Die Partnerschaft von WWF und EDEKA
Mehr als 350 Kilogramm an Lebensmitteln verbraucht jede Person in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Gleichzeitig entfallen im Durchschnitt von den jährlichen Treibhausgasemissionen pro Kopf in Deutschland allein 16 Prozent nur auf Ernährung. Wie unser Ernährungssystem mit Produktion, Verarbeitung und Konsum organisiert ist und wie wir uns ernähren, hat neben dem CO2-Fußabdruck zudem erhebliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die Verfügbarkeit von Süßwasser oder die Beschaffenheit unserer Böden.
Mit EDEKA hat der WWF daher einen Partner an seiner Seite, mit dem wir einen Großteil der Haushalte in Deutschland erreichen und zu diesen Herausforderungen ansprechen können. Angefangen hat im Jahr 2009 alles mit dem Thema Fisch: Seitdem setzen wir uns gemeinsam für ein Angebot von Fisch und Meeresfrüchten nach ausgewählten ökologischen Kriterien im Lebensmitteleinzelhandel ein. So wurden gleich zu Beginn Aal, Hai, Rochen und Wild-Stör als bedrohte Arten gemäß roter Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) sowie deren Erzeugnisse dauerhaft ausgelistet. Seitdem ist das gesamte Eigenmarken-Fischsortiment anhand definierter Kriterien und durch Einbindung anerkannter Umweltstandards wie MSC weiterentwickelt und ein gesichertes Rückverfolgbarkeitssystem eingeführt worden, das den Großteil des nationalen Eigenmarkensortiments abdeckt.
Wir sind uns bewusst, dass unsere Partnerschaft mit großer Verantwortung und hohen Erwartungen von vielen Seiten verbunden ist, wenn zwei große Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz und Lebensmittelhandel umfassend zusammenarbeiten. Auch nach mehr als 15 Jahren Zusammenarbeit bleiben viele Herausforderungen im Spannungsfeld von international tätigem Lebensmittelsektor und Umweltschutz bestehen. Deshalb haben wir die Partnerschaft 2022 um weitere zehn Jahre verlängert. Seit 2015 gehört zudem auch Netto Marken-Discount als Teil des EDEKA-Verbunds zu unserer Partnerschaft.
Im Laufe der Zeit ist die Partnerschaft stetig gewachsen und umfasst heute viele weitere Sortimentsbereiche. Ziel ist es, Umweltwirkungen entlang der Lieferketten und im Sortiment zu verringern und eine stärker pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Im Vordergrund stehen dabei die Themenfelder Süßwasserschutz, Klimaschutz, Ressourcen- und Materialschonung sowie Erhalt der biologischen Vielfalt. Dabei unterstützt die Partnerschaft ausgewählte Zielsetzungen der Vereinten Nationen in diesen Themenfeldern.
Fokus Süßwasserschutz
Das gemeinsame Ziel von WWF und EDEKA-Verbund lautet: Wasserrisiken bei der Erzeugung von Eigenmarkenprodukten sollen systematisch identifiziert, bewertet und durch zusätzliche Zertifizierungen reduziert werden. So sind 84 Prozent der Absatzmengen der Eigenmarkenlieferanten von Obst und Gemüse bereits von einem sogenannten EDEKA Risk Filter erfasst, um Wasserrisiken in den Produktionsgebieten und Lieferketten zu analysieren (Stand 2024). Weitere Beispiele für unsere Zusammenarbeit ist die Unterstützung von Süßwasserschutzprojekten in Wasserrisikoregionen, deren Obst- und Gemüsebetriebe an den EDEKA-Verbund liefern. So wurden in einem von EDEKA unterstützten Südafrika-Projekt auf 144 Hektar invasive durstige Pflanzenarten wie Eukalyptus und Akazien entfernt, damit mehr Wasser im Grundwasserspeicher verbleibt. Zugleich wurden 2.600 heimische Bäume und Sträucher gepflanzt, um das natürliche Ökosystem wieder herzustellen und Agrarland zu schützen.
Bei der von WWF und EDEKA unterstützten Initiative „Plataforma de Custodia del Agua“ in Kolumbien arbeiten mehr als 60 Organisationen am Süßwasserschutz – von Bananenproduzenten über Gemeinden bis hin zu Behörden und Umweltorganisationen – daran, Wald- und Ufervegetation zu renaturieren.
Fokus Klimaschutz
EDEKA will mit fachlicher Beratung des WWF Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasemissionen in ausgewählten Bereichen des Unternehmens und der Lieferketten umsetzen. Dazu gehören Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder der Einsatz erneuerbarer Energien. Dazu tragen eine effiziente Logistik, moderne Fuhrparks, klimaschonendere Kältemittel in Kühlanlagen und ein effizientes Gebäudemanagement mit zertifizierten Energiemanagementsystemen bei. Zentraler Hebel sind jedoch Maßnahmen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette des Produktsortiments. Dort werden nach Identifizierung der größten Verursacherquellen Klimaschutzmaßnahmen nach ihrem Impact priorisiert, geplant und umgesetzt.
Fokus Ressourcen und Materialien
Die Zusammenarbeit in diesem Themenfeld umfasst messbare Maßnahmen zur Optimierung von Eigenmarken-Verpackungen sowie fortlaufende Projekte zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in der Lieferkette und Erhöhung der Lebensmittelwertschätzung. Zum Schutz von Waldökosystemen haben sich EDEKA und Netto Marken-Discount verpflichtet, bis Ende 2025 entwaldungs- und waldumwandlungsfreie Lieferketten für definierte kritische Rohstoffe (darunter Palmöl, Soja, Holz, Papier, Kaffee und Kakao) gemäß den Kriterien der Accountability Framework initiative (AFi) umzusetzen. Zudem wird der Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten kontinuierlich nach definierten Kriterien weiterentwickelt. Dazu gehören das wissenschaftliche Bewertungsschema des WWF (WWF Seafood Assessment), auf dem der WWF Fischratgeber fusst, sowie anerkannte Umweltstandards wie MSC, Bio-, Naturland-, ASC-, oder GLOBALG.A.P.-Zertifizierung.
Fokus Schutz von Biodiversität
Durch menschliche Einflüsse sterben bis zu 1.000-mal mehr Arten aus als auf natürliche Weise. Das zeigt: Der Rückgang der biologischen Vielfalt zählt zu den großen ökologischen Herausforderungen weltweit. Daher arbeiten EDEKA und WWF beispielsweise an der Weiterentwicklung von Beschaffungsanforderungen oder der Berücksichtigung biodiversitätsrelevanter Kriterien in ausgewählten Lieferketten. Auch in den drei Feldprojekten innerhalb der Partnerschaft werden Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt umgesetzt.
Die drei gemeinsamen Feldprojekte
Zwei der Feldprojekte sind im konventionellen Anbau angesiedelt: eins zu Bananen und eins zu Zitrusfrüchten. Dabei wurden Maßnahmen und Betriebsabläufe entwickelt, die auf einen bewussten Umgang mit Wasser und Böden sowie den Erhalt der Artenvielfalt ausgerichtet sind. So werden beispielsweise in beiden Projekten Schutzzonen für die Natur eingerichtet – im Bananenprogramm, um Flüsse und Wälder vor Pestizideintrag zu schützen und Arten zusätzlichen Lebensraum zu erhalten. Im Zitrusprojekt wurden begrünte Rand- und Blühstreifen neu angelegt oder miteinander verbunden und so nötig mit ausgewählten Pflanzenarten angereichert.
Im dritten Feldprojekt, dem „Landwirtschaft für Artenvielfalt“-Programm, steht der Erhalt der Biodiversität auf Biobetrieben in Deutschland im Vordergrund. Teilnehmende Höfe lassen als Maßnahmen beispielweise Streifen von Kleegrasfeldern ungemäht, nutzen vielfältige Fruchtfolgen und schaffen mit Nist- und Quartiershilfen Lebensraum für Vögel, Insekten und Reptilien. Das Programm verbindet Naturschutz mit landwirtschaftlicher Praxis. Grundlage ist ein Katalog mit mehr als 100 Naturschutzmaßnahmen für Insekten, Feldvögel, Reptilien und Wildkräuter. Über 200 Betriebe deutscher Bio-Anbauverbände beteiligen sich inzwischen, weitere sollen folgen. Auswertungen von einigen teilnehmenden Betrieben ergaben, dass gezielte, produktionsintegrierte Schutzmaßnahmen den Bruterfolg des stark gefährdeten Braunkehlchens fast verdoppelt haben.
Hinweis zur Transparenz: Diese Fortschrittsberichte unserer Partnerschaft mit EDEKA wurden vor Inkrafttreten der EU-EmpCo-Richtlinie veröffentlicht und entsprechen daher nicht den neuen gesetzlichen Vorgaben. Der WWF stellt sie aus Gründen der Transparenz dennoch zur Verfügung, um die Historie, die Ziele und den Stand der Umsetzung im Zeitverlauf zu dokumentieren.
Downloads
- EDEKA and WWF Strategic Partnership Progress Report 2023-2024
- EDEKA and WWF Strategic Partnership Progress Report 2022
- EDEKA and WWF Strategic Partnership Progress Report 2020
- Fortschrittsbericht 2023 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2022 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2021 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2020 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2019 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2018 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2017 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2016 zur strategischen Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2015 zur strategische Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2014 zur strategische Partnerschaft EDEKA und WWF
- Fortschrittsbericht 2013 zur strategische Partnerschaft EDEKA und WWF
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Informationen auf den Seiten von EDEKA
Pressereferentin / WWF Deutschland
Unternehmenskommunikation / EDEKA