Wie unter einem Brennglas hat sich in Zeiten der COVID19-Pandemie die Zerbrechlichkeit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise offenbart: Die Herausforderungen und Chancen für Naturschutz, Ernährungssicherheit, Energieversorgung und Gesundheitsversorgung sind gewaltig. Drüber müssen wir reden - im Online-Video-Talk vom WWF in Zusammenarbeit mit dem SKPlab und t-online.de.

Wir diskutieren mit unseren Gästen, wie wir die Erde besser machen können.

#WWFthink

Im Mittelpunkt von #WWFthink stehen neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Vorschläge. Das Themenspektrum ist breit: Lösungsansätze zum Schutz vor Pandemien, die nachhaltige Gestaltung von Digitalisierung, die Entwicklung von nachhaltigen Finanzsystemen (Green Finance) und Strategien für ökologisches und soziales Wirtschaften.

#WWFthink Folge 3 am 10.12.2020 um 15 Uhr:

Genuss mit Nebenwirkungen - wie unser Konsum die Umwelt schädigt und wie wir Abhilfe schaffen können

Mit dem Einkaufskorb die Welt retten? Von Fairtrade bis zum Grünen Knopf versuchen Ökolabels den Menschen nachhaltiger hergestellte Produkte schmackhaft zu machen. Doch Kritiker sagen, dass ein fairer Konsum angesichts von Meeresfrüchten aus überfischten Beständen, Palmöl aus illegalem Landraub oder Fleisch und Soja von gerodeten Regenwaldflächen eher ein frommer Wunsch als eine reale Option ist. Was kann jeder einzelne tun, um den Druck auf die Natur zu verringern? Worauf sollen wir beim Einkauf besonders achten?

Immer mehr Verbraucher wollen mit einem guten Gewissen konsumieren und mit ihrem Konsum die Umweltzerstörung nicht weiter anheizen. Zwischen „Umweltengeln“, Tierwohllabeln und Ökosiegeln den Überblick zu behalten, ist anspruchsvoll. Denn die Transparenz bei Handelswegen und Lieferketten bis hin zu den Produktinformationen ist begrenzt. #WWFthink will Licht ins Dunkel bringen. Was muss getan werden, um mehr Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit zu erreichen? Ist ein Alleingang Deutschlands möglich oder kann nur eine internationale Regelung die Lösung sein? Wie können wir alle einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Lebensstil leisten?

Diese Fragen diskutieren:

  • Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung
  • Lilith Diringer, WWF-Jugendrätin, Vertreter:in der next generation 
  • Eberhard Brandes, CEO WWF Deutschland

Gastgeber: Marco Vollmar, Geschäftsführer Kommunikation, WWF Deutschland.

#WWFthink am Donnerstag, 10. Dezember 2020 von 15:00 bis 16:00 Uhr

Nicht verpassen!

#WWFthink Folge 2 vom 12.10.2020:

Generation Loser? Verlieren die Jungen in Zeiten von Corona und Klimakrise doppelt?

Dass sich die aktuelle Generation der unter 30-Jährigen tatsächlich als Generation der Verlierer erweisen wird, sahen die Teilnehmer:innen der zweiten Folge nicht. Sie sehen vor allem die Chancen, die aus dieser Ausnahmesituation entstehen. In der Diskussion wurde aber sehr deutlich, dass die Interessen von jungen Menschen bei vielen Entscheidungen, die ihre Lebenswirklichkeit betreffen, nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Weichen für wichtige Zukunftsfragen, etwa den Klimaschutz, werden von Menschen jenseits der 50 gestellt. Mit den Konsequenz ihrer Entscheidungen z.B. zum Klimaschutz werden aber vor allem die kommenden Generationen leben müssen.

Die Ausgrenzung junger Interessen werde gerade in Zeiten der Pandemie deutlich. Die EU-Abgeordnete Delara Burkhardt trat dem Vorwurf entgegen, die Jüngeren seien eine Generation der „ignoranten Superspreader“. Die gesundheitlichen Gefahren seien zwar geringer, aber die psychologischen und wirtschaftlichen Folgen für Schüler und Studenten schlagen aufgrund deren Lebensrealität oft besonders hart zu. Das spiele sich in der politischen Diskussion kaum wieder. „Die Perspektiven von jungen Leuten werden z.B. in den diversen Konjunkturpaketen zu wenig beachtet“, so die SPD-Politikerin.

An diesem Punkt setzte die Unternehmerin und Bestseller-Autorin Diana Kinnert an. Es werde alles getan, um ein altes System aufrechtzuerhalten, anstatt perspektivisch auf neue Konzepte und Modelle zu setzen. Dies zeige sich nicht nur in der Wirtschaftspolitik sondern bereits in der Bildungspolitik, die soziale Gräben noch vertiefe.

Auf diesen Punkt wies auch Jamal Lkhaouni, Mitglied des WWF-Jugendrats hin. Er forderte eine Reform des BaföGs und eine Mitsprache auf Augenhöhe. Eine Beteiligung fürs Schaufenster sei nicht genug.

Grundsätzlich wiesen alle Panelisten darauf hin, dass die Beteiligung junger Menschen noch stark ausbaufähig ist. In der Diskussion wurde beklagt, dass junge Menschen in Parlamenten und Unternehmen unterrepräsentiert seien. Dadurch gehen Entscheidungen häufig an den Interessen der Jüngeren vorbei. Deshalb war man sich in der Runde einig, dass eine Herabsetzung des Wahlalters überfällig sei.

Mit mehr Präsenz im Parlament sei es aber nicht getan Der Marsch durch die Institutionen dauere zu lange, hob Nick Heubeck von fridays for future hervor. „Angesichts der Dringlichkeit der Probleme müssen wir die Leute zum Handeln bewegen, die jetzt an der Entscheidungsmacht sind“

Im Ergebnis wurde deutlich, dass aus Sicht der Gäste die Chancen überwiegen - trotz aller Einschränkungen während der Pandemie. Herausragend die Diskussionskultur der jungen Panelist:innen. Nicht roboterhaft stumpf die Botschaft durchdrücken, sondern zuhören und eingehen auf die anderen Gesprächsteilnehmer und ihre Ideen reflektieren. So entsteht erfreulicherweise eine neue Gesprächskultur jenseits des eingeübten Talkshow-Verhaltens.

Unsere Gäste:

  • Delara Burkhardt, 28, SPD, Abgeordnete des EU-Parlaments
  • Nick Heubeck, 22, Fridays for Future
  • Diana Kinnert, 29, CDU-Mitglied und Unternehmerin
  • Jamal Lkhaouni, 19, Mitglied des WWF-Jugendrats

Moderation: Marco Vollmar, 50, Geschäftsführer Kommunikation, WWF Deutschland

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#WWFthink Folge 1 vom 18.6.2020:

Die Bedrohung aus dem Regenwald - wie wir uns besser vor Pandemien schützen können

Naturschutz und die Bewahrung von Ökosystemen ist ein zentrales Element, um künftigen Pandemien vorzubeugen. In dieser Einschätzung waren sich die Teilnehmer:innen beim ersten Online-Talk #WWFthink einig. 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterstrich, dass der Verlust der Biodiversität keineswegs nur ein Problem in anderen Teilen der Welt sei, sondern dass Deutschland hier eine große Mitverantwortung trage. Die intensive Tierhaltung hänge direkt mit der Zerstörung der Natur zum Beispiel in Südamerika zusammen. Das dort angebaute Soja lande hier in den Futtertrögen und das Fleisch werde später nach China exportiert. „Das alles ist nicht nachhaltig,“ so die Ministerin. 

Die Virologin Sandra Junglen von der Charité Berlin erläuterte, dass viele neue Viruserkrankungen, darauf zurückzuführen seien, dass Ökosysteme durch menschliche Eingriffe aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Eine intakte Natur könne hingegen helfen, den Ausbruch von Krankheiten zu verringern.

Diese Erkenntnis wurde auch von Arnulf Köhncke, Artenschützer beim WWF ausgeführt. Durch die Zerstörung natürlicher Ökosysteme, den Verlust biologischer Vielfalt und den illegalen Wildtierhandel ist also nicht nur die Gesundheit unseres Planeten, sondern auch unsere eigene in Gefahr. „Das Problem ist nicht, die Natur, die uns bedroht, sondern das Problem ist die Zerstörung der Natur“. 

In der Diskussion wurde die internationale Dimension der Thematik deutlich. Durch die aktuelle Corona Pandemie, sei das Bewusstsein für die Herausforderung gewachsen. Svenja Schulze nannte in diesem Zusammenhang die EU-Verhandlungen zum European Green Deal und im Landwirtschaftsbereich, die so genannte „Farm to fork“ Strategie. Es bleibe aber gerade für die anstehende deutsche Ratspräsidentschaft noch viel zu tun. Es gelte, die unterschiedlichen Interessen der Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bringen. Zentral sei darüber hinaus die Finanzierungsfragen zu lösen.