Beiersdorf und WWF: Zusammenarbeit zu Klima, Wasser und Biodiversität
Beiersdorf und der WWF Deutschland arbeiten seit 2016 in einer strategischen Partnerschaft zusammen. Gegenstand der Zusammenarbeit sind ausgewählte ökologische Handlungsfelder, die mit der Geschäftstätigkeit und den Lieferketten von Beiersdorf verbunden sind. Diese beziehen sich auf das Consumer-Segment der Hautpflegesparte und umfassen Treibhausgasemissionen sowie Wasser- und Biodiversitätsrisiken. Zudem unterstützt Beiersdorf ein WWF-Projekt in Malaysia, das mit Betreiberinnen und Betreibern kleiner und mittelgroßer Palmölplantagen zusammenarbeitet sowie Renaturierungsmaßnahmen durchführt.
Kurz-, mittel- und langfristige Klimaziele
Seit 2016 berät der WWF Beiersdorf zu klimastrategischen Fragestellungen und wirkte an der Entwicklung des wissenschaftsbasierten Klimaziels für das Consumer-Segment mit. Bis 2025 hatte sich Beiersdorf vorgenommen, die absoluten Treibhausgasemissionen des Consumer-Segments in den Scopes 1, 2 und 3 um 30 Prozent zu reduzieren – verglichen mit dem Jahr 2018.
Tatsächlich sanken die Emissionen laut Geschäftsbericht 2025 von Beiersdorf (S. 75) in diesem Zeitraum von 1.566.707 Tonnen CO₂-Äquivalenten im Basisjahr 2018 auf 1.054.570 Tonnen im Jahr 2025. Dies entspricht einer absoluten Verringerung um 33 Prozent. Damit hat Beiersdorf das Reduktionsziel von 30 Prozent um drei Prozentpunkte übertroffen.
Auf diesem erreichten Zwischenziel bauen die mittel- und langfristigen Klimaziele von Beiersdorf für das Consumer-Segment auf. Sie wurden gemeinsam mit dem WWF entwickelt und von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert: Bis 2030 sollen die absoluten Emissionen aus Scope 1 und 2 gegenüber 2018 um 61 Prozent und die erfassten Scope 3-Emissionen um 30 Prozent reduziert werden. Bis 2045 sollen die absoluten Emissionen in den Scopes 1, 2 und 3 um jeweils 90 Prozent sinken und Netto-Null-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden.
Der WWF begleitet Beiersdorf bei der Identifikation strategischer Umsetzungsaktivitäten für die Klimaziele. Er unterstützt durch fachliche Evaluierung einzelner Maßnahmen und Instrumente sowie durch die Schulung und Interpretation von neuen und entstehenden klimarelevanten Standards im Unternehmenskontext.
Derzeit geht es vor allem um die Frage, wie Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) weiter reduziert werden können – etwa durch neue Umsetzungsansätze und Marktinstrumente für vor- und nachgelagerte Emissionen, wie sie im Rahmen des neuen SBTi Corporate Net Zero Standard vorgesehen sind.
Darüber hinaus berät der WWF das Unternehmen bei der Weiterentwicklung seiner Net-Zero-Strategie. Dazu gehören die Vorbereitung auf spezifische Anforderungen für landbasierte Emissionen, die Entwicklung eines Ansatzes für den Umgang mit verbleibenden Emissionen einschließlich CO₂-Entnahmen für nicht vermeidbare Emissionen sowie die Einordnung relevanter Entwicklungen in Bilanzierungs- und Zielsetzungsstandards.
Bei der Herstellung und Nutzung von Hautpflegeprodukten wird Wasser benötigt – unter anderem beim Anbau der Rohstoffe, in der Produktion und bei der Anwendung der Produkte. Auch reichen die Lieferketten von Beiersdorf bis in sensible Öko-Regionen hinein.
Beiersdorf bewertete regelmäßig mithilfe der „Biodiversity Risk Filter“ und „Water Risk Filter“ des WWF wasser- und biodiversitätsbezogene Risiken in den spezifischen geografischen Gebieten der eigenen Standorte und der Ölmühlen in der Lieferkette. Die vom WWF entwickelten Tools analysieren wasser- und biodiversitätsbezogene Risiken anhand verschiedener wissenschaftlicher und institutioneller Datensätze. Dabei berücksichtigen sie unter anderem physische, regulatorische und reputationsbezogene Risiken. Die Analysen dienen dazu, standortspezifische Risiken besser zu verstehen und mögliche Maßnahmen für ein kontextbasiertes Wassermanagement zu identifizieren.
Beiersdorf unterstützt von 2020 bis 2030 ein WWF-Projekt in der Region Tabin im malaysischen Teil Borneos, das vom WWF Malaysia gemeinsam mit Behörden, Gemeinden, landwirtschaftlichen Betrieben und weiteren Partnern umgesetzt wird.
Das Projekt befasst sich mit drei Arbeitsbereichen: dem Schutz von Arten und Ökosystemen, der zertifizierten Palmölproduktion sowie der Wiederherstellung von Naturflächen. Der WWF arbeitet mit kleinen und mittelgroßen Palmölbäuerinnen und -bauern daran, eine Anbaufläche von insgesamt 15.000 Hektar bis Mitte 2030 nach dem Standard des „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) zu zertifizieren. Außerdem sollen mittels Aufforstung zwei ökologische Korridore entstehen. Die Korridore sollen zuvor getrennte Lebensräume wieder stärker miteinander verbinden. Das Projekt verfolgt damit die Ziele, bessere Voraussetzungen für die Stabilisierung gefährdeter Wildtierpopulationen, beispielsweise der Orang-Utans, zu schaffen und Konflikte zwischen Menschen und Elefanten im Projektgebiet zu reduzieren.
Das Projekt gliedert sich in zwei Projektphasen, von denen die erste 2026 abgeschlossen wurde.
2020 bis 2026: Ergebnisse der ersten Projektphase
Neben Beiersdorf beteiligte sich Evonik, einer von Beiersdorfs Hauptlieferanten für Palm(kern)öl-Derivate, zu gleichen Teilen an der Finanzierung dieser Projektphase. In einem Projektbericht hält der WWF fest, welche Ergebnisse in den ersten sechs Jahren des Projektes umgesetzt wurden.
Bis zum 31. Dezember 2025 wurden auf 189 Hektar unterschiedliche Wiederherstellungsmaßnahmen, unter anderem zur Schaffung von zwei Wildtierkorridoren, umgesetzt. Insgesamt wurden in den drei Projektgebieten Bukit Tabin, Bagahak Ecological Corridor und Silabukan Kecil 40.956 Setzlinge gepflanzt. Pflege, Nachpflanzung und Wachstumsmonitoring dauern an.
Am 29. Oktober erhielt die Kooperative KOSALESA eine RSPO-Zertifizierung für 30 teilnehmende Kleinbäuerinnen und -bauern, die auf zusammen 173 Hektar Palmöl anbauen. Zu der Kooperative gehören auch Betreiber:innen von mittelgroßen Palmölplantagen, die eine Fläche von insgesamt 944 Hektar bewirtschaften und ebenfalls die RSPO-Zertifizierung durchliefen. Der WWF unterstützte die Vorbereitung und Begleitung des Zertifizierungsprozesses.
Das Projektteam arbeitete mit Gemeinden, Plantagen, Rangern und den staatlichen Wildtierbehörden zusammen. Es wurden elektrische Zäune sowie ein Frühwarnsystem an der Dorfgrenze eingeführt, Aufklärungsarbeit geleistet, Befragungen der Bevölkerung durchgeführt sowie die Besenderung von Elefanten vorgenommen.
Der WWF unterstützte unter anderem die Qualifizierung lokaler Ranger. Beispielsweise wurden Gemeinde-Ranger in der SMART-Technologie geschult. Es wurden Kamerafallen aufgestellt und Schwerpunktregionen für Wilderei kartiert. Allein zwischen Juli und September 2025 wurden mit den Kamerafallen 6 Banteng-Kälber aufgenommen. Der Banteng-Aktionsplan wurde zusammen mit weiteren Akteuren überarbeitet und ein standardisiertes Monitoring-Handbuch entwickelt, um die vom Aussterben bedrohte und sehr scheue wilde Rinderart zu schützen.
2026 bis 2030: Ausblick auf die zweite Projektphase
Beiersdorf ist alleiniger Sponsor der zweiten Projektphase, die am 1. Juli 2026 begann und bis 31. Dezember 2030 läuft. In dieser zweiten Phase werden die bisherigen drei Arbeitsschwerpunkte weitergeführt:
Schutz von Wäldern, Wildtieren und Wassereinzugsgebieten,
Förderung zertifizierter Palmölproduktion,
Erhalt wiederhergestellter degradierter Flächen und ökologischer Korridore.
Fortlaufende Maßnahmen betreffen unter anderem die Pflege und das Monitoring der Wiederherstellungsflächen, den Ausbau der RSPO-Zertifizierung, das Wildtiermonitoring und die Wildereibekämpfung sowie den Umgang mit Mensch-Elefanten-Konflikten.
Entwaldung stoppen und nachhaltige Palmölproduktion fördern
Der WWF arbeitet in der Tabin-Landschaft in Sabah, Ostmalaysia an der nachhaltigeren Palmöl-Produktion sowie der Wiederherstellung von degradierten Flächen. Weiterlesen...
Über Beiersdorf
Die Beiersdorf AG ist ein international tätiges Unternehmen für Haut- und Körperpflege. Zum Markenportfolio des Consumer-Segments gehören unter anderem NIVEA, Eucerin, La Prairie, Hansaplast, Aquaphor, Coppertone, Chantecaille, Labello, 8x4, atrix, Hidrofugal, Maestro und Florena. Die tesa SE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Beiersdorf und stellt Klebebänder und selbstklebende Produktlösungen für Industrie, Gewerbe und private Anwendungen her.