Martin Riederer unterstützt den WWF seit über 30 Jahren. Er engagiert sich mit seiner Frau Julia als Wolfspate, Global Protector und Partner im Living Planet Club. Wir haben mit ihm gesprochen.

Herr Riederer, was bewegt Sie, sich so stark für die Arbeit des WWF zu engagieren?

Grauwolf in Deutschland © Ralph Frank / WWF
Grauwolf in Deutschland © Ralph Frank / WWF

Von klein auf habe ich mich für den Artenschutz begeistert. Deshalb war es mir wichtig, die wilden Tiere wie den Wolf wieder nach Deutschland zurückzuholen. So kam es zur Wolfspatenschaft.

Ausschlaggebend war auch, dass meine Frau und ich beide schon als Kinder mit unseren Eltern viel auf Reisen waren. Das haben wir dann mit unseren drei Kindern fortgeführt. Besonders schlägt unser Herz für Afrika. Wer schon einmal in einem Zelt unterm Sternenhimmel den Geräuschen der wilden Tiere gelauscht hat, mit dem Jeep auf Safari war oder einem Berggorilla so nah kam, dass er ihm hätte auf die Schulter klopfen können, kommt nicht mehr los davon.

Für welche WWF-Projekte engagieren Sie sich, und warum liegen Ihnen gerade diese am Herzen?

Zum einen engagieren wir uns in der Masai Mara in Kenia. Ich fand den Gedanken toll, die Gebiete um die alten Wanderwege der Gnus und Zebras zurückzu­pachten und dabei sinnvoll die Massai zu unterstüt­zen, die mit ihren Viehherden verstärkt unter Dürren zu leiden haben. Wir wollen nächsten Herbst mit der Familie in Kenia die Nationalparks besuchen und auch ein paar Tage im Gebiet um Unganisha bleiben und dort Herrn Kirchgatter treffen.

Schneeleopard © Sanjog Rai / WWF Nepal
Schneeleopard © Sanjog Rai / WWF Nepal

Mich faszinieren speziell die Raubkatzen. Ich könnte stundenlang Leoparden, Löwen, Geparde beobachten. Der Leopard ist mein Lieblingstier. Daher dreht sich das zweite Projekt um den vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden in Nepal.

Es ist für mich sehr interessant, die Besenderung zu unterstützen, damit er besser erforscht werden kann, und den Schutz der Viehherden zu fördern, damit Bevölkerung und Raubkatzen fried­licher zusammenleben können. Im Frühjahr 2023 wollen wir, wenn möglich, nach Nepal reisen.

Sie haben im Rahmen Ihrer Mitgliedschaften bereits an WWF-Veranstaltungen teilgenommen. Wie haben Sie diese erlebt?

Was mir sehr gut gefallen hat, war die Videokonferenz zum Thema Zoonosen, bei der eine Tiermedizinerin vom WWF über Covid-19 gesprochen und erklärt hat, wie die Viren vom Tier auf den Menschen gelangen.

Die mini-raus!zeit an der Isar war auch gut, gerade für mich als Münchner. Wenn man ein Gebiet gut kennt und dort schon öfters wandern war, sieht man selbst gar nicht die Probleme. Dass hier Kraftwerke Wassermangel verursachen und die Isar bedrohen – es ist frappierend, das so vor Augen geführt zu bekommen.

Wie erleben Sie die Betreuung durch den WWF?

Johannes Kirchgatter mit Massai in der Mara Serengeti © Nina Dohm / WWF
Johannes Kirchgatter mit Massai in der Mara Serengeti © Nina Dohm / WWF

Ich finde gut, dass man Kontakt zu wirklichen Spezialistinnen und Spezialisten hat, die aus den Gebieten berichten. Highlight ist der direkte und persönliche Austausch mit der Projektleitung wie Johannes Kirchgatter, Kathrin Samson oder Michael Zika, der uns besucht hat.

Die Betreuung empfinde ich inzwischen als sehr positiv. Anfangs waren mir die Informationen zu wenig. Ich wollte nicht nur Geldgeber sein und einmal im Jahr einen Bericht bekommen, sondern mehr beteiligt werden.

Jetzt haben wir uns darauf geeinigt, uns halbjährlich per Zoom oder bei einem persönlichen Besuch zu sehen. Mir ist auch wichtig, von Herrn Kirchgatter oder Herrn Zika einfach zwischendurch mal eine Info zu erhalten. Zum Beispiel, wenn etwas Besonderes in der Masai Mara passiert ist oder ein Schneeleopard besendert wurde. Vielleicht bekomme ich auch ein Bild aus der Fotofalle dazu. Eine kurze Info und Fotos – das reicht dann schon.

Was würden Sie sich vom Living Planet Club noch wünschen?

Gerne würde ich andere Mitglieder und Partner:innen kennenlernen, wenn die Corona-Lage wieder besser wird. Ich wüsste gerne: Wer sind diese Menschen? Welche Projekte unterstützen sie? Vielleicht könnte man sich zu dritt, viert oder fünft für ein Projekt zusammentun und gemeinsam noch mehr erreichen.

Eine Idee wäre, dass der WWF einem Kreis von 20 oder 50 Interessierten ein spezielles Projekt vorstellt. Dann würden fünf oder zehn von ihnen vielleicht sagen: „Das ist eine super Idee. Wir machen das!

Hätten Sie Ideen, wie Unterstützer:innen des WWF andere für den Naturschutz begeistern könnten?

Ich habe vor, meinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis zu einer privaten Feier einzuladen. Auf der stelle ich ein bestimmtes Projekt des WWF vor, zum Beispiel das von Herrn Kirchgatter, die Masai Mara. Anschließend können die Gäste Kontakte knüpfen und spenden.

Welches Fazit ziehen Sie aus Ihrem Engagement beim WWF?

Elefant am Fluss in Kerala / Indien © Gilithuka / iStock / Getty Images
Elefant am Fluss in Kerala / Indien © Gilithuka / iStock / Getty Images

Meine Frau und ich möchten einen positiven Fußabdruck auf der Erde hinterlassen. Wir engagieren uns beim WWF für den Artenschutz, damit nicht nur unsere Kinder, sondern auch deren Kinder und Enkel noch die Chance haben, einen Elefanten oder einen Löwen in freier Wildbahn zu sehen.

Was mir positiv auffällt: Egal mit wem man beim WWF zu tun hat – ob mit den Projektleitern oder den anderen Mitarbeitern – ihr seid alle mit Herzblut dabei. Das ist sehr schön zu sehen, und für einen selbst als Förderer ist es auch sehr wichtig. Großes Kompliment!

Der WWF bedankt sich bei Herrn Riederer herzlich für das Interview – und ganz besonders natürlich für die wertvolle Unterstützung.

Kontaktieren Sie mich gerne

Nina Dohm

Privates Engagement, Schwerpunkt Global Protector, Living Planet Club und Geldauflagen