Markus Radday auf dem „Global Protector“-Treffen 2026

Hannover: Welche Rolle spielt Wissen im Naturschutz?

Ein Tag voller Perspektiven, Impulse und des gemeinschaftlichen Engagements.
Stand: 09.07.2026

Rund 190 „Global Protector“ kamen am Samstag, den 13. Juni 2026, im Erlebnis-Zoo Hannover zusammen. Eingebettet in eine lebendige Tier- und Lernwelt, bot der Veranstaltungsraum den idealen Rahmen, um Naturschutz aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erleben und zu diskutieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Wissen, Verhalten und internationale Zusammenarbeit zusammenwirken, um Natur wirkungsvoll zu schützen.

Impulse, die Veränderungen anstoßen

Keynote von Selina Sinning beim „Global Protector“-Treffen 2026
Keynote von Selina Sinning beim „Global Protector“-Treffen 2026 © Julius Schien

Nach der Begrüßung durch Claudia Bierhoff und Guilleaume Mormon vom WWF-Philanthropie-Team stand zunächst eine zentrale Erkenntnis im Mittelpunkt: Naturschutz ist nicht nur eine Frage des Wissens, sondern vor allem unseres eigenen Handelns. Denn auch unser Konsum- und Alltagsverhalten kann Einfluss darauf haben, wie erfolgreich Naturschutz weltweit ist.

In ihrer Keynote „Menschen bewegen: Kleine Impulse, große Wirkung?“ zeigte Selina Sinning auf, dass Veränderungen mehr brauchen als Informationen. Entscheidungen werden maßgeblich durch Gewohnheiten, soziale Normen und emotionale Faktoren geprägt. Genau hier setzen Behaviour Change-Ansätze an: Sie machen nachhaltiges Verhalten leichter, attraktiver und gesellschaftlich anschlussfähig.

Der Vortrag machte deutlich: Wer Menschen für den Naturschutz gewinnen will, muss verstehen, was ihr Verhalten beeinflusst. Schon kleine, gezielte Impulse können nachhaltiges Handeln anstoßen. Wie relevant das für den Naturschutz ist, zeigten auch die weiteren Vorträge: Sie machten deutlich, welchen Einfluss unsere täglichen Konsumentscheidungen auf den Schutz von Arten und Lebensräumen weltweit haben können.

Artenschutz im globalen Kontext

Markus Radday im Gespräch beim „Global Protector“-Treffen 2026
Markus Radday im Gespräch beim „Global Protector“-Treffen 2026 © Julius Schien

Im Anschluss nahm Markus Radday die Teilnehmenden mit auf eine Reise durch die Lebensräume des Tigers, von den tropischen Wäldern Südasiens bis in die kühleren Regionen Nordostasiens.

Unter dem Titel „Damit der Tiger bleibt!“ wurde deutlich, wie komplex die Anforderungen an den Schutz dieser ikonischen Art sind. Es geht nicht nur um einzelne Tiere, sondern um ganze Ökosysteme: ausreichend große Lebensräume, stabile Beutetierbestände, funktionierende Schutzgebiete sowie wirksame Maßnahmen gegen Wilderei und illegalen Handel.

Es wurde sichtbar, dass der Tigerschutz auch eine Erfolgsgeschichte sein kann: In vielen Regionen nehmen die Bestände wieder zu. Diese Fortschritte sind das Ergebnis langfristiger Zusammenarbeit zwischen Regierungen, lokalen Gemeinden und Naturschutzorganisationen

Zugleich machte der Vortrag deutlich, dass sich erfolgreicher Tigerschutz heute nicht allein an der Zahl der Tiere bemisst. Langfristig geht es darum, Lebensräume dauerhaft zu sichern und gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen zu entwickeln, die ein sicheres Zusammenleben von Mensch und Tiger ermöglichen. Denn nur wenn beides gelingt, können die Erfolge im Tigerschutz dauerhaft Bestand haben.

Natur und Entwicklung zusammendenken

Dr. Sejal Worah vom WWF Indien beim „Global Protector“-Treffen 2026
Dr. Sejal Worah vom WWF Indien beim „Global Protector“-Treffen 2026 © Julius Schien

Ein internationaler Blick auf die Naturschutzprojekte in Indien rundete das Programm ab. Dr. Sejal Worah, Naturschutzdirektorin des WWF Indien, gab Einblicke in die Herausforderungen eines Landes, das wirtschaftlich wächst und gleichzeitig seine außergewöhnliche Biodiversität bewahren möchte.

Ihr Beitrag zeigte, wie wichtig es ist, Naturschutz und Entwicklung gemeinsam zu denken. Innovative Ansätze – etwa der Ausbau von Wildtierkorridoren, die Anpassung von Infrastruktur oder die Einbindung lokaler Gemeinschaften – ermöglichen Lösungen, die sowohl dem Menschen als auch der Natur zugutekommen.

Raum für Begegnung und Austausch

Im persönlichen Austausch mit WWF-Mitarbeiterinnen
Im persönlichen Austausch mit WWF-Mitarbeiterinnen © Julius Schien

Neben den Fachbeiträgen bot das Treffen vielfältige Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Beim gemeinsamen Mittagessen, am Infomarkt sowie während einer Fotoaktion konnten sich die Teilnehmenden untereinander und mit dem WWF-Team vernetzen, Fragen stellen und Einblicke in aktuelle Projekte gewinnen.

Die offene Atmosphäre machte deutlich, wie wertvoll diese Treffen für die „Global Protector“-Gemeinschaft sind – als Ort des Dialogs, der Inspiration und des gemeinsamen Lernens.

Ein Tag voller Einblicke und Engagement

Das WWF-Team beim „Global Protector“-Treffen 2026
Das WWF-Team beim „Global Protector“-Treffen 2026 © WWF

Das „Global Protector“-Treffen 2026 machte einmal mehr deutlich: Wirksamer Naturschutz entsteht im Zusammenspiel von Wissen, Verhalten und gemeinschaftlichem Engagement.

Die Vielfalt der Themen, die intensiven Gespräche und die persönliche Begegnung vor Ort machten den Tag zu einem besonderen Erlebnis. Jahr für Jahr bietet das Treffen die Gelegenheit, tiefer in die Arbeit des WWF einzutauchen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam neue Impulse für den Naturschutz mitzunehmen. Das Philanthropie-Team bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für diesen inspirierenden Tag und freut sich auf das Wiedersehen im nächsten Jahr.

Claudia Bierhoff © Heidi Scherm
Claudia Bierhoff © Heidi Scherm

Claudia Bierhoff

Schwerpunkte: Global ProtectorLiving Planet Club

Telefon: +49 30 311777-578

E-Mail: claudia.bierhoff@wwf.de

„Allein können wir so wenig tun; zusammen können wir so viel machen.“
(Helen Keller)

Guilleaume Mormon
Guilleaume Mormon © Sonja Ritter / WWF

Guilleaume Mormon

Schwerpunkte: Global Protector

Telefon: +49 30 311 777 - 754

E-Mail: guilleaume.mormon@wwf.de

„I’ve failed over and over again, and that is why I succeed.” (Michael Jordan)

  • Naturschutz in Kenia © Nina Dohm / WWF Philanthropie

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