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Lawinengefahr und schmelzende Gletscher - wenn der Klimawandel schon jetzt den Alltag verändert.

 

Meteorologe Torgeir Mørk und Klimaforscher Kim Holmén wohnen dort, wo die Folgen des Klimawandels am schnellsten und stärksten zu spüren sind: auf Spitzbergen. 

 

Im Interview mit dem WWF erzählen sie, welche Auswirkungen die globale Erderwärmung auf ihren eigenen Alltag und den Rest der Welt hat. 

Meteorologe Torgeir Mørk in Spitzbergen © WWF
Meteorologe Torgeir Mørk in Spitzbergen © WWF

 

Meteorologe Torgeir Mørk: "Wir mussten wegen der Lawinengefahr unser Haus aufgeben."

 

"Mein Name ist Torgeir Mørk. Ich bin Meteorologe und wohne in Spitzbergen.

 

Die letzten 14 Jahre saß ich im Tower des Flughafens von Longyearbyen und habe Wettervorhersagen für den Flugverkehr gemacht. In dieser Zeit hat sich hier viel verändert. Es ist wesentlich wärmer geworden und die Gletscher sind stark zurückgegangen. Insgesamt ist das Wetter wilder und schwerer vorhersehbar geworden, was eine große Herausforderung für die Fliegerei bedeutet.

 

Vom Klimawandel bin ich auch persönlich betroffen: Wir mussten wegen der Lawinengefahr unser Haus aufgeben. Und unser Wochenendhäuschen ist von Erdrutschen bedroht."

Klimaforscher Kim Holmén in Spitzbergen © WWF
Klimaforscher Kim Holmén in Spitzbergen © WWF

 

Klimaforscher Kim Holmén: "Das Ökosystem Arktis verabschiedet sich."

 

"Mein Name ist Kim Holmén. Ich bin der internationale Direktor des norwegischen Polarinstituts.

 

Ich habe mein Leben dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben. Seit vierzig Jahren forsche ich zu diesem Thema und versuche aufzuklären. Hier in Spitzbergen sieht man die schnellsten und größten Veränderungen. Deswegen sind wir Forscher hier.

 

Der Fjord, an dem Longyearbyen liegt, war früher im Winter von einer meterdicken Eisschicht bedeckt. In den letzten zehn Jahren ist er kein einziges Mal zugefroren. Das bringt gewisse Vorteile mit sich: Plötzlich lohnt sich hier das Fischen und man sieht Wale in der Bucht. Aber an und für sich ist es eine Katastrophe: Das Ökosystem Arktis verabschiedet sich."