Der Earth Overshoot Day jährt sich am Samstag, den 22. August. Dann hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann.

Der sogenannte Welterschöpfungstag war eigentlich für Ende Juli prognostiziert, doch 2020 ist alles anders: Durch die Corona-Pandemie und den wirtschaftlichen Lockdown hat sich der Ressourcenverbrauch in den meisten Ländern schlagartig verringert. Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland: „Die Corona-Pandemie hat uns die Verletzlichkeit unseres Zusammenlebens und Wirtschaftens gezeigt. Der im Kalender 2020 nur kurz verzögerte Welterschöpfungstag ist keine Trendwende, sondern eine Warnung: Der Verlust von natürlichen Ökosystemen und biologischer Vielfalt bringt nicht nur die Gesundheit unseres Planeten, sondern auch unsere eigene Gesundheit in Gefahr. Wir müssen aufhören, die Natur für unseren verschwenderischen Lebensstil zu zerstören. Um unsere Lebensgrundlagen besser zu schützen, brauchen wir zügig Gesetze, die Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umweltschutz auch entlang von Lieferketten verbindlich regeln.“ 

Besonders der verringerte Holzverbrauch (8,4 % im Vergleich zum Vorjahr) und die geringeren CO2-Emissionen (14,5 % im Vergleich zum Vorjahr) während der Corona-Pandemie sorgten laut Berechnungen des Global Footprint Networks dafür, dass die Ressourcen der Erde 2020 drei Wochen später als noch im letzten Jahr erschöpft sind.  

Höchste Zeit, die Entwicklung zu stoppen. Wir alle können etwas tun, um das Datum zu verschieben: #movethedate

Nicht nur die Vergangenheit bestimmt unsere Zukunft, auch unsere Entscheidungen im hier und jetzt. Unser Planet ist endlich, unsere Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun, nicht. In den Schlüsselbereichen Energie, Ernährung und Umweltschutz liegen die größten Chancen für jeden Einzelnen, zukunftsorientiert zu handeln.

Auf der Seite Earth Overshoot Day sammelt das Global Footprint Network Beiträge von Menschen auf der ganzen Welt, die unter dem Stichwort #movethedate ihren Beitrag leisten.

Werden Sie Teil dieser Bewegung und zeigen Sie der Welt, wie wir gemeinsam Trends umkehren können!

Schritte, den Overshoot Day zu verschieben

Brot © Magone / iStock / GettyImages Plus
Brot © Magone / iStock / GettyImages Plus

Ernährung überdenken

Wenn wir den globalen Fleischkonsum um 50 Prozent reduzieren und mehr Kalorien aus Pflanzen verbrauchen würden, würden wir den Overshoot Day um 5 Tage verschieben!

Acker mit Wildblumen © photonaj / iStock / Getty Images Plus
Acker mit Wildblumen © photonaj / iStock / Getty Images Plus

Der Natur helfen

Würden wir 350 Millionen Hektar Wald wiederaufforsten, würden wir den Overshoot Day um 8 Tage verschieben. Aber auch ein naturnaher Garten hilft unserer Umwelt.

WWF-Erlebnistour in den Alpen © Bernd Ritschel / WWF
WWF-Erlebnistour in den Alpen © Bernd Ritschel / WWF

Nachhaltig reisen

Kleine Hotels aufsuchen, lokale und biologische Lebensmittel kaufen, alternative Transportmittel nutzen – all das kann helfen, den Overshoot Day zu verschieben.

Lebensmittelverschwendung © iStock / Getty Images
Lebensmittelverschwendung © iStock / Getty Images

Lebensmittel sparen

Die Menge der verschwendeten Lebensmittel macht etwa 9 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks aus. Wenn wir die Lebensmittelabfälle weltweit halbieren würden, würden wir den Overshoot Day um 11 Tage verschieben.

Gummistiefel sind ein Muss auf dem Festival © Getty Images

Kleidung bewusst kaufen

Kleidung macht 3 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks aus. Kaufen Sie bewusst ein und durchforsten Sie Ihren Kleiderschrank: Welche Kleidungsstücke sind zeitlos und können immer wieder neu kombiniert werden? 

Das Autobahnstau © Ralph Frank / WWF
Das Autobahnstau © Ralph Frank / WWF

Transport-Alternativen nutzen

Wenn wir nur halb so viel mit dem Auto fahren und ein Drittel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen würden, den Rest durch Wandern oder Radfahren überbrückten, könnten wir den Overshoot Day um 12 Tage verschieben.

"Wir konsumieren und wirtschaften als gäbe es kein Morgen. Die Zeche dafür zahlen unsere Kinder und Enkelkinder. Wir müssen den Raubbau beenden und endlich in den natürlichen Grenzen der Erde leben. Dafür müssen wir unsere Finanz- und Wirtschaftssysteme auf Nachhaltigkeit umstellen", fordert Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. "Für unseren Lebensstil fallen in Südamerika, Afrika oder Asien Bäume, verschmutzen Flüsse, schwinden Tierbestände oder sterben Arten ganz aus. Deutschland als erfolgreiche Industrienation gehört an die Spitze einer weltweiten Bewegung für eine faire und die Grenzen der Erde respektierende Wirtschaft."

Das macht der WWF

Der WWF setzt sich auf vielen Gebieten für eine lebenswerte und nachhaltige Umwelt ein, zum Beispiel im Bereich der Agrarpolitik. Hier sind tiefgreifende Reformen notwendig, weil die moderne Landwirtschaft die Umwelt und die Artenvielfalt bedroht. Im Bereich Meeressschutz will der WWF die Ausbeutung der Meere stoppen und setzt sich unter anderem für die Ausweisung von Schutzgebieten ein.

Aber auch der Klimaschutz steht ganz oben auf der Agenda des WWF - mit der Forderung für mehr Verbindlichkeit bei der Erreichung der Klimaschutzziele und ein Klimaschutzgesetz auf Bundesebene.
Viele kleine und große Aktivitäten also, um die natürlichen Ressourcen der Erde auch weiterhin zu schützen und seinen Bewohnern zu erhalten.

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