Mikroplastik ist heutzutage fast überall: im Meer, im Boden, in der Luft – und in unserem Alltag. Forscher:innen fanden die kleinen Kunststoffteilchen kürzlich erst in einer menschlichen Plazenta und in häufig konsumierten Muscheln.

Der Begriff „Kunststoff“ deutet bereits an, dass es sich um einen vom Menschen künstlich hergestellten und damit nicht natürlichen Stoff handelt. Er gehört demzufolge nicht in die Umwelt, zumal Schäden für Tiere und auch Menschen zu erwarten sind. Fakt ist, dass sich Mikroplastik inzwischen überall in der Natur findet. Eine Schätzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) geht davon aus, dass jährlich bis zu 5 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt und bis zu 2,5 Millionen Tonnen in die Ozeane gelangen.

Das können Sie tun, um Mikroplastik im Alltag zu vermeiden:

Mikroplastik im Müll

Infografik: Mikroplastik in Deutschland – die zehn wichtigsten Quellen © WWF Deutschland
Infografik: Mikroplastik in Deutschland – die zehn wichtigsten Quellen © WWF Deutschland
  • Vermeiden Sie unnötige Verpackungen und Einmalprodukte. Beispielsweise werden Obst und Gemüse auch ohne Verpackung angeboten. Zudem gibt es sogenannte Unverpacktläden, die Ware auch verpackungsfrei anbieten. Weitere Tipps zur Plastikvermeidung gibt es hier.
  • Trennen Sie Ihren Abfall richtig. Das erleichtert die Sortierung und damit das Recycling. Beispielsweise gehören in den Bio-Müll keine Plastiktüten oder andere Verpackungen, auch wenn sie als biologisch abbaubar oder kompostierbar bezeichnet werden. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Verbraucherzentrale oder bei Ihrer Gemeinde.
  • Beteiligen Sie sich an Müllsammelaktionen: In vielen Orten und Städten gibt es Aufrufe zu gemeinsamen Aktionen. Regen Sie alternativ eigene Aktionen an und lassen Sie sich von den Clean-Up-Walks der WWF-Jugend inspirieren.
  • Schreiben Sie Unternehmen an, wenn Ihnen prinzipiell unnötige, unnötig aufwändige oder große Verpackungen auffallen.

Mikroplastik im Badezimmer

  • Verzichten Sie auf Kosmetika mit Mikroplastik und nutzen Sie Alternativen, wie zum Beispiel zertifizierte Naturkosmetik, die ohne rein mineralölbasierte Bestandteile auskommt. Weitere Tipps finden Die im BUND Einkaufsratgeber Mikroplastik.

Mikroplastik in Textilien

Mikrofleecefasern aus synthetischer Fleecekleidung © Fraunhofer UMSICHT
Mikrofleecefasern aus synthetischer Fleecekleidung © Fraunhofer UMSICHT
  • Verwenden Sie Produkte oder Kleidung möglichst lange, bevor Sie sie sachgerecht entsorgen, zum Beispiel bei Kleidung über offizielle Sammelstellen oder Spendenboxen (und nicht im Hausmüll).
  • Waschen Sie Ihre Kleidung immer in einer vollen Waschmaschine. Das ist nicht nur gut für die Energiebilanz und spart Geld, sondern kann die Anzahl an Mikroplastikpartikeln verringern, da die Reibung und Fallhöhe der Kleidung reduziert wird.
  • Waschen Sie Kleidung aus Synthetikfasern möglichst selten, denn bei Kleidung aus Kunstfasern entsteht in der Waschmaschine durch den Abrieb Mikroplastik.
  • Verwenden Sie keine Putz- und Spültücher aus Mikrofaser. Sie verlieren genau wie Kleidung bei der Wäsche winzige Kunstfasern, die so ins Abwasser gelangen. Der Trend geht zu selbst gestrickten oder gehäkelten Lappen aus Baumwolle.
  • Leeren Sie das Flusensieb von Waschmaschine und Trockner niemals in den Abfluss, denn so gelangt das abgeriebene Mikroplastik ins Abwasser. Besser: Das Sieb in den Hausmüll entleeren. 

Das macht der WWF gegen die Plastikflut

Der WWF möchte die Ursachen des Eintrags von Mikroplastik in die Umwelt sowie dessen leicht vermeidbaren Einsatz in der Industrie bekämpfen. Da das Thema untrennbar mit dem Eintrag von (Makro-)Plastik in die Umwelt verbunden ist, betrachtet der WWF das Thema ganzheitlich. Er setzt sich daher auf internationaler Ebene dafür ein, dass die Rahmen­bedingungen für Abfallsammlung und Recycling in jenen Ländern verbessert werden, die einen erheblichen Einfluss auf den Eintrag von (Mikro-)Plastik in die Umwelt haben.

Dabei stehen folgende Maßnahmen im Vordergrund: Der WWF setzt sich auf politischer Ebene für eine verbindliche internationale Vereinbarung ein, die den Eintrag von Plastikmüll in die Meere stoppt.

Ebenso setzt sich der WWF dafür ein, dass auf Länderebene gesetzliche Rahmen­werke geschaffen werden, die die Entsorgung von (Plastik-)Abfällen besser regeln und Bedingungen für die Umsetzung einer erweiterten Produzentenverantwortung sowie Voraussetzungen für eine Kreislaufwirtschaft schaffen.

Plastikmüll auf Phu Quoc (Vietnam) © Heide Kerber / ISOE
Plastikmüll auf Phu Quoc (Vietnam) © Heide Kerber / ISOE

Der WWF ist mit eigenen Niederlassungen und Projektbüros in jenen Ländern vertreten, von denen aus der meiste Plastikmüll in die Meere eingetragen wird. Deshalb setzt er auf lokaler Ebene (etwa in Vietnam, Thailand oder den Philippinen) in Modellprojekten Maßnahmen gegen die Vermüllung der Meere um.

In Deutschland werden durch das WWF-Geisternetzeprojekt in der Ostsee verloren gegangene Fischernetze wieder eingesammelt. Bisher konnten an den deutschen Küsten mehr als neun Tonnen Netze geborgen werden.

Gegen den Eintrag von Mikroplastik durch synthetische Textilien setzt sich der WWF Deutschland im Rahmen des Verbundprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „TextileMission“.

Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des WWF ist nicht zuletzt die Information und Aufklärung zum Thema Plastikmüll und Mikroplastik. So gibt der WWF regelmäßig Publikationen zum Thema heraus.

Gemeinsam gegen die Plastikflut