Zwar investieren einige Branchenvertreter in Maßnahmen, die Verbrauch und Übernutzung senken, wie jüngst etwa ein WWF-Bericht zur Kreislaufwirtschaft in der Hotellerie gezeigt hat. Doch positive Tendenzen wie ressourcenschonende Maßnahmen und effiziente Technologien bei Klima- und Umweltschutz werden durch starkes Wachstum überlagert. Die Folgen sind zusätzlicher Ressourcenverbrauch, steigende Emissionen, mehr Abfall und Belastungen für sensible Ökosysteme. Durch die Ausbreitung des Tourismus schwinden immer mehr natürliche Lebensräume und die in ihnen lebenden Tier - und Pflanzenarten.
Zum Welttourismustag am 27. September fordert der WWF Deutschland deshalb mehr Verantwortung auf allen Ebenen:
- Die Tourismuswirtschaft muss ihre Angebote grundlegend nachhaltiger gestalten: Klima- und Naturschutz gehören in die gesamte Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen zudem mehr Verantwortung für ihre Destinationen übernehmen, auch jenseits der eigenen Hotelanlagen in Form von Allianzen und Partnerschaften.
- Die Politik muss nachhaltigen Tourismus stärker als Instrument für nachhaltige Entwicklung nutzen: Dazu gehören klare ökologische Grenzen, eine klimafreundliche und bezahlbare Mobilität, Schutzgebiete, Beteiligung lokaler Gemeinden und eine gerechtere Verteilung der wirtschaftlichen Vorteile.
- Auch Reisende sind gefragt: Preis und Komfort sollten nicht die einzigen Kriterien bei der Wahl von Reiseziel und Anbieter sein. Umweltauswirkungen, Ressourcenverbrauch und die Situation der Bevölkerung und Menschenrechtsverletzungen vor Ort sollten ebenfalls bedacht werden.
Mit Blick auf die bevorstehende UN-Weltnaturschutzkonferenz COP17 fordert der WWF insbesondere die Tourismusbranche auf, sich stärker für den Schutz der Natur einzusetzen. Dabei sollte Vermeiden und Reduzieren durchaus „wörtlich“ genommen werden.
„Natur darf nicht nur die Kulisse sein, mit der Reisen verkauft werden. Wer von intakten Landschaften, Stränden und Meeren wirtschaftlich profitiert, muss auch zu ihrem Schutz beitragen und nicht zu ihrem Verschwinden “, so von Münchhausen.