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Stand: 20.06.2019

Am 22. Juni ist Welt Regenwaldtag!

Regenwald auf Sumatra © Ola Jennersten / WWF
Regenwald auf Sumatra

Er ist Rohstoffproduzent und Lebensmittellieferant, Apotheker, Forstwirt, Artenschützer, Sauerstoffproduzent und nicht zuletzt ein wichtiger Klimaschützer. Auch wenn wir weit von ihm entfernt leben, sind wir überall auf der Erde von ihm abhängig. Der Regenwald ist eine gigantische biologische Wundertüte voller Artenvielfalt, Ressourcen und Rohstoffe.

Seit 2017 feiern Partnerorganisationen auf allen fünf Kontinenten am 22. Juni den Welt Regenwaldtag, um das Bewusstsein für die Vielfalt und Bedeutung der Regenwälder und die Notwendigkeit seines Schutzes zu schärfen. Der Regenwald übt seit jeher eine geheimnisvolle Faszination auf den Menschen aus. Das Blätterwerk seiner Bäume scheint undurchdringlich, sein komplexes Ökosystem ist noch immer nicht bis ins letzte Detail erforscht. Immer wieder werden neue Tier- und Pflanzenarten im Regenwald entdeckt. Zum Welt Regenwaldtag lüften wir hier einige seiner Geheimnisse.

Brauner Wollaffe © Hugh M. Smith
Brauner Wollaffe © Hugh M. Smith

Wussten Sie schon...

...dass mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde im Regenwald leben?

Dabei sind nur sechs Prozent der Landfläche unseres Planeten von Regenwald bedeckt. Trotzdem sind die Dimensionen des Regenwaldes riesig: Wäre der Amazonas Regenwald allein ein Land, wäre er das neuntgrößte Land der Welt! Regenwälder gibt es in Asien, Australien, Afrika, Südamerika, Mittelamerika, Mexiko und auf vielen Pazifischen Inseln.

...dass auf einer Fläche, die nur wenig größer als ein Fußballfeld ist, rund acht Millionen Ameisen und eine Million Termiten leben?

Dabei ist die Blattschneiderameise besonders gefräßig. Eine Kolonie dieser fleißigen Krabbler kann pro Tag ebenso viele  Pflanzen zerkauen, wie eine ausgewachsene Kuh frisst. Blattschneiderameisen fressen die Blätter jedoch nicht, sondern verwenden sie nach dem Zerkauen als Substrat. Auf diesem legen sie regelrechte Pilzfarmen an, von denen sie sich ernähren.

Die Nester einiger Arten der Blattschneiderameise können riesig sein. In Brasilien wurde einmal ein acht Meter tiefes Nest ausgegraben, das sich über eine Fläche von 50 Quadratmetern erstreckte!

... dass 25 Prozent unserer modernen Medikamente von tropischen Pflanzen kommen?

Der Regenwald ist eine natürlich Apotheke voller teils noch gar nicht entdeckter Heilmittel. Viele davon könnten Leben retten und einige tun dies bereits. Die ursprünglich aus Madagaskar stammende Rosafarbene Catharanthe, auch Rosafarbenes Zimmerimmergrün genannt, wird zum Beispiel als Bestandteil von Medikamenten zur Hemmung bösartiger Tumorzellen bei Leukämie verwendet.

Das Medikament Calanolide A hat sich in Studien wirksam gegen das HI-Virus gezeigt. Der Stoff stammt von einem Baum, der im Regenwald Borneos entdeckt wurde.

Kaffeebohnen © Jürgen Freund
Kaffeebohnen © Jürgen Freund

...dass über 3.000 verschiedene Früchte im Regenwald wachsen?

Der Kaffee zum Frühstück, die Banane im Müsli, die Margarine auf dem Pausenbrot: Mindestens 80 Prozent unserer Lebensmittel stammen ursprünglich aus tropischen Regenwäldern, darunter Avocados, Bananen, Orangen, Zitronen, Mais, Reis, Kartoffeln, Kaffee, Kakao und Vanille. Darüber hinaus kommen viele wichtige Rohstoffe aus dem Regenwald wie Gummi, Kautschuk, Öle, Wachse, Aromen und Farbstoffe.

...dass Palmöl nicht zwangsläufig dem Regenwald schaden muss?

Weil es so vielfältig einsetzbar ist, ist Palmöl schwer zu ersetzen. Deshalb kommt es in vielen Alltagsprodukten vor, von Margarine über Pizza bis hin zu Lippenstift. Weil sie nur in Tropenregionen wachsen, wird für Palmölplantagen häufig Regenwald abgeholzt. Doch es gibt auch nachhaltig angebautes Palmöl. Warum nicht beim Produzenten der eigenen Lieblingskosmetik nachhaken, ob das Palmöl im Produkt nicht auch aus nachhaltigem Anbau gewonnen werden kann?

Zum Schutz des Regenwaldes kann jeder beitragen

Regenwälder sind für das Leben auf der Erde lebenswichtig. So wichtig sie sind, so bedroht sind sie auch. Allein im vergangenen Jahr wurde eine Regenwaldfläche von der Größe Belgiens zerstört. Jede Minute fällt Regenwald auf einer Fläche von 40 Fußballfeldern den Sägen zum Opfer. Illegaler Holzeinschlag und industrielle Landwirtschaft bringen Arten wie den Jaguar an den Rand des Aussterbens.

Zum Schutz der Tiere und Pflanzen, aber auch zu unserem eigenen Schutz müssen wir den Regenwald erhalten: Als Rohstofflieferant, als natürliche Apotheke, zur Produktion von Sauerstoff und zum Schutz gegen die zunehmende Erderhitzung.

Das Gute ist: Jeder von uns kann dazu beitragen, den Regenwald zu schützen! Produkte mit Labels wie FSC und RSPO sind erste Schritte hin zu nachhaltigerem Wirtschaften der Holz- und Palmölindustrie. Auch nachhaltiger Tourismus und weniger Fleischkonsum schützen den Regenwald vor Abholzung.

 

Der Welt Regenwaldtag erinnert daran, dass wir alle aktiv werden können, um die Artenvielfalt des Regenwaldes zu schützen und viele seiner Geheimnisse zu bewahren.

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