Ohne ihn hätte das Wattenmeer heute vermutlich ein anderes Gesicht: Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Dr. Hans-Ulrich Rösner für den Schutz des Wattenmeers ein, lange Zeit als Leiter des WWF-Wattenmeerbüros in Husum. Für seine Arbeit erhält er heute das Bundesverdienstkreuz am Bande. Der WWF gratuliert herzlich und dankt Dr. Hans-Ulrich Rösner für seinen unermüdlichen Einsatz und die richtungsweisenden Naturschutzerfolge, die das Wattenmeer heute und in Zukunft prägen.
„Aus dem Naturschutz in der Wattenmeerregion ist Dr. Hans-Ulrich Rösner nicht wegzudenken. Sein Wissen, sein Engagement und seine strategische Fähigkeit, verschiedene Interessen in tragfähigen Kompromissen zu vereinen, haben den Wattenmeerschutz in den letzten Jahrzehnten weit vorangebracht und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Für den WWF war und ist Dr. Hans-Ulrich Rösner ein Leuchtturm in stürmischer See, für den wir höchsten Respekt und große Dankbarkeit empfinden“, sagt Kathrin Samson, Vorständin Naturschutz beim WWF Deutschland.
Von 1995 bis 2025 leitete Dr. Hans-Ulrich Rösner das WWF-Wattenmeerbüro in Husum. In dieser Zeit war er maßgeblich daran beteiligt, dass das Wattenmeer die Auszeichnung als Nationalpark und UNESCO Weltnaturerbe erhält. Er prägte die Naturschutzpolitik zum Schutz des trilateralen Wattemeeres in Dänemark, den Niederlanden und Deutschland ganz wesentlich mit. Er half an zentralen Stellen, wegweisende Kompromisse, z. B. zwischen Naturschutz und Muschelfischerei, zu schließen. Darüber hinaus suchte er nach geeigneten Wegen, um den Ausbau der notwendigen Offshore-Windenergieanlagen mit dem Naturschutz zu vereinen. Er entwickelte Strategien zur Anpassung an die Klimakrise, die das Wattenmeer mit dem steigenden Meeresspiegel mitwachsen lassen sollen und trug als Schlüsselfigur zur Bearbeitung unversöhnlich scheinender Konflikte zwischen Naturschutz und Küstenschutz bei.
„Wir freuen uns, dass Dr. Hans-Ulrich Rösner dem Wattenmeerschutz auch im Ruhestand verbunden bleibt. Er unterstützte zudem in außergewöhnlicher Weise die Übergabe der Leitung des WWF Wattenmeerbüros an seinen Nachfolger Jannes Fröhlich. Viele Probleme an der Küste sind weiterhin ungelöst und erfordern ein Umdenken in Politik und Wirtschaft. Durch die zunehmende Industrialisierung der Nordsee steigt der Druck auf das Ökosystem und es fehlen selbst im Nationalpark ausreichend nutzungsfreie Zonen, in denen die Natur ungestört bleibt. Vor allem aber bedroht die Klimakrise und der damit einhergehende beschleunigte Meeresspiegelanstieg das Wattenmeer in seiner Existenz. Es gibt noch immer viel zu tun“, so Kathrin Samson.
Im Ehrenamt unterstützt Dr. Hans-Ulrich Rösner als stellvertretender Vorsitzender in Zukunft auch die Schutzstation Wattenmeer in Husum und bleibt der Wattenmeerfamilie ganz sicher noch lange aktiv erhalten.