Die Heizung macht in privaten Haushalten bis zu 75 Prozent des Energieverbrauchs aus – und einen großen Posten im Haushaltsbudget. Mit den Tipps des WWF können Sie Ihre Heizkosten deutlich reduzieren und damit in Zeiten der rasanten Preissteigerungen Geld sparen. Ganz nebenbei schonen Sie so auch Klima und Umwelt.
Laut dem Heizspiegel 2025 haben 90 Prozent der Haushalte Sparpotenzial bei den Heizkosten: Durchschnittlich könnte ein Haushalt durch verändertes Heizverhalten, andere Technik und/oder Sanierung 400 Euro einsparen. Vor allem wer mit Gas heizt, hatte im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von durchschnittlich plus 15 Prozent zu verkraften. Die Kosten einer Heizung mit fossilen Brennstoffen (Gas, Öl oder Fernwärme) lag dabei deutlich über jenen mit Wärmepumpe.
Alleine durch ein verändertes Heizverhalten lässt sich das Haushaltsbudget um mehrere hundert Euro pro Jahr entlasten. Kennen Sie schon die folgenden Tricks?
Wie kann man beim Heizen richtig Geld sparen?
Sparsam heizen und richtige Raumtemperatur einstellen
Wird die Raumtemperatur um ein Grad gesenkt, ergibt das bereits eine Ersparnis bei den Heizkosten von fünf bis zehn Prozent! Die empfohlenen Temperaturen für ein gutes Wohnklima sind 20 Grad Celsius im Wohnzimmer und Kinderzimmer sowie 16 bis 18 Grad für Schlafräume. Wem das zu kühl erscheint, um gut schlafen zu können, legt sich einfach eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen an die Füße.
In der Küche genügt es sogar, den Heizkörper auf 15 Grad einzustellen, da die Abwärme von Kühlschrank, Herd, Backofen und anderen Geräten die Raumtemperatur erhöht. Lesen Sie hier, wie Sie in der Küche durch ein paar einfache Handgriffe Strom sparen und Restwärme beim Kochen optimal nutzen.
Thermostatventile nachrüsten und Energiekosten senken
Sind die Heizkörper mit Thermostatventilen ausgestattet, lässt sich die Raumtemperatur individuell und auf das Grad genau regulieren. Ideal sind programmierbare elektronische Thermostatventile, mit deren Hilfe die Heiztemperatur während der Abwesenheit automatisch auf 15 Grad Celsius gesenkt und zum Zeitpunkt der Rückkehr wieder erhöht werden kann. Thermostatventile kann man leicht nachrüsten – es gibt sie im Baumarkt oder beim Installateur.
Effizient heizen: zwei einfache Tricks
Heizungen sollten regelmäßig entlüftet werden, da sie sonst ineffizient werden. Das können Sie ganz einfach selbst machen:
Schalten Sie die Heizung aus. Warten sie eine Stunde, damit sich die Luft im Heizkörper sammelt. Schalten Sie sie dann wieder auf höchster Stufe an. Stellen Sie ein Gefäß oder legen sie einen Lappen unter das Entlüftungsventil und öffnen Sie dann das Ventil mit einem Entlüftungsschlüssel (gibt es günstig im Baumarkt). Jetzt sollte es zischen – das ist die entweichende Luft. Sobald Wasser kommt, schließen Sie das Ventil wieder.
Ebenfalls wichtig für effizientes Heizen: Stellen sie keine Möbel und hängen Sie keine Vorhänge direkt vor den Heizkörper. Legen Sie auch nichts darauf. Denn das verhindert, dass sich die Wärme gleichmäßig im Raum verteilt.
Wärme in der Wohnung und im Haus halten
Geschlossene Vorhänge und Rollläden haben nachts ihren großen Auftritt, wenn die Heizkörper abgedreht sind: Sie verringern den Wärmeverlust durch die Fenster um ein Fünftel.
Es lohnt sich außerdem, die Dichtungen der Fenster zu überprüfen. Zieht es rein? Dann schnell selbstklebende Dichtungsgummis im Baumarkt besorgen und anbringen! Oder die alten Fenster gegen moderne austauschen.
Nur im Notfall mit Strom heizen
Angesichts steigender Gaspreise und drohender Knappheit liebäugeln manche Haushalte mit Strom betriebenen Radiatoren als Heizungsersatz. Doch bei aller Sorge, im Winter frieren zu müssen: Heizlüfter und Elektroheizungen sind ineffizient und dadurch im Dauerbetrieb eine echte Energie- und Geldverschwendung. Man sollte sie also wirklich nur im Notfall einsetzen.
Wie lüftet und heizt man richtig?
Der Begriff Stoßlüften ist spätestens seit der Corona-Pandemie ein geflügeltes Wort. Es dient jedoch nicht nur der Raumhygiene, sondern ist auch eine effiziente Sparmaßnahme beim Heizen. Denn Frischluft lässt sich aufgrund ihres geringeren Feuchtigkeitsgehalts schneller und damit kostengünstiger erwärmen als abgestandene Luft. Und sie ist obendrein gesünder, da sauerstoffhaltiger.
Beim Stoßlüften werden alle Fenster für drei bis fünf Minuten sperrangelweit geöffnet. Das genügt für einen Luftaustausch in der Wohnung, ohne dass diese vollkommen auskühlt. Vor dem Öffnen der Fenster sollten die Heizkörper ausgeschaltet bzw. die Thermostatventile geschlossen werden.
Warmwasser sparen und Energiekosten senken
Zu den Heizkosten gehören auch die Kosten für Warmwasser. Durchschnittlich 40 bis 45 Liter Wasser verbrauchen Deutsche pro Tag für ihre Körperpflege und ein Großteil davon wird erwärmt. Hier lässt sich ganz einfach Energie sparen, indem man kaltes Wasser verwendet, wo es keinen Unterschied macht, zum Beispiel beim Händewaschen oder Zähneputzen.
Beim Duschen lässt sich außerdem ganz grundsätzlich Wasser sparen, indem man einen Sparduschkopf oder Wasserspar-Perlatoren, die die durchfließende Wassermenge reduzieren, installiert. Und beim Einseifen auch einfach die Dusche abstellt.
Ist ein Kamin eine sparsame Alternative beim Heizen?
Ein Kamin kann eine sinnvolle Ergänzung beim Heizen sein, ist jedoch keine effiziente Komplettlösung. Etwas anders stellt sich die Situation dar, wenn mit einer modernen Holzheizung geheizt wird. Laut Heizspiegel 2025 sind die Kosten für Holz und Pellets zwar ebenfalls deutlich teurer geworden, dennoch liegen die Kosten fürs Heizen noch unter jenen mit fossilen Brennstoffen – jedoch über den Heizkosten einer Wärmepumpe.
Die Heizung warten und nachrüsten
Die Hälfte der rund 21 Millionen in Deutschland installierten Heizungen sind veraltet. Die Folge sind zu hohe Heizkosten sowie Kosten für Reparaturen, verschwendete Wärme und vermeidbare klimaschädliche CO2-Emissionen. Ein Großteil der Emissionen geht auf das Konto alter und besonders klimaschädlicher Öl- und Gasheizungen.
Angesichts explodierender Energiekosten lohnt es sich selbst für Mieter und erst recht für Hausbesitzer, ihre Heizungen zu überprüfen. In so mancher Anlage schlummert ungeahntes Potenzial zum Klimaschutz und zur Senkung der Heizkosten. Eine Neuanschaffung ist oft nicht nötig und die einmaligen Kosten für eine Optimierung haben sich schnell amortisiert.
Optimierung oder Neuanschaffung der Heizung
Beispielsweise kann es sich lohnen, den hydraulischen Abgleich zu überholen, der die Menge an Heizwasser steuert, welches die Heizungspumpe durch die Rohre pumpt. Um bis zu 15 Prozent lässt sich dadurch der Energieverbrauch senken. Veraltete Heizungspumpen sind ebenfalls echte Energiefresser – und ein Pumpenaustausch wird durch das BAFA gefördert (bei Einzelmaßnahmen zur Effizienzsteigerung) beziehungsweise durch die KfW bei einem kompletten Heizungstausch.
Gedämmte Heizungsrohre sparen jährlich pro Meter Heizungsrohr zwischen elf und 19 Euro Heizkosten und mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich die Dämmschalen selbst anbringen. Ein riesiges Einsparpotenzial bieten auch die bereits oben erwähnten Thermostate. Weitere Informationen finden sich im WWF-Ratgeber für klimafreundliche Heizsysteme.
Wann sich eine neue Heizung lohnt
Die Bundesregierung will, dass bis 2030 die Hälfte der Wärme klimaneutral erzeugt wird. Um das zu erreichen, muss die Wärmewende bei Wohngebäuden gelingen – weg von fossilen Brennstoffen hin zu klimaschonenden Energien. Der Wechsel zu erneuerbaren Energien wird daher gefördert. Und: Bereits nach 15 Jahren laufen Heizungen nicht mehr effizient! Zu hohe Heizkosten bedeuten Risikoausfälle und teure Reparaturen.
Die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Heizungsarten von Wärmepumpe über Brennstoffzellenheizung, Pelletheizung, Holzscheitkessel bis hin zur Solarthermieanlage erläutert der WWF-Ratgeber für klimafreundliche Heizsysteme und führt Schritt für Schritt zur passenden neuen Heizung.
Die Energiekrise ist eine Chance für den Klimaschutz
Und so steckt selbst in der Energiekrise etwas Positives, nämlich dass wir unseren Energieverbrauch einmal ganz grundsätzlich und kritisch unter die Lupe nehmen – mit der Chance, trotz höherer Preise am Ende womöglich sogar Geld zu sparen. Und zugleich unnötige, klimaschädliche Emissionen zu vermeiden. Nutzen wir diese Gelegenheit bewusst!
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