Riesige, von Lianen umrankte Stämme ragen wie Säulen aus morastigen Böden voller Farne, Moose und Laub. Das dichte Blätterdach der bis zu 45 Meter hohen Bäume verdunkelt den Himmel. Die Luft ist feucht und schwer, zerschnitten durch die Rufe von unzähligen Tierarten – von Waldelefanten im Kongobecken über Jaguare im Amazonas bis hin zu Orang-Utans auf Borneo.
Die Tropenwälder unserer Erde sind gigantisch, uralt und voller Leben. Sie sind die mächtigsten Klimaschützer unseres Planeten und das Zuhause unzähliger Arten. Doch sie sind in Gefahr. Unser aller Zuhause ist in Gefahr: Die Tropenwälder unserer Erde nähern sich gefährlichen Kipppunkten, nach deren Erreichen nichts mehr so ist wie es einst war.
Die Wälder tun viel für uns. Was tun wir für sie?
Die drei größten tropischen Regenwälder unserer Erde liegen im Amazonas in Südamerika, im Kongobecken in Afrika und in Südostasien. Noch sind diese Wälder das Zuhause unzähliger Arten und indigener Völker. Noch sind sie unser aller Zuhause, denn sie sind Teil des Planeten, auf dem wir leben.
Noch bieten sie uns Wolken, die uns kühlen, Luft zum Atmen, Tiere, die uns faszinieren und Regen, der auf fruchtbaren Boden fällt. Doch die Tropenwälder werden schwächer: Die massive menschengemachte Waldzerstörung und die Klimakrise setzen ihnen zu. Wo Profit regiert, verlieren wir unwiederbringlich wichtige Verbündete im Klimaschutz: Wälder und Moore als Kohlenstoff-Senken.
Die Berechnungen für das 1,5-Grad-Ziel legen bisher oft zugrunde, dass Tropenwälder noch über Jahrzehnte hinweg zuverlässig große Mengen CO2 speichern. Wenn die Wälder aber früher als erwartet gesättigt sind oder sogar selbst zur Kohlenstoffquelle werden, bleibt der Menschheit weniger Spielraum für eigene Emissionen.
Es wird Zeit, dass wir uns um unser Zuhause kümmern. Um unsere Wälder. Schützen wir sie. Es ist unsere Welt. Und wir haben nur die eine.
Warum Tropenwälder so wichtig sind
Tropenwälder binden Kohlenstoff deutlich besser als andere Waldtypen. Denn sie wachsen ganzjährig und ihre riesigen Bäume bilden viel Biomasse. Durch konstante Wärme und Feuchtigkeit photosynthetisieren sie das ganze Jahr CO2 und lagern es in ihren massiven Stämmen und tiefen Bodenschichten ein – bis zu 50 Prozent mehr als boreale oder gemäßigte Wälder.
Auch neu angepflanzte und bewirtschaftete Wälder binden Kohlenstoff. Die Speicherkapazität von Primärwäldern können sie aber nie erreichen. Schlimmer noch: Einmal verlorene Primärwälder lassen sich nicht einfach ersetzen.
„Wenn wir die bestehenden, riesigen Kohlenstofflager im Amazonas, auf Borneo oder auch im Kongo-Becken verlieren, kann keine noch so ambitionierte Baumpflanzaktion diesen Verlust kurzfristig ausgleichen.“
Dr. Julia Barske, Team Lead Congo Basin beim WWF Deutschland
Tropenwälder wirken vom Kleinen bis ins Große
Die Tropenwälder und Moore unserer Erde sind nicht nur wichtige CO2-Speicher. Sie beeinflussen auch das regionale und globale Wetter.
Die Wälder des Kongobeckens beispielsweise erzeugen Wolken und Regen, die bis in die Sahelzone reichen. Waldverlust hier bedeutet weniger Niederschlag dort, fast 3.000 Kilometer Luftlinie entfernt. Die Folgen sind weitreichend. Ernten und Ernährungssicherheit sind gefährdet. Es drohen Flucht und Konflikte um Wasser und Land.
Unsere Tropenwälder sind in Gefahr
Tropenwälder stehen weltweit unter enormem Druck: Straßenbau und Infrastrukturprojekte zerschneiden zusammenhängende Waldgebiete, Landwirtschaft und Abholzung fressen sich immer tiefer in unberührte Wälder, Brandrodung und Waldbrände vernichten wertvolle Ökosysteme unwiederbringlich.
Die Klimakrise verschärft diese Bedrohungen zusätzlich: Steigende Temperaturen trocknen Wälder und Moore aus und machen diese anfälliger für Brände. Diese setzen durch immer längere Brandzeiten und anhaltende Dürren zusätzlich CO2 frei und heizen so die Klimakrise weiter an.
Expert:innen warnen: Heizt der Mensch durch hohe Emissionen die Spirale weiter an, nähern sich die Tropenwälder einem Kipppunkt: Bis Ende des 21. Jahrhunderts könnten mehr als die Hälfte aller Tropenwälder zur gefährlichen Kohlenstoffquelle werden – mit fatalen Folgen für das globale Klima.
Schluss mit der Zerstörung
Tropische Regenwälder sind unsere mit Abstand wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise – noch bedeutendere Kohlenstoffsenken sind nur Moore und Permafrostböden. Doch ihre Schutzwirkung entfalten Regenwälder nur, wenn sie großflächig zusammenhängend bleiben. Deshalb müssen wir die letzten Primärwälder Asiens, Südamerikas und Afrikas schützen, bevor es zu spät ist; bevor sie unwiederbringlich zerstört sind.
Genau hier setzt die Arbeit des WWF an. Wir errichten Korridore, die fragmentierte Waldgebiete miteinander verbinden, damit bedrohte Arten wie Waldelefanten und Orang-Utans wieder wandern können. Wir schützen vom Aussterben bedrohte Arten, stärken die Rechte indigener Völker und kämpfen gemeinsam mit ihnen für die Ausweisung und Vernetzung von Schutzgebieten.
Denn Naturschutz gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Mit den Menschen, deren Zuhause die Regenwälder dieser Erde sind. Nachhaltige Waldwirtschaft, schonende Anbaumethoden und nachhaltige Einkommensquellen ermöglichen eine Entwicklung im Einklang mit der Natur und sichern die Lebensgrundlagen indigener und lokaler Gemeinschaften.
Schützen wir die Tropenwälder der Erde. Unser Zuhause. Gemeinsam
Mit Ihrer Unterstützung können wir die lebenswichtigen Wälder bewahren – für das Klima, für bedrohte Arten und für die Menschen, die von ihnen leben. Für uns alle. Helfen Sie uns, die letzten großen Tropenwälder dieser Erde zu retten.
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Waldelefanten – Retten Sie die Hüter des Tropenwaldes