Der WWF arbeitet in der Tabin-Landschaft in Sabah, Ostmalaysia an den drei Säulen „Protect, Produce, Restore“: Dem Schutz des bestehenden Naturschutzgebietes und seiner Arten, an der nachhaltigeren Palmöl-Produktion mit kleinen und mittelgroßen Bauern rund um das Schutzgebiet sowie der Wiederherstellung von degradierten Flächen als ökologische Korridore für Elefanten und Orang-Utans.

Elefanten in Sabah, Borneo, Malaysia © Chris J Ratcliffe / WWF UK
Elefanten in Sabah, Borneo, Malaysia © Chris J Ratcliffe / WWF UK

Das Naturschutzgebiet „Tabin“ im malaysischen Bundesland Sabah auf der Insel Borneo wurde 1984 gegründet und ist Lebensraum für einige seltene Tierarten. Neben noch rund 1.200 Orang-Utans und etwa 350 Borneo-Elefanten leben dort weniger als 50 Bantengs – eine wilde Rinderart – sowie der sehr seltene Sunda-Nebelparder.  

Die meisten großen Palmöl-Plantagen rund um Tabin sind in den 1990er Jahren entstanden. Dabei befinden sich dort nicht nur große Plantagen mit eigenen Mühlen zur Verarbeitung der frischen Palmfrüchte, sondern auch viele kleine und mittelgroße Farmen sowie zahlreiche Dörfer.  

Protect, Produce, Restore

Der WWF arbeitet in Sabah im Rahmen des „Sabah Landscapes Programme“ an einem Landschaftsansatz, um vor Ort die Entwaldung, die Trockenlegung von Torf sowie soziale Ausbeutung zu beseitigen. Das Projekt in Tabin wird von Beiersdorf und Evonik unterstützt und verfolgt drei parallele Ansätze: 

Protect: Schutz der Wälder und Arten    

Produce: nachhaltigere Palmöl-Produktion   

Restore: Wiederherstellung von degradierten Flächen als ökologische Korridore   

Diese drei Säulen sind eingebettet in das offizielle politische Ziel der Regierung von Sabah, bis 2025 100 Prozent seiner Palmöl-Produktion RSPO-zertifizieren zu lassen sowie 30 Prozent der Fläche von Sabah als geschützten Wald zu erhalten.   

Schutz der Artenvielfalt vor Ort

Nebelparder © Alain Compost / WWF
Nebelparder © Alain Compost / WWF

Die heimischen Borneo-Orang-Utans, Elefanten, Bantengs und Sunda-Nebelparder sind sowohl durch Lebensraumverlust als auch durch illegale Jagd bedroht.  

Ein besonderer Fokus des Projektes ist es daher, weitere Entwaldung und Landnutzungsänderung durch die Ausweitung des Palmölanbaus zu verhindern.  

Darüber hinaus beschädigen Elefanten und andere Tiere zum Teil die in der Region wachsenden Feldfrüchte und bedrohen damit die Lebensgrundlage der Farmer. Es werden daher Schutzmaßnahmen benötigt, um Mensch-Tier-Konflikte zu reduzieren und möglichst ganz zu vermeiden. Dabei wird eng mit den Farmern sowie Plantagenbetreibern und Dorfbewohnern zusammengearbeitet. Mit Hilfe von Aufklärungskampagnen soll das Bewusstsein für ein besseres Zusammenleben gestärkt werden.   

Förderung nachhaltiger Palmölproduktion

Mittelgroße Farmer (>50 Hektar, ohne eigene Palmölmühle) rund um Tabin werden durch Trainings dabei unterstützt, landwirtschaftliche Praktiken zu verbessern und zu einer zertifizierten, nachhaltigeren Produktion nach RSPO-Standards gebracht.  

Durch ein Verbot von hochgefährlichen Pestiziden und weiteren Maßnahmen wird die Produktion verbessert und negative Einflüsse auf die Natur verringert.    

Wiederherstellung von Flächen als ökologische Korridore

Luftbild über Borneo © Aaron Gekoski / WWF US
Luftbild über Borneo © Aaron Gekoski / WWF US

Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, Tabin mit dem im Süden liegenden Silabukan Schutzgebiet zu verbinden.  

Durch die Schaffung eines ökologischen Korridors sollen die Borneo-Elefanten, Bantengs sowie die dort lebende isolierte Orang-Utan-Population die Möglichkeit erhalten, zwischen ansonsten isolierten Habitaten zu wandern und so den Erhalt der Population zu unterstützen.   

Zusammen helfen die drei Säulen des WWF dabei, gesunde Flusssysteme, intakte Waldlebensräume und Wildtierpopulationen zu erhalten.   

 

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