Sauberes Wasser, gesunde Wälder, artenreiche Landschaften: Viele Naturschätze Europas werden durch zwei EU-Gesetze geschützt. Die Vogelschutzrichtlinie schützt alle wildlebenden Vogelarten und ihre Lebensräume. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) dient der Sicherung der Lebensräume und der Vielfalt von Tieren und Pflanzen.
FFH- und Vogelschutzrichtlinie: Europas Naturschutz braucht Schutz
Natur schützt uns. Gesetze schützen die Natur. Und wir können diese Gesetze mitbestimmen. Wir sagen hier wie und warum – und brauchen jede Stimme!
Die Gesetze mögen sperrig klingen, doch haben eine überragende Bedeutung. Sie schaffen klare Regeln. Sie sorgen dafür, dass Menschen die Natur nicht einfach verdrängen oder zerstören können. Sie bilden das Fundament des europäischen Naturschutzes und machen Natura 2000 möglich – das größte Schutzgebietsnetz der Welt.
Deutschlandweit gibt es 5.200 Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Gebiete. Sie bilden 15,5 Prozent der Landfläche und 45 Prozent unserer Meere. Dazu gehören beispielsweise Teile des Wattenmeeres, der Eifel und der Alpen.
Tiere und Pflanzen finden in diesem Netzwerk weitgehend intakte Lebensräume. Das ist zentral für den Erhalt der biologischen Vielfalt, die weltweit rasant abnimmt. Diese Gebiete schützen nicht nur seltene Arten. Moore, Flüsse, Wälder und Küsten helfen auch dabei, Wasser sauber zu halten, Überschwemmungen abzumildern, Kohlenstoff zu speichern und unsere Lebensgrundlagen zu sichern. Intakte Natur schützt uns vor Hitze und Extremwetter.
Natura-2000-Gebiete erhalten unsere natürlichen Lebensgrundlagen und sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – gerade auch wegen des Tourismus.
Elementare Umweltgesetze stehen unter Druck
Doch genau diese elementaren Umweltgesetze stehen nun erneut auf dem Prüfstand. Die erklärten Ziele sind die Entbürokratisierung und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Angeblich sollen dadurch keine Umweltstandards abgesenkt werden, aber die Erfahrung zeigt, etwas anderes: Unter dem Schlagwort „Vereinfachung“ wurden bereits mehrfach Umweltstandards geschwächt oder infrage gestellt.
Das müssen wir verhindern! Angesichts des schlechten Zustands vieler Lebensräume und Arten wäre eine Aufweichung der Schutzstandards fatal. Europa braucht nicht weniger Naturschutz, sondern mehr Engagement für die Umsetzung bestehender Regeln!
So engagiert sich der WWF für Europas Naturschutz
Der WWF setzt sich deshalb gemeinsam mit vielen Partnern im Rahmen von #HandsOffNature dafür ein, dass Europas Naturschutz nicht geschwächt, sondern konsequent umgesetzt wird.
Im Rahmen eines so genannten „Stress-Tests“ läuft noch bis zum 10. August 2026 eine öffentliche Online-Konsultation zu beiden Richtlinien, bei der jede:r mitmachen kann. Auch der WWF beteiligt sich. Und wir rufen dazu auf, ebenfalls Stellung zu beziehen, um dem Naturschutz dadurch möglichst viele Stimmen zu geben. Je mehr Menschen deutlich machen, dass sie hinter Europas Naturschutz stehen, desto schwerer wird es, den Schutz aufzuweichen.
Ihre Stimme für den Naturschutz
Machen auch Sie mit! Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. So geht es:
- Öffnen Sie die Konsultationsplattform der EU-Kommission. Wählen Sie oben rechts „Deutsch“ als Sprache aus.
- Melden Sie sich mit Ihrem EU-Login an oder erstellen Sie kostenlos ein Konto.
- Klicken Sie auf „Sämtliche Initiativen“ und suchen Sie nach dem Stichwort: „Vogelschutzrichtlinie“ und wählen Sie anschließend die Konsultation „Vogelschutzrichtlinie und Habitat-Richtlinie – Stresstest“ aus. Oder nutzen Sie direkt diesen Link.
- Lesen Sie die Kurzbeschreibung der Konsultation und klicken Sie auf: „Zur Konsultation“. Anschließend scrollen Sie nach unten und wählen: „Fragebogen beantworten“.
- Stimmen Sie den Datenschutzbestimmungen zu und beantworten Sie die Fragen des Fragebogens. Aus unserer Sicht sollte dabei deutlich werden: Nicht der gesetzliche Rahmen ist verbesserungswürdig, sondern die Umsetzung der Richtlinien. Es braucht mehr Geld, Personal und politischen Willen. Hierauf sollte die EU-Kommission gegenüber den Mitgliedsstaaten drängen.
- Und nicht vergessen: Klicken Sie auf Absenden.
Vielen Dank, dass Sie Europas Natur eine Stimme geben!
-
Hände weg vom Naturschutz!