Waldelefanten

Waldelefant im Kongo

Waldelefanten – Beschützer des Tropenwaldes

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Stand: 28.09.2026

Waldelefanten brauchen den Wald. Vor allem aber braucht der Wald die Elefanten! Sie sorgen dafür, dass die gigantischen Bäume des Regenwaldes in schwindelerregende Höhen wachsen und in ihren dicken Stämmen mehr Kohlenstoff speichern können. Waldelefanten gehören zu den einflussreichsten Architekten der Tropenwälder. Doch sie sind vom Aussterben bedroht. Schon heute macht sich ihr Fehlen deutlich bemerkbar.

Mehr als nur ein Elefant

Die Waldelefanten sind wichtige Bewohner des Tropenwaldes.
Die Waldelefanten sind wichtige Bewohner des Tropenwaldes © Roger de la Harpe/ iStock / Getty Images

In den tropischen Regenwäldern des Kongobeckens in Zentralafrika tragen Waldelefanten viele Namen. Denn für die indigenen Baka, die hier seit Jahrtausenden leben, ist ein Elefant nie einfach nur ein Elefant. Ein mächtiger Elefantenbulle heißt anders als ein altes, mit tränenden Augen umherziehendes Tier oder der Nachwuchs, der gerade seine Mutter verlassen hat.

Seit Generationen wissen die indigenen Gemeinschaften des Kongobeckens um die Bedeutung der Elefanten für ihre Wälder. Allein in den letzten 30 Jahren haben wir aber fast 90 Prozent der Waldelefanten in Afrika verloren!

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Warum wir die Waldelefanten dringend brauchen

Afrikanische Waldelefanten sind die größten Tiere des Tropenwaldes. Keine andere Art prägt die Struktur dieser Wälder so stark wie sie. Die Dickhäuter fressen mehr Früchte und verbreiten deren Samen über weit größere Entfernungen als die meisten anderen Säugetiere Afrikas. Viele Pflanzen sind hauptsächlich oder ausschließlich auf die Elefanten als Samenkuriere angewiesen.

Sie halten Lichtungen und Trampelpfade offen, ihre Suhlen schaffen Lebensraum für andere Tiere – und von ihrem Fressverhalten profitiert sogar unser Klima! Denn Waldelefanten dünnen mit Vorliebe das Unterholz aus. So verschaffen sie den langsam wachsenden Urwaldriesen, die besonders viel CO2 binden, mehr Raum und weniger Konkurrenz, mehr Licht und Nährstoffe. Tropenwälder mit Waldelefanten können nachweislich mehr Kohlenstoff speichern als Wälder, in denen die Tiere fehlen.

„Waldelefanten sind die wichtigsten Gärtner des Regenwaldes. Ohne Wälder keine Elefanten – und ohne Elefanten keine intakten Wälder!“

Dr. Thomas Breuer, Koordinator für afrikanische Waldelefanten und Programmbeauftragter für Afrika beim WWF Deutschland

Letzte Zuflucht Kongobecken

Abholzung im tropischen Kongobecken, oftmals illegal.
Abholzung im tropischen Kongobecken, oftmals illegal © Martin Harvey

Die letzten größeren Bestände Afrikanischer Waldelefanten leben heute nur noch im Kongobecken Zentralafrikas. Hier erstrecken sich die zweitgrößten Tropenwälder unserer Erde. Doch auch sie stehen durch Abholzung und Fragmentierung enorm unter Druck. Immer mehr Straßen, Minen, Farmen und Siedlungen durchschneiden die seit Generationen beschrittenen Routen der Waldelefanten und bringen Elefanten und Menschen in einen engeren, gefährlichen Kontakt.

„Nach wie vor grassieren außerdem in vielen Teilen des Kongobeckens Wilderei und die grausame Jagd auf die Stoßzähne der Elefanten“, so Dr. Thomas Breuer vom WWF Deutschland. Das Elfenbein der Waldelefanten gilt als hochwertiger als das der Savannenelefanten, ist von höherer Dichte, besonderer Färbung und lässt sich feiner bearbeiten.

Wie sich das Fehlen der Waldelefanten bereits bemerkbar macht

Ebenholzbaum.
Ebenholzbaum © IMAGO / Avalon.red / Nigel J. Dennis

Das Verschwinden der Waldelefanten verändert schon heute die Zusammensetzung der Tropenwälder. Das zeigt sich zum Beispiel am Rückgang von Ebenholzbäumen in zentralafrikanischen Regenwäldern. Die Bäume, deren tiefdunkles Kernholz zu den schwersten und wertvollsten Edelhölzern der Welt gehört, sind auf die Elefanten als Samenverbreiter angewiesen. Ihr nachweislich ausbleibender Nachwuchs belegt eindrücklich, welche Folgen es haben kann, wenn eine Schlüsselart wie der Waldelefant fehlt: Das empfindliche Gleichgewicht des Regenwaldes gerät aus der Balance.

„Wir werden die Zukunft des Afrikanischen Waldelefanten nicht sichern, wenn wir Schutzgebiete als isolierte Inseln behandeln. Für die Elefanten ist der Wald ein lebendiges Ganzes. Sie erkennen Grenzen nicht, die der Mensch ihnen setzt. Ihr Überleben hängt vom Wandern ab.“

Dr. Thomas Breuer, WWF Deutschland

Waldelefanten, Wälder und Wissen schützen

Ecoguards und Ranger:innen sind vielen Gefahren während ihrer Arbeit oftmals ausgesetzt.
Ecoguards und Ranger:innen sind vielen Gefahren während ihrer Arbeit oftmals ausgesetzt © Jaap van der Waarde / WWF

Nicht umsonst gelten Afrikanische Waldelefanten im Kongobecken häufig als Gestalter des Waldes mit einem tiefen Verständnis für die Umwelt. Sie haben für die indigenen und lokalen Gemeinschaften einen hohen kulturellen und spirituellen Wert, symbolisieren Stärke und Weisheit. Zusammen mit den Gemeinden vor Ort schützen wir die bedrohten Elefanten, erhalten ihre Wälder und helfen, Jahrtausende altes Wissen über die Natur zu bewahren.

Im Kampf gegen die Wilderei schulen wir Ranger und Rangerinnen, rüsten sie für ihre Arbeit im Feld aus, trainieren Spürhunde und sorgen für eine bessere Strafverfolgung. Gleichzeitig vernetzen wir auch außerhalb der Schutzgebiete die Lebensräume der Waldelefanten, unterstützen eine nachhaltige Waldwirtschaft und durchdachte Landnutzungsplanung.

Sich selbst verstärkende Spirale

Waldelefanten in Dzanga-Sangha
Waldelefanten in Dzanga-Sangha © Carlos Drews / WWF

Fachleute gehen davon aus, dass der Regenwald im Kongobecken ohne Waldelefanten rund sieben Prozent seiner Pflanzenmasse dauerhaft verlieren würde. Das entspräche etwa drei Milliarden Tonnen weniger gespeichertem Kohlenstoff. Der Klimawandel wiederum lässt Bäume immer weniger Früchte tragen, sodass die Elefanten hungern.

Suchen die grauen Giganten deshalb vermehrt Felder und Dörfer auf, ist die Angst der Menschen um das eigene Leben und ihre Ernten begründet. Denn Elefanten plündern oder zertrampeln Felder oft in kurzer Zeit – und sie greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen.

Schutz für Elefanten und Menschen

Damit Waldelefanten nicht aus Angst und Rache bejagt werden und die Menschen sicher in ihrer Nähe leben können, schult der WWF lokale Einsatzkräfte, die bei Konflikten schnell eingreifen und die Elefanten zurück in die Wälder geleiten. Gemeinsam mit der Bevölkerung sichern wir außerdem deren Felder – und wir fördern nachhaltige Einkommensmöglichkeiten, damit die Gemeinden vom Umweltschutz profitieren.

Wer Elefanten schützt, schützt so viel mehr

Elefanten durchstreifen riesige Gebiete und benötigen große, zusammenhängende Landschaften. Zusammen mit den indigenen und lokalen Gemeinden kämpfen wir im Namen der Elefanten für den Schutz der letzten intakten Tropenwälder des Kongobeckens und aller Tier- und Pflanzenarten, die hier leben.

Mit Ihrer Spende schützen Sie die bedrohten Waldelefanten und ein ganzes, weltweit bedeutendes Ökosystem.

Helfen Sie den Waldelefanten

Mit Ihrer Hilfe schützen wir die „Gärtner des Tropenwalds“.

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