Verpackungen schützen Waren. Durch Verpackungen lassen sich Produkte sicher transportieren. Doch so nützlich Verpackungen sind: Ihre Herstellung verbraucht Ressourcen, ihre Entsorgung belastet die Umwelt. WWF und EDEKA arbeiten im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft daran, den ökologischen Fußabdruck von EDEKA auch im Verpackungsbereich ihrer Eigenmarken zu reduzieren.

Im Jahr 2014 fielen in Deutschland laut Umweltbundesamt 17,78 Millionen Tonnen Verpackungen als Abfall an. 8,2 Millionen Tonnen waren Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton. Entsprechend wichtig sind Transport- und Produktverpackungen aus diesen Materialien, wenn es darum geht den ökologischen Fußabdruck von EDEKA zu reduzieren. Im Schwerpunktbereich Holz, Papier und Tissue gibt es daher konkrete Ziele dazu. 

Logo Edeka © Edeka
Logo Edeka © Edeka

Insbesondere im Lebensmitteleinzelhandel spielen Verpackungen aus und mit anderen Materialien, zum Beispiel Glas, Kunststoff, Weißblech oder Aluminium, eine wesentliche Rolle. Daher stehen auch diese Verpackungen im Rahmen der strategischen Partnerschaft auf dem Prüfstand. Der WWF berät EDEKA, wie sich bei verschiedenen Verpackungssystemen Verbesserungen erzielen lassen. Wo kann eventuell noch auf Verpackungsmaterial verzichtet werden? Welche Verpackungssysteme haben die beste Ökobilanz? Welche Materialien und Recyclingsysteme helfen, den ökologischen Fußabdruck der Verpackungen weiter zu reduzieren? Wie kann der Anteil recycelter Rohstoffe in Verpackungen noch erhöht werden? Wie können Verpackungen recyclinggerechter gestaltet werden?

WWF hat unter anderem ein Bewertungssystem erstellt, um die Eigenschaften von Verpackungen zu ermitteln und zu klassifizieren. Zu den Kriterien gehören zum Beispiel die effiziente Gestaltung der Verpackung, die Trennbarkeit verschiedener Materialkomponenten, der Anteil von Recyclingmaterialien, die zertifizierte Herkunft nachwachsender Rohstoffe oder Daten aus Ökobilanzen, wie zum Beispiel der Treibhausgas-Fußabdruck. 

Die Ziele von EDEKA

Ab Juni 2017 überprüft EDEKA vor jeder Eigenmarken-Neueinführung oder Eigenmarken-Überarbeitung das Material der Verpackung auf seine Recyclingfähigkeit. Falls Biokunststoffe für Eigenmarken-Verpackungen zum Einsatz kommen sollen, müssen die Rohstoffe nach Bonsucro, RSB oder ISCC Plus zertifiziert sein. Nach Abklärung fachlicher Fragen vereinbaren EDEKA und WWF bis spätestens Ende 2017 ein Ziel zum Einsatz von Recyclingmaterial bei PET-Getränkeflaschen und PET im Bereich Drogerie. Bei den Materialien Aluminium, PVC und Polystyrol erfolgt eine Klassifizierung, bis Ende 2017 vereinbaren EDEKA und WWF ein messbares Ziel zur Reduktion dieser Materialien in Verpackungen.

Im Jahr 2020 vereinbaren EDEKA und WWF dann neue Ziele für die Umstellung der anderen Eigenmarken-Verpackungen. EDEKA und WWF werden bis Januar 2018 für EDEKA und Netto Marken-Discount quantitative Ziele für die Reduktion von Einweg-Tragetaschen aufstellen. Das Gleiche gilt für Hemdchenbeutel und Knotenbeutel. EDEKA erstellt unterstützt durch den WWF eine Information für die Kaufleute mit Hintergrundinformationen zum Thema Verpackung loser Ware und führt bis Mitte 2017 eine Bestandsaufnahme durch, in welchen Regionen dazu eine Durchführung von Pilotprojekten möglich ist.

EDEKA und WWF erstellen gemeinsam zielgruppengerechte Informationen zu Verpackungen und Verpackungsmitteln für die Fruchtkontore, den Einzelhandel und die Endverbraucher.

Mehr dazu, wo EDEKA bei der Erreichung der Ziele steht, verrät der aktuelle Fortschrittsbericht.

Interview mit Tom Ohlendorf, Verpackungsingenieur und Experte für Verpackung beim WWF

Tom Ohlendorf © Daniel Seiffert / WWF
Tom Ohlendorf © Daniel Seiffert / WWF

Frage: Der WWF berät EDEKA auch im Bereich Verpackungen. Wie wird hierbei in der Regel vorgegangen?

Antwort: Vor jeder Empfehlung steht eine umfassende und fundierte Analyse.  Dafür ziehen wir möglichst viele Informationen beispielsweise zur Rohstoffherkunft und -art, der Verpackungszusammensetzung oder der tatsächlichen Recyclingfähigkeit hinzu. Daraus resultierend werden Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ausgesprochen, beispielsweise zur Vereinfachung der Materialkomplexität.

 

Frage: Was braucht es deiner Meinung nach, um allgemein zu verhindern, dass der Abfallberg in Deutschland weiter steigt?

Antwort: Wir brauchen weniger und bessere Verpackungen! Wir benötigen ganzheitliche Lösungen, um den primären Ressourcenverbrauch und das Abfallaufkommen insgesamt zu reduzieren. Hierfür muss ein Umdenken stattfinden, muss die Vermeidung bei allen Beteiligten künftig nicht nur symbolisch, sondern tatsächlich an oberster Stelle stehen. Bei EDEKA und Netto bedeutet das beispielsweise, bei ausgewählten Bio-Obst und -Gemüsesorten gänzlich auf die Verpackung zu verzichten, indem Schrift und Logo mittels Laser auf die Lebensmittel aufgebracht werden. Aber auch Äpfel oder Orangen sind von Natur aus verpackt und benötigen im Grundsatz keine Verpackung. Daher rufen wir im Rahmen der Partnerschaft aktiv zum Verzicht von Knotenbeuteln und Papiertüten auf. Sofern eine Tragehilfe benötigt wird, weisen wir darauf hin, dass diese möglichst häufig wiederverwendet werden.

 

Frage: Worauf muss bei einer Verpackung geachtet werden, die sich gut recyceln lässt?

Eine recyclinggerechte Verpackung fängt bereits bei dem Design an. Wichtige Themen sind Materialkombinationen, Bedruckung, Sortenreinheit, Verschlusssysteme oder Demontierbarkeit. Vor allem Kunststoff- und Verbundverpackungen stellen derzeit eine enorme Herausforderung dar, da sich diese oftmals nicht in eindeutig zuordnen lassen oder die Trennung der verschiedenen Komponenten oftmals nicht möglich ist. Hier brauchen wir Alternativen, beispielsweise indem etwa Monomaterialien eingesetzt werden. Doch auch die sachgerechte Vorsortierung der einzelnen Verpackungskomponenten in die entsprechenden Behältnisse durch uns Verbraucher ist ein wichtiger Bestandteil, um ein erhöhtes Verpackungsrecycling zu gewährleisten. EDEKA und Netto geben hier Hilfestellung, indem ein Hinweis zur richtigen Trennung und Entsorgung auf immer mehr Eigenmarkenverpackungen zu finden ist.

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EDEKA-Unternehmenskommunikation

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