Wälder: Mehr als nur eine Ansammlung vieler Bäume

Egal, ob vor unserer Tür hier in Deutschland oder in anderen Regionen der Welt: Wälder, die grüne Lunge unserer Erde, sind für uns und unseren Planeten von einer enorm hohen Bedeutung. Denn Wälder haben großen Einfluss auf das Klima, sie schützen den Boden, regulieren den Wasserhaushalt und sind die größten biologischen Schatzkammern an Land.

Doch was heißt das eigentlich genau? Was leistet das grüne Dickicht für uns und unseren Planeten? Diese drei Fakten geben einen ersten Einblick in die Leistungen des Waldes:

Infografik Arten Wald Flora Musica © Unsplash.com Siska Vrijburg

1. Wälder sind ein Schatz der Artenvielfalt

Für die Biodiversität sind Wälder als Schatzkammern des Lebens unverzichtbar. Besonders alte und ursprüngliche Waldregionen beherbergen vier Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten außerhalb der Ozeane. Der Wald bietet ihnen Nahrung und Lebensraum.

 

 

Infografik CO2 Wald Flora Musica © Unsplash.com Nathan Anderson

2. Wälder sind Klimaschützer

Wälder speichern Kohlenstoff, einen Baustein für Kohlendioxid. Jeder Hektar Wald bindet so jährlich rund zehn Tonnen dieses häufigsten Treibhausgases. Egal ob in Deutschland, Russland oder Brasilien, der Wald ist ein gigantischer Kohlenstoffspeicher. Tropische Regenwälder sind dabei von besonderer Bedeutung.

Zerstören wir die Wälder weiter, wird der gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt und der Klimawandel beschleunigt. Die rund fünf Milliarden Tonnen Kohlendioxid, die durch Entwaldung jedes Jahr in die Atmosphäre gelangen, entsprechen in etwa den gesamten Kohlenstoffemissionen der EU. Wälder sind also für den Kampf gegen den Klimawandel extrem wichtig.

Infografik Lebensgrundlage Wald Flora Musica © Unsplash.com Shawn

3. Wälder sind für uns da

Weltweit sind Wälder die Lebensgrundlage von 1,6 Milliarden Menschen.

Außerdem schützen sie den Boden, indem die Baumwurzeln verhindern, dass Wind und Wasser ihn forttragen. Wälder speichern und reinigen versickerndes Regenwasser, aus dem wir unser Trinkwasser gewinnen. 

 

 

Und trotzdem: Den Wäldern unserer Erde geht es schlecht!

Wälder leiden weltweit, immer mehr Flächen werden zerstört. Die Ursachen sind vielfältig und haben auch mit uns zu tun.

Aus den Tropen erreichen uns Jahr für Jahr Rekordmeldungen der Waldzerstörung. Für Rinderweiden, den Anbau von Soja als Tierfutter, aber auch Palmöl, Holz, Kakao und Kaffee werden vor allem in Südamerika und Südostasien riesige Flächen Regenwald abgeholzt.

Aber auch Graslandökosysteme und Savannenwälder wie die brasilianische Cerrado Region werden in gigantische Ackerflächen umgewandelt. Tatsächlich tragen die Handelspolitik der EU und der Fleischhunger der Europäer:innen erheblich zur Waldzerstörung bei. Daher spricht man auch von „importierter Entwaldung".

Innerhalb Europas ist Deutschland trauriger Spitzenreiter beim Import von Entwaldung gefolgt von Italien, Spanien, Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Polen.

Doch was genau heißt das? Diese drei Fakten geben einen ersten Überblick über die Folgen der Waldzerstörung weltweit:

 

Infografik Fussballfelder Wald Flora Musica © Unsplash.com Justus Menke

1. Wie schnell kann Wald schon verschwinden?

Ziemlich schnell: Eine Fläche von ungefähr 11 Mio. Hektar Wald schwinden pro Jahr. Das sind 30 Fußballfelder pro Minute. Ja, Sie lesen richtig: Alle 60 Sekunden wird weltweit eine Fläche so groß, wie 30 aneinander angrenzende Fußballfelder zerstört.

 

 

Infografik Wirbeltiere Wald Flora Musica © Unsplash.com Adrian Valverde

2. Wenn Wald zerstört wird, verschwinden dann auch die Tiere?

Leider ja. Seit dem Jahr 1970 existieren 53 Prozent weniger Waldwirbeltiere auf der Erde. Der Wald, Lebensraum für so viele wichtige Tier- und Pflanzenarten, geht immer weiter zurück und damit einhergehend auch der Artenbestand.

 

Infografik Waldbewirtschaftung Flora Musica © Unsplash.com Markus Spiske

3. Aber dem deutschen Wald geht es nicht so schlecht, oder?

Vor unserer Haustür haben die Wälder mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Ein drastisches Waldsterben und dürregeschädigte Waldflächen sind die Folge. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich dadurch immer weiter aus.

Der Wald in Deutschland besteht zu großen Teilen aus Nadelbäumen und leidet unter den Konsequenzen von Monokulturen, es fehlt an Misch- und Laubwald. Naturnahe Wälder gibt es zudem kaum noch. Heute sind zwar immer noch ca. zwei Drittel Deutschlands mit Wald bedeckt, jedoch sind lediglich 2,4 Prozent unberührt. 

 

 

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