Die Preise für Energie sind in den letzten Monaten stark gestiegen – und sie steigen immer noch weiter. Höchste Zeit also, den eigenen Verbrauch zu überprüfen! Mit unseren Tipps sparen Sie nicht nur bares Geld bei der nächsten Stromabrechnung, Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Was sind die größten Stromfresser im Haus?

Enorme Stromfresser sind „alte weiße Haushaltsgeräte“ wie Waschmaschine, Wäschetrockner, Kühlschrank, Gefrierschrank. Sind diese Großgeräte in die Jahre gekommen – also zehn bis 15 Jahre alt – kann sich der Neukauf eines modernen, energieeffizienten Gerätes lohnen.

Seit 2021 gibt es neue EU-weite Energieeffizienzklassen, die den Vergleich beim Kauf einfacher machen: A (dunkelgrün) ist am sparsamsten, G (dunkelrot) am schlechtesten.

Wenn Sie statt eines neuen ein gebrauchtes Gerät mit einer besseren Energieklasse kaufen, sparen Sie außerdem noch Ressourcen.

Für Wäschetrockner gilt: Öfter mal darauf verzichten! Wenn nicht gerade Wäscheberge eilig trocken werden müssen, kann die Wäsche genau so gut auf dem Wäscheständer trocken.

Strom sparen ohne Verzicht: öfter Mal ganz ausschalten

Steckdose mit Stecker
Steckdose mit Stecker © Ivan Balvan / iStock / Getty Images

Bleiben Geräte im Stand-by, verbrauchen sie weiterhin Strom. Doch nicht immer hat der Bereitschaftsmodus einen Nutzen – oft werden die Geräte aus reiner Gewohnheit oder Bequemlichkeit nicht vollständig ausgeschaltet.

Manche Elektrogeräte sind selbst im ausgeschalteten Zustand heimliche Stromfresser! Häufig ist das bei Steh- und Schreibtischlampen, Laptops und anderen Bürogeräten der Fall.

Der einfache Test: Fühlt sich das Netzteil warm an, obwohl das Gerät aus ist? Dann lohnt es sich, nach dem Ausschalten auch noch den Stecker zu ziehen. Genauer können Sie den Energieverbrauch mit einem Strommessgerät überprüfen, das Sie zum Beispiel im Baumarkt leihen können.

So sparen Sie bares Geld

Geräte im Stand-By zu lassen, kann die Energiekosten um 50 bis 150 Euro pro Jahr erhöhen. Besonders energieintensiv im Stand-By sind:

  • Spielekonsolen
  • Set-Top-Boxen und TV-Receiver
  • ältere Fernsehmodelle
  • Computer – wobei Desktop-PCs einen höheren Stand-By-Verbrauch haben (3-10 Watt) als Laptops (1-3 Watt)
  • Hi-Fi- und Soundsysteme
  • Drucker, vor allem Laserdrucker Kaffeevollautomaten – weil sie für schnelles Aufheizen bereit bleiben

Sparen schaltbare Steckdosen und Smart Plugs Strom?

Ja, denn eine Steckdose mit Ein-Aus-Schalter trennt das Gerät komplett vom Netz. Das lohnt sich vor allem bei Geräten mit hohem Stand-By-Energieverbrauch wie Spielekonsolen und der Fernsehinfrastruktur: Mit einer schaltbaren Mehrfachsteckdose ist nur ein einziger Handgriff nötig – so schlägt man der Bequemlichkeit und Vergesslichkeit ein Schnippchen.

Auch ein Smart Plug kann sinnvoll sein. Gerade bei Geräten mit hohem Verbrauch rechnet sich der geringe Eigenverbrauch eines Smart Plugs. Einmal eingerichtet, übernimmt er das komplette Ausschalten zuverlässig.

Wie kann ich in der Küche Energie sparen?

In der Küche lässt sich einiges an Energie sparen © iStock / Getty Images
In der Küche Energie sparen © monkeybusinessimages / iStock / Getty Images

Kochen, Backen und Vorratshaltung sind energieintensiv – und trotzdem äußerst sinnvoll, nicht zuletzt, weil es sehr viel günstiger ist, selbst zu kochen, als essen zu gehen.

Mit den vom WWF zusammengestellten Tipps können Sie mit wenigen und einfachen Handgriffen in der Küche viel Energie sparen:

  • Deckel auf den Topf beim Kochen: So verbrauchen Sie ein Drittel weniger Energie als „oben ohne“.
  • Richtige Größe: Wählen Sie Töpfe und Pfannen passend zur Herdplattengröße.
  • Resthitze nutzen: Wenn Sie es beim Kochen nicht eilig haben, können Sie den Herd vor dem Garpunkt der Speisen ausschalten und die Resthitze des Kochwassers nutzen. Funktioniert prima bei Pasta, Kartoffeln, Gemüse.
  • Wasserkocher statt Herd: Nicht nur für Kaffee und Tee, auch beim Kochen von Pasta, Eiern oder Kartoffeln wird das Wasser mit dem Kocher schneller und sparsamer heiß.
  • Wasser nicht unnötig erhitzen: Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der Menge, die Sie tatsächlich benötigen.
  • Backofen nicht vorheizen: Speisen wir Auflauf, Fertiggerichte und auch viele Kuchensorten können Sie direkt in den kalten Ofen stellen und diesen auch einige Minuten vor dem Garpunkt ausschalten.
  • Umluft im Backofen nutzen: Da ein Ventilator die heiße Luft gleichmäßig verteilt, können Sie eine um 20 bis 30 Grad niedrigere Temperatur einstellen.
  • Essensplanung: Kochen Sie stets größere Portionen, und frieren Sie den Rest portionsweise ein. Das spart nicht nur Energie, sondern auch jede Menge Zeit in der Küche, denn so haben sie auf effiziente Weise immer etwas selbst Gekochtes vorrätig. Hier finden Sie weitere Tipps für nachhaltiges Kochen.
  • Kaffee warm halten: In der Thermoskanne bleibt der Kaffee warm, ohne Energie zu verbrauchen. Und schmeckt viel besser als von der Warmhalteplatte.
  • Tür zu: Erst überlegen, was man braucht, dann die Tür des Kühl- oder Gefrierschranks öffnen und schnell wieder schließen.
  • Richtige Kühltemperatur: Wenn Sie die Temperatur um nur 1 Grad Celsius kälter stellen, steigt der Stromverbrauch bereits um etwa sechs Prozent! Optimal und völlig ausreichend sind -18 Grad Celsius für den Gefrierschrank und +7 Grad Celsius im Kühlschrank. Nur wenn Sie schnell verderbliche Lebensmittel wie etwa Hackfleisch lagern, ist es sinnvoll, die Temperatur vorübergehend auf 0 bis 2 Grad Celsius zu senken.
  • Kühlschrank optimieren: Ein leerer Kühlschrank verbraucht mehr Energie als ein gut gefüllter. Rücken Sie das Gerät außerdem etwas von der Wand ab und stellen Sie es nicht direkt neben Herd oder Heizung.
  • Geschirrspüler-Tetris: Sparsame Spülmaschinen sind nicht nur tolle Küchenhelfer, sondern benötigen auch weniger Wasser als das Spülen mit der Hand. Laden Sie die Maschine möglichst voll, und nutzen Sie das Sparprogramm, auch Eco-Programm genannt. Dies verbraucht weniger Wasser, und das Wasser wird weniger stark erhitzt. Das Geschirr vorher nicht vorspülen!

Welche weiteren Tipps gibt es, um zuhause Energie zu sparen?

30 Grad sorgen für saubere Wäsche und niedrigere Energiekosten
30 Grad sorgen für saubere Wäsche und niedrigere Energiekosten © Lauren Simmonds / WWF-UK
  • Sparen beim Wäschewaschen: Waschen Sie nur, wenn die Maschine wirklich voll ist. Nutzen Sie Sparprogramme und waschen Sie möglichst bei 30 Grad. Ein Ökowaschprogramm braucht zwar länger, spart aber Strom, weil weniger Energie verwendet wird, um das Wasser zu erhitzen und weniger Wasser nötig ist, um die gleiche Menge Wäsche zu waschen.
  • Stromfresser Haarföhn: Lassen Sie Ihre Haare (zumindest teilweise) an der Luft trocknen. Das spart Energie und ist nebenbei auch gesünder für die Haare!
  • Keine Heißlüfter: Die Geräte sind ineffizient und teuer im Betrieb – und erwärmen Räume nur kurzfristig. Um Feuchtigkeit zu vertreiben, empfiehlt sich Stoßlüften nach dem Duschen oder Baden; außerdem können Sie Schälchen mit etwas Salz im Bad aufstellen.
  • Elektrische Zahnbürste einmal pro Woche laden, statt sie nach jedem Putzen auf die Ladestation zu stellen. Oder nutzen Sie eine Handzahnbürste aus nachwachsenden Rohstoffen, die gar keinen Strom benötigt.
  • Ladegeräte an der Steckdose hängen zu lassen, mag praktisch sein, verbraucht aber unnötig Strom. Ziehen Sie sie deshalb nach dem Laden immer sofort ab.
  • Die Bildschirmhelligkeit von Computermonitor und Fernseher reduzieren, das spart Strom und verlängert die Lebensdauer der Geräte.

Was ist die Drei-Minuten-Regel beim Licht?

Die Drei-Minuten-Regel bezieht sich auf alte Energiesparlampen (Leuchtstofflampen): Diese sollte man nur ausschalten, wenn man den Raum länger verlässt, da häufiges Schalten die Lebensdauer verkürzen kann.

Für alle anderen Glühbirnen gilt: Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie einen Raum verlassen! Bei LED- und Glühlampen lohnt sich das auch bei sehr kurzen Pausen.

Energie sparen beim Heizen

Thermostat © AndreyPopov / iStock / Getty Images
Thermostat © AndreyPopov / iStock / Getty Images

Steigende Öl- und Gaspreise lösen immer wieder Hamsterkäufe bei Heizlüftern und Elektroheizungen aus. Doch diese sind ineffizient und im Dauerbetrieb eine echte Geld- und Energieverschwendung.

Nutzen Sie lieber diese Tipps, um energiesparend zu heizen und Ihre Kosten zu senken.

Umstieg auf Ökostrom: Treibhausgase reduzieren

Unser letzter Tipp: Werden Sie ein Teil der Energiewende, und steigen Sie um auf Ökostrom. Strom aus Sonne und Wind kann unter Umständen auch Geld sparen. In jedem Fall jedoch reduzieren Sie durch die Nutzung von Ökostrom den Ausstoß von Treibhausgasen.

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, zu der wir alle jeden Tag einen Beitrag leisten können – zum Beispiel indem wir unseren Strom- und Energieverbrauch reduzieren. Mit unseren Tipps reduzieren Sie Ihre laufenden Kosten und gleichzeitig Ihren CO2-Fußabdruck!

Schützen Sie die Natur

  • Wolken © WWF US / Emily Vandenbosch Energie sparen und Ressourcen schonen

    Sie möchten sich über Möglichkeiten zum Energie- und Geldsparen informieren? Hier finden Sie Tipps und Ideen. Zur Übersicht

  • Windkrafträder © Global Warming Images / WWF Klimaschutz: Die Klimakrise stoppen

    Für effektiven Klimaschutz müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sofort handeln und effizient gegen die Klimakrise vorgehen. Erfahren Sie mehr über die WWF-Klimaschutzarbeit

  • Unser CO2-Fussabdruck spielt eine große Rolle bei der Reduzierung der Treibhausgase © iStock / Getty Images Plus WWF-Klimarechner: Ihren CO2-Fußabdruck berechnen

    Ermitteln Sie Ihren CO2-Ausstoß mit unserem Klimarechner und erhalten Sie Tipps, wie Sie den CO2-Fußabdruck reduzieren können. Berechnen Sie Ihren Fußabdruck