01. April 2021: Situation in Myanmar verschärft sich

Die Situation in Myanmar hat sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. Es besteht nach allgemeiner Einschätzung die Gefahr, dass die politischen Konflikte in einen Bürgerkrieg münden könnten. Auch die Arbeit des WWF ist davon betroffen. Vorerst haben wir alle Dialoge mit der Militärregierung bis mindestens Ende Juni 2021 ausgesetzt. Die meisten WWF Kolleg:innen sind in ihre Heimatstädte zurückgekehrt und arbeiten von dort aus. Die Internet- und Mobilfunkverbindung wird teilweise gestoppt, was die Kontaktherstellung mitunter schwierig macht. Sämtliches, internationales Personal wurde ausgeflogen. Der WWF Myanmar prüft derzeit sein Naturschutzprogramm, um festzustellen, welche Aktivitäten kurz- und mittelfristig fortgesetzt werden können und wo eine Neuprogrammierung und Anpassung der Arbeitspläne erforderlich ist.

Februar 2021: Interethnische Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo

Im Februar kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den ethnischen Gruppen der Batwa und Bantu. Rund 20 Kilometer von dem WWF-unterstützten Nationalpark Salonga entfernt gab es Unruhen in den Dörfern Manga (Batwa) und Lingombe (Nkundo, Bantu). Nach bisherigem Wissenstand starben 50 Batwa, mehr als 100 wurden verletzt, einige davon schwer. Über 1.000 Hütten und Häuser wurden zerstört, ebenso wie Dorfschulen, Kirchen und ein Gesundheitszentrum, an dessen Bau der WWF beteiligt war. Es handelt sich um die heftigste interethnische Gewalt in der Region seit Jahrzehnten.

Der WWF und eine Reihe lokaler Organisationen haben eine Erklärung herausgegeben, in der sie ihre tiefe Besorgnis über die Situation zum Ausdruck bringen und die Regierung auffordern, vermittelnd und schlichtend einzugreifen sowie aufzuklären. Zu den Unterzeichnern gehören Action d'aide sanitaire pour le développement (AASD), Action pour la promotion des peuples et Espèces Menacés (APEM), Réseau des Populations Autochtones et Locales pour la Gestion Durable des Ecosystèmes Forestiers de la RDC (REPALEF). Zudem wurden Experten für humanitäre Hilfe, soziale Fragen und indigene Rechte zur Unterstützung angefragt. Der WWF hat Nothilfegelder in Höhe von rund 50.000 Euro bereitgestellt um medizinische Hilfsgüter zu beschaffen. Auch der Wiederaufbau des Gesundheitszentrum und sechs zerstörter Schulen wird damit unterstützt.

Aktuell scheint sich die Situation vor Ort beruhigt zu haben. WWF und Partner beobachten die weiteren Entwicklungen und setzen sich weiterhin für Hilfe für die betroffenen Gemeinden ein. Es gilt, die langfristige Zukunft des Salonga-Nationalparks zum Wohle von Mensch und Natur zu sichern.

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  • Naturschutz und menschenrechtliche Sorgfalt 2020

    Der jährlich erscheinende Bericht soll einen Überblick über die Verankerung von Menschenrechten in unseren Aktivitäten schaffen. PDF herunterladen...

Weitere Informationen: Menschen und Naturschutz

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Zum Jahresbericht "Naturschutz und menschenrechtliche Sorgfalt".
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Updates:

Die Menschenrechte basieren auf unverhandelbaren Werten, für deren Einhaltung der WWF steht. Sie sind die Grundlage unseres Einsatzes für eine Welt, in der Mensch und Natur in Einklang leben.

Menschenrechtliche Grundsatzerklärung des WWF

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  • Großer Panda frisst Bambus © Bernard De Wetter / WWF Sie haben Fragen zu der Arbeit des WWF?

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