhandlungen über den Tiefseebergbau fordert der WWF ein weltweites Moratorium, bis ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen und eindeutig nachgewiesen ist, dass ein Abbau ohne Beeinträchtigung der Meeresumwelt möglich ist. Rohstoffabbau in der Tiefsee hätte weitreichende ökologische, politische und soziale Folgen, wie ein aktueller vom WWF beauftragter Bericht zeigt.

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Kontakt

Immo Fischer

Pressesprecher

Lateinamerika, Wald & Holz, menschenrechtliche Sorgfaltspflicht / Berlin

  • Amur-Tiger © Ola Jennersten / WWF Schweden Bedrohte Arten

    Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird maßgeblich durch menschliches Handeln verursacht. Der WWF setzt sich weltweit für den Schutz bedrohter Arten ein. Erfahren Sie mehr zum Artenschutz