Klimakrise, Artensterben und Plastik in den Weltmeeren zeigen uns, dass wir unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen dringend verändern müssen. Das Konzept der Circular Economy hat das Potenzial, einen systemischen Wandel anzuleiten, der Unternehmen dazu befähigt, innerhalb unserer planetaren Grenzen zu wirtschaften.

Eine Circular Economy ermöglicht Unternehmen, neue, nachhaltige und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle zu entwickeln. Für den Erfolg dieses gewünschten Transformationsprozesses ist von zentraler Bedeutung, dass zirkuläre Geschäftsmodelle nicht nur durch einige wenige Pioniere aufgegriffen werden, sondern durch eine umfassende Marktdurchdringung auch in die Breite diffundiert werden.

Mittelständische Unternehmen als wichtige Treiber

Mittelständische Unternehmen können durch zirkuläre Wertschöpfungsprozesse zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen. Dazu wird die gesamte Wertschöpfung auf Produktlanglebigkeit ausgerichtet, der Verbrauch primärer Rohstoffe reduziert und der Sekundärrohstoff-Anteil in Produkten durch hochwertiges Recycling und effizientere Rückführbarkeit erhöht. Die Grundlage hierzu bilden zirkuläre Strategien wie Warten und Upgraden (Maintain/Upgrade), Reparieren (Repair), Wiederverwenden (Reuse), Wiederaufarbeiten (Refurbishing) bzw. „Wiederproduzieren“ (Remanufacturing) und Wiederverwerten (Recycling). Zudem wird dem gesamten Wertschöpfungsprozess die Ausrichtung auf zirkuläres Produktdesign vorangestellt.

Gerade in Deutschland spielen mittelständische Unternehmen bei diesem Transformationsprozess eine entscheidende Rolle: Als Rückgrat der deutschen Wirtschaft können sie aufzeigen, wie eine erfolgreiche Umsetzung funktioniert und damit im Sinne eines Katalysator-Effekts den Übergang zum zirkulären Wirtschaften ermöglichen und beschleunigen.

Systemische Umsetzung der Circular Economy fehlt bisher

Allerdings forcieren viele mittelständische Unternehmen im deutschsprachigen Raum noch immer Prozessinnovationen gegenüber Geschäftsmodellinnovationen. Zwar gibt es bereits Unternehmen, die ihre bisherigen linearen Wertschöpfungsprozesse sehr erfolgreich durch ein zirkuläres Geschäftsmodell ausgetauscht haben und Pionierarbeit in ihrer Branche leisten, jedoch ist die Vernetzung zwischen den wenigen Akteuren bisher gering

Aufgrund fehlender Erfahrung mit zirkulären Wertschöpfungsprozessen und unzureichendem Wissen zu Inhalten einer Circular Economy ist es vielen mittelständischen Unternehmen noch nicht möglich, klar zu erkennen, welcher Mehrwert sich mit der Implementierung eines zirkulären Geschäftsmodells für das eigene Unternehmen ergeben kann. Der Kompetenzgewinn zu Inhalten einer Circular Economy erleichtert folglich das Implementieren von zirkulären Geschäftsmodellen, da notwendige Vorrausetzungen und Herausforderungen in ausreichendem Umfang ausgemacht, definiert und bearbeitet werden können.

Das Projekt Circular Economy Card Deck für Business Model Workshops (CE-CA-WO)

Mit dem Projekt Circular Economy Card Deck für Business Model Workshops (CE-CA-WO), haben sich acatech, der WWF Deutschland und die Johannes Kepler Universität Linz, gefördert durch die Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU), zum Ziel gemacht, mittelständische Unternehmen über die wichtigsten Inhalte einer Circular Economy und zirkulärer Geschäftsmodelle zu informieren und sie zu befähigen, ihre bisherigen Geschäftsmodelle im Sinne eines zirkulären Wirtschaftens auf den Prüfstand zu stellen und diese auf Zirkularität auszurichten.

Mithilfe eines graphisch ansprechend aufbereiteten Card Decks und einem dazu gehörigen Moderationsleitfaden für die Anwendung in Workshops soll Unternehmen aufgezeigt werden, wie sich unternehmerische Aktivität mit Klimaschutz und Ressourcenschonung vereinbaren lassen.

Das Card Deck soll auf den Inhalten einer Typologie mit 22 zirkulären Geschäftsmodellmustern basieren, die in der Arbeitsgruppe “Zirkuläre Geschäftsmodelle“ der Circular Economy Initiative Deutschland erarbeitet und in dem Bericht „Zirkuläre Geschäftsmodelle: Barrieren überwinden, Potenziale freisetzen“ veröffentlicht wurden. Bei beiden hat der WWF aktiv mitgewirkt.

Durch die Entwicklung und Bereitstellung eines Moderationsleitfadens und weiterer Vorlagen sollen Unternehmen selbst befähigt werden Workshops in ihren Betrieben durchzuführen. Mithilfe dieser Workshop-Tools soll sich das Potenzial von Zirkularität in der unternehmerischen Praxis auf eine gute und verständliche Art erschließen.

Partner

acatech Logo © acatech

acatech ist eine von Bund und Ländern geförderte nationale Akademie und Stimme der Technikwissenschaften im In- und Ausland. Sie berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Der Themenbereich Circular Economy hat das Ziel, nachhaltige und resiliente Wertschöpfungskreisläufe zu schaffen und adressiert wichtige Fragestellungen zur Umsetzung einer Circular Economy.

Im CE CA WO Projekt ist acatech für die Projektkoordination, die Konzeption und Entwicklung des Card Decks sowie die gemeinsame Durchführung der Pilotierung verantwortlich und unterstützt die Entwicklung der Workshop-Formate und des Moderationsleitfadens.

Projektförderer

DBU-Logo © DBU

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) wurde im Jahr 1990 vom Bund als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Aufgabe der Stiftung ist es, Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft zu fördern. Geförderte Projekte sollen nachhaltige Effekte in der Praxis erzielen, Impulse geben und eine Multiplikatorwirkung entfalten.

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Kontakt

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Rebecca Tauer

Programmleiterin Circular Economy

  • Wald © imago / Nature Picture Library Zusammenarbeit mit Unternehmen

    Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher, werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken. Zurück zu "Märkte & Unternehmen"