Wie unter einem Brennglas hat sich in Zeiten der COVID19-Pandemie die Zerbrechlichkeit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise offenbart: Die Herausforderungen und Chancen für Naturschutz, Ernährungssicherheit, Energieversorgung und Gesundheitsversorgung sind gewaltig.

Es ist an der Zeit, darüber zu reden! Deshalb startet der WWF in Zusammenarbeit mit dem SKPlab und t-online.de einen Online-Video-Talk.

Im Mittelpunkt von #WWFthink stehen neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Vorschläge. Das Themenspektrum ist breit: Lösungsansätze zum Schutz vor Pandemien, die nachhaltige Gestaltung von Digitalisierung, die Entwicklung von nachhaltigen Finanzsystemen (Green Finance) und Strategien für ökologisches und soziales Wirtschaften.

Wir diskutieren mit unseren Gästen, wie wir die Erde besser machen können.

#WWFthink Folge 1: Die Bedrohung aus dem Regenwald - wie wir uns besser vor Pandemien schützen können

Naturschutz und die Bewahrung von Ökosystemen ist ein zentrales Element, um künftigen Pandemien vorzubeugen. In dieser Einschätzung waren sich die Teilnehmer:innen beim ersten Online-Talk #WWFthink einig. 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze unterstrich, dass der Verlust der Biodiversität keineswegs nur ein Problem in anderen Teilen der Welt sei, sondern dass Deutschland hier eine große Mitverantwortung trage. Die intensive Tierhaltung hänge direkt mit der Zerstörung der Natur zum Beispiel in Südamerika zusammen. Das dort angebaute Soja lande hier in den Futtertrögen und das Fleisch werde später nach China exportiert. „Das alles ist nicht nachhaltig,“ so die Ministerin. 

Die Virologin Sandra Junglen von der Charité Berlin erläuterte, dass viele neue Viruserkrankungen, darauf zurückzuführen seien, dass Ökosysteme durch menschliche Eingriffe aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Eine intakte Natur könne hingegen helfen, den Ausbruch von Krankheiten zu verringern.

Diese Erkenntnis wurde auch von Arnulf Köhncke, Artenschützer beim WWF ausgeführt. Durch die Zerstörung natürlicher Ökosysteme, den Verlust biologischer Vielfalt und den illegalen Wildtierhandel ist also nicht nur die Gesundheit unseres Planeten, sondern auch unsere eigene in Gefahr. „Das Problem ist nicht, die Natur, die uns bedroht, sondern das Problem ist die Zerstörung der Natur“. 

In der Diskussion wurde die internationale Dimension der Thematik deutlich. Durch die aktuelle Corona Pandemie, sei das Bewusstsein für die Herausforderung gewachsen. Svenja Schulze nannte in diesem Zusammenhang die EU-Verhandlungen zum European Green Deal und im Landwirtschaftsbereich, die so genannte „Farm to fork“ Strategie. Es bleibe aber gerade für die anstehende deutsche Ratspräsidentschaft noch viel zu tun. Es gelte, die unterschiedlichen Interessen der Mitgliedsstaaten unter einen Hut zu bringen. Zentral sei darüber hinaus die Finanzierungsfragen zu lösen. 

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